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"Ohne Zwei" absolviert zurzeit der
A-Kader des DSV das Trainingslager in Ramsau.
Die verletzten Martin Schmitt und Sven Hannawald
fehlen zwar, nehmen den anderen Teammitgliedern
aber während des Trainings auch etwas den
Druck, "Der Druck ist geringer wenn man
nicht ständig schaut wohin die beiden springen"
sagt beispielsweise Stephan Hocke.
"An den technischen Details arbeiten und
ein bisschen Material testen", sind laut
Cheftrainer Reinhard Hess die Ziele der deutschen
Adler beim Lehrgang in Ramsau.
Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein
setzen die Hoffnungsträger des DSV Sprung
um Sprung, gelobt, kritisiert und korrigiert
von Reinhard Hess und Henry Glass.
Hess: "Leistungsträger
sind andere"
Elf Mann umfasst der neu geformte A-Kader.
"Es hat ein neuer Olympiazyklus begonnen
und daher wurde auch der Kader neu bestimmt,
mit Daniel Klausmann, Maximilian Mechler, Michael
Neumaier und Jörg Ritzerfeld sind vier
Leute in den A-Kader nachgerückt",
erklärt Hess.
Und verschweigt auch nicht, dass die Leistungsträger
aber andere sind.
"Wir müssen
Schmitt und Hannawald fit bekommen"
Die beiden nämlich, die in Ramsau nicht
dabei sind:
Martin Schmitt und Sven Hannawald. "Wir
müssen die beiden fit bekommen, wir brauchen
sie. Für die Jungen ist es noch zu früh.
Sie haben zwar gute Perspektiven, aber sie können
Sven und Martin nicht ersetzen."
Sven Hannawald wird in drei Wochen wieder mit
leichtem Training beginnen können.
"Derzeit hat er absolute Ruhe verordnet,
sein operierter Meniskus muss anwachsen. Wir
werden sehen, ihn bis zum Winter wieder fit
zu bekommen, den Sommer wird er wohl abschreiben
können", berichtet Hess über
den Gesundheitszustand von Sorgenkind Nummer
eins.
"Wir wissen immer
noch nicht woher die Schmerzen kommen"
Mehr Kopfzerbrechen allerdings bereitet ihm
Sorgenkind Nummer zwei: Martin Schmitt. "Wir
wissen immer noch nicht genau, woher seine Schmerzen
an der Patellasehne kommen. Wir versuchen aber
jetzt durch spezielles Training das Problem
in den Griff zu bekommen."
"Bisher noch kein
gemeinsames Trainingslager"
Die Abwesenheit der beiden Superstart belastet
die nachstrebende Jugend weniger.
"Man springt schon mit weniger Druck, wenn
man nicht ständig schaut, wohin die beiden
springen", gibt Stephan Hocke zu. Maximilian
Mechler und Daniel Klausmann hingegen können
keine Vergleiche anstellen: "Wir waren
noch nie gemeinsam mit Martin und Sven auf einem
Trainingslehrgang".
Jörg Ritzerfeld erinnert sich an das Ende
der letzten Saison: "In Harrachov war es
schon extrem, da mussten die beiden ständig
abgeschirmt werden."
Was die Stars von morgen erwartet, wenn sie
sich in der nächsten Saison im Weltcup
etablieren wollen, können sie nur erahnen.
"Als Junior springt man das ganze Jahr
vor einer schmächtigen Kulisse, da ist
der Weltcup sicher ganz was anderes," sinniert
Ritzerfeld.
Stephan Hocke: "Bändereinriß
auskurieren"
"Man darf sich eben nicht verzetteln mit
der Sache, sondern sich voll konzentrieren,"
ergänzt Maximilian "Maxi" Mechler.
Mit ihren derzeitigen Leistungen sind die vier
Newcomer einigermaßen zufrieden.
"Verbesserungsmöglichkeiten gibt es
überall, beim Absprung und beim Übergang
in die Flugphase habe ich noch genug Probleme,"
analysiert Stephan Hocke seine Situation.
Einen Bändereinriss im Sprunggelenk - zugezogen
in der Freizeit - muss der Sportschüler
aus Oberhof auch noch auskurieren.
Jörg Ritzerfeld:
"Kampf um A-Kader Platz"
Sein Klassenkollege Jörg Ritzerfeld sieht
für sich ebenso eine Optimierung der Technik
- besonders im Flug und in der Anfahrtsgeschwindigkeit
- als vorrangiges Ziel. "Und den Erhalt
der A-Kader-Zugehörigkeit."
Maxi Mechler: "Acht Startplätze für
elf Athleten"
Auch noch Schüler, allerdings im Allgäu,
ist der 18-Jährige Maxi Mechler. "Ich
möchte den Anschluss schaffen und im Weltcup
mitspringen", gibt sich Maxi Mechler ambitioniert.
"Aber ich weiß, dass es dorthin noch
ein schönes Stück Arbeit ist. Wir
sind elf Leute im Team und es gibt nur acht
Startplätze."
Doch beklagen könne er sich auch nicht,
bisher war es in seiner Karriere immer nur bergauf
gegangen.
Daniel Klausmann: "Eigentlich
wollte ich nur Spaß am Sport"
Ähnliches kann der Neuzugang Daniel Klausmann
von sich erzählen: "Jedes Jahr lief
es ein bisschen besser. Dabei hatte ich nie
große Ziele, wollte nur Spaß am
Sport haben".
Aber dann, als plötzlich die Einladung
zum A-Kader-Trainingslehrgang ins Haus geflattert
war, realisierte der Schonacher, dass ihm womöglich
eine große Zukunft offen stünde.
"Die Trainer wollen mich für Olympische
Spiele aufbauen und das ist natürlich schon
ein reizvoller Gedanke, aber so vieles im Sport
ist noch Neuland für mich, es gibt so vieles
was ich noch gar nicht kenne."
Martin Schmitt war sein Vorbild, "aber
jetzt schau ich auf mich, jetzt, wo wir im gleichen
Team sind."
Der DSV-Kader in Ramsau:
Trainer: Reinhard Heß, Henry Glaß,
Springer: Christof Duffner, Georg Späth,
Michael Uhrmann, Alex Herr, Stephan Hocke, Maximilian
Mechler, Daniel Klausmann, Jörg Ritzerfeld,
Michael Neumayer
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