Österreich jubelt. Und das verdient. Die Mannschaft hat zum Topereignis Topleistungen gebracht, die Schlappe auf der Normalschanze weggesteckt und einen Doppelsieg auf der Großschanze plus den Titel im Mannschaftsbewerb geholt. Viel mehr geht praktisch nicht.
Gratulation an die Springer, Gratulation an Trainer Alexander Pointner! Er hatte es in dieser Saison wahrlich nicht leicht, sich gegen immer stärker werdende Kritik durchzusetzen. Er hat immer an seine Jungs geglaubt, ihre Leistungsstärke betont und kann sich nun mit einem milden Lächeln an die Unkenrufe erinnern.
Armin Kogler, selbst ehemals reich dekorierter ÖSV-Adler und jetzt Experte beim Österreichischen Fernsehen, sprach davon, er habe ein Gefühl im Bauch gehabt, dass es hier passen könnte. Dass in einem Moment manche zuvor unglücklich verpasste Resultate positiv zurückkommen. Dies trifft auf das eigene Team sicher zu. Doch es gibt krasse Gegenbeispiele.
Das krasseste ist sicher Janne Ahonen. Zu einer außergewöhnlichen sportlichen Karriere wie der seinen gehört die Krönung bei Olympia. In Turin/Pragelato 2006 sollte es endlich so weit sein. Man mag es kaum glauben: Ahonen hat in seiner langen und so überaus erfolgreichen Karriere seit 1993 nicht eine einzige Einzelmedaille bei Olympischen Spielen geholt. Es bleiben zwei vierte Plätze aus Nagano 1998 und Salt Lake City 2002. Eine Mannschaftsgoldmedaille hätte trösten können. 2002 landete man 0.1 Punkte hinter der deutschen Mannschaft, heute waren es 7.4 Punkte auf Österreich.
Thomas Morgenstern, der mit gerade 19 Jahren (hoffentlich!) noch viele erfolgreiche Jahre vor sich hat, ist seit heute Doppelolympiasieger. Er hat mehr Olympische Titel errungen als Weltcupsiege (1). Das Gleiche gilt für Simon Ammann. Janne Ahonen, eines von Morgis Vorbildern, wird aller Voraussicht nach nicht bis 2010 in Vancouver weitermachen. Er geht wohl als der beste Springer der letzten Dekade in die Geschichte ein. Bis dato 32 Weltcupsiege und 96 (!) Podestplätze sprechen für sich. Doch das Manko Olympia wird bleiben. Ist das "gerecht"? Die Frage stellt sich nicht. Das ist Sport, und das weiß keiner besser als Janne Ahonen.
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