|
 |
 |
Story:
Michael Uhrmann - 23.09.2002 |
 |
 |
 |
 |
Polizeimeister Uhrmann wird zum Skisprungprofi |
Durchwachsen war das Abschneiden der DSV-Adler
beim Sommer Grand Prix 2002.
Ohne Martin Schmitt und Sven Hannawald gab es
für die DSV-Adler nicht viel zu holen.
Einer von dem sich die Zuschauer und vermutlich
auch Trainer mehr erwartet hatten, war der Mannschafts-Olympiasieger
von Salt Lake City, Michael Uhrmann vom WSV Rastbüchl.
Ein Blick hinter die Kulissen lässt allerdings
speziell die Ergebnisse von Michael Uhrmann in
einem anderen Licht erscheinen.
Uhrmann, vor einer Woche 24 Jahre alt geworden
zieht für Skispringen.com ein Fazit des Sommers
2002:
"Obwohl ich mir eigentlich nicht viel ausgerechnet
hatte war ich von meinen Ergebnissen speziell
in Hinterzarten und Courchevel schon sehr enttäuscht.
Ein Lichtblick war für mich immerhin das
Springen von Innsbruck, nicht unbedingt wegen
der Platzierung (16. Platz) sondern weil meine
Sprünge technisch ganz gut waren.
Aber wie gesagt hatte ich keine hohen Erwartungen,
denn ich hatte eigentlich kaum Zeit zum trainieren.
Wenn man von 7:00 bis 15:30 Uhr in der Schule
sitzt, dann leiden besonders die Schnellkraftwerte
darunter".
Uhrmann beendet derzeit seine Ausbildung zum Polizeimeister
beim Bundesgrenzschutz.
Den schriftlichen Teil der Prüfungen hat
er in der Woche vor Innsbruck abgeschlossen, und
der letzte Teil, die mündlichen Prüfungen,
folgen in dieser Woche.
"Vier Jahre hat das Ganze gedauert, seit
vier Jahren stehe ich in dieser Ausbildung und
in diesem, dem letzten Jahr, waren es sechs Monate
anstatt wie in den Jahren vorher vier Monate die
ich durch die Ausbildung im Sommer nur bedingt
trainieren konnte."
Doppelbelastung nennt man so etwas, im Alltag
nicht unüblich, im Leistungssport aber ganz
sicher auch nicht einfach.
Uhrmann hat sich in den vergangenen vier Jahren
neben dem Skispringen eine Existenz für die
Zukunft geschaffen.
Mit dem Abschluss seiner Ausbildung zum Polizeimeister
ist Uhrmann nun bestens gerüstet für
die Zeit nach dem Skispringen.
"Ich habe jetzt wirklich optimale Bedingungen
für die Zukunft geschaffen, jetzt kann ich
mich zum ersten Mal voll auf das Skispringen konzentrieren,
für die Zeit nach dem Springen mache ich
mir keine Sorgen."
Lust hat Uhrmann auf seinen Sport nach wie vor:
" wenn es geht möchte ich noch sehr
lange springen, so lange wie Duffi am besten.
(Christof 'Duffi' Duffner wird im Dezember 31
Jahre alt)
Und wenn ich irgendwann mit dem Springen aufhöre,
werde ich mir überlegen was ich mache
Einen Beruf habe ich sicher, ich könnte aber
auch noch studieren und eine Laufbahn im gehobenen
Dienst einschlagen. Wir werden sehen.
Auf jeden Fall sind die Bedingungen für mich
jetzt so gut wie nie zuvor. Ich hatte ja in den
vergangenen Jahren auch immer wieder mit Verletzungen
zu kämpfen, so wie es jetzt aussieht ist
es sehr gut.
Ab jetzt werde ich bei allen Kursen und Trainingseinheiten
des Teams dabei sein, das ging ja vorher aus Zeitgründen
nicht.
Zum ersten Mal kann ich wirklich professionell
trainieren."
"Im Winter sieht alles
schon wieder anders aus"
"Die Kritik am Team nach den Ergebnissen
des Sommers halte ich für etwas überzogen"
sagt Uhrmann weiter.
"Natürlich sagt das Ergebnis etwas über
den Leitungsstand des Teams aus, aber wenn bei
anderen Teams die zwei Top-Leute fehlen sieht
es auch nicht viel besser aus.
Unabhängig davon, wenn man sich die Ergebnisse
der vergangenen Jahre anschaut, dann war es beim
DSV eigentlich im Sommer immer durchwachsen, auch
als Martin Schmitt und Sven Hannawald dabei waren.
Es kann nicht funktionieren, dass irgend einer
aus dem Team plötzlich gewinnt, wenn die
beiden nicht dabei sind. Das geht einfach nicht.
"Und wahrscheinlich" sagt Uhrmann abschließend
"macht man sich selber ja wirklich etwas
mehr Druck, wenn Schmitt und Hannawald nicht am
Start sind. Aber im Winter sieht sowieso alles
schon wieder ganz anders aus."
Jetzt beginnt also ein neuer Abschnitt in der
Ära Uhrmann, die Ära 'Uhrmann der Profi'.
Nicht schlecht was Uhrmann bisher trotz der Doppelbelastung
abgeliefert hat, immerhin hat er unter anderem
die Titel Olympiasieger (Mannschaft) und Weltmeister
(Mannschaft) auf seinem Konto.
Aber vermutlich wird man den wahren Michael Uhrmann
erst im Winter 2003/2004 erleben.
Dann nämlich wird der Mann aus Rastbüchl
zum ersten Mal einen Winter bestreiten für
den er die gesamte Sommervorbereitung professionell
gestalten konnte.
Mehr über Michael Uhrmann erfahren Sie hier

home
|
|



|
|
|