Wer begeistert vom Skispringen ist, der kennt neben der japanischen Hauptstadt Tokyo auch noch Sapporo und Hakuba. Da viele Sportfans aber nicht viel mehr über Japan und die Japaner wissen, ist die Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Sapporo doch ein guter Anlass einige kurze Informationen zusammenzustellen.
Insgesamt besitzt Japan eine Fläche von 377.682 Quadratkilometern, auf der 126.091.000 Menschen leben. Die WM-Stadt Sapporo findet sich auf der nördlich gelegenen Insel Hokkaido, und in diese Großstadt hat zirka 1.805.000 Einwohner. Mit dem Flugzeug braucht man nur ungefähr 1,5 Stunden von Tokyo nach Sapporo, die zu den jüngsten Städten des Landes zählt. Neben den Skisprungschanzen ist Sapporo vor allem bekannt für das Anfang Februar stattfindende Schneefest, bei dem auf dem Boulevard O-dori wunderschöne, riesige Schneefiguren ausgestellt werden. Neben dem Fluss Toyohira, der durch die Stadt fließt, besitzt Sapporo zudem noch die älteste Bierbrauerei Japans (1876 gegründet).
Japan unterscheidet sich in vielen Dingen von Europa. Aber nicht nur der Linksverkehr ist für manchen Europäer gewöhnungsbedürftig, sondern auch viele andere Sitten und Gewohnheiten. So gilt beispielsweise Naseputzen als äußerst unfein – wenn es unbedingt notwendig ist, sollten die Taschentücher danach sofort entsorgt werden. Geräuschvolles Hochziehen anstelle von Naseputzen hat für die Japaner hingegen nichts Anstößiges, sogar wenn dies während des Essens geschieht. Beim Einnehmen der Mahlzeiten ist auch geräuschvolles Schlürfen erlaubt. Die Zusammenstellung des Essens aus den Grundnahrungsmitteln Reis, Fisch, Eiern und Gemüse kommt einigen Europäern vor allem zum Frühstück wahrscheinlich auch nicht gerade entgegen. Und gegessen wird natürlich mit Stäbchen!
Ein großer Unterschied ist außerdem, dass sich Japaner bei der Begrüßung nicht die Hand geben, sondern sich voreinander verneigen. Zudem ist ihnen korrekte Kleidung sehr wichtig, besonders die Männer sollten zum Beispiel keine kurzen Hosen oder zu grellen Farben anziehen!
Skispringen gehört in Japan nicht gerade zu den Nationalsportarten. In der Gunst der Japaner stehen vor allem das Sumoringen und der amerikanische Sport Baseball. Beim Sumo kämpfen Männer, die meistens zwischen 90kg und 160kg wiegen, innerhalb eines Kampfkreises von 4,50m Durchmesser gegeneinander. Ziel ist es den Gegner entweder aus dem Kreis zu drängen, oder zu schaffen, dass er mit einem anderen Körperteil als mit den Füßen den Boden berührt.
Skifahren kommt in Japan mittlerweile jedoch genauso wie Golf immer mehr in Mode. Und ein „Sport“ vieler Japaner ist auch das „Pachinko“, das Flippern. In großen Automatenhallen sitzen sie stundenlang und fordern ihr Glück heraus. Dass Glücksspiel nicht immer etwas mit Gewalt zu tun haben muss, beweisen die Japaner. Denn ihr Land ist relativ sicher, besitzt eine geringe Verbrechensrate, die zudem immer noch weiter zurückgeht.
Kaum zu bewältigen ist für die meisten Ausländer die japanische Sprache. Vom Aufbau gilt sie als nicht besonders kompliziert, da beispielsweise keine Betonungsunterschiede gemacht werden und jede Silbe gleichlaut ausgesprochen wird. Zudem gibt es weder Geschlecht noch Mehrzahl, und die Sätze sind nach dem Muster Subjekt-Objekt-Prädikat (z.B. Ich Hunger haben) aufgebaut. Kompliziert beim Japanisch ist aber vor allem das hochkomplexe Schriftsystem, das aus Sinnträgern (Kanji) und Lautträgern (Kana) besteht. Alleine von den Sinnträgern gibt es zirka 10.000 unterschiedliche!
Na, dann: Janpu wa itsu hajimarimasuka?
Informationen:
Sapporo Tourist Information Center
Subway Odori Station, Chuo-ku, Sapporo City;
Telefon: (011) 232-7712
(ak)
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