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Eine Sportveranstaltung wie die von Kuopio besteht
im wesentlichen aus drei Hauptdarstellern: die
Sportler, die Zuschauer, und der Veranstalter
- von dem man, je besser er ist, als Zuschauer
wenig sieht.
Der Sport: 10 von 10 möglichen Punkten
Und es geht doch - nach zwei ausgesprochen windigen
Jahren in Kuopio erlebten wir in diesem Winter
gleich zwei Wettbewerbe wie sie besser und fairer
nicht hätten sein können. Praktisch windstill,
perfekte äußere Bedingungen und eine ebenso
perfekt präparierte Schanze.
Die beiden Wettbewerbe konnten nur die besten
Athleten ganz vorne sehen, keine Vor- oder Nachteile
durch irgendwelche Einflüsse von außen. So stellen
sich Athleten, Verantwortliche und Zuschauer
die Wettkämpfe vor.
Der Veranstalter: 10 von 10 möglichen Punkten
Es ist immer das beste Zeichen, wenn man von
den Aktivitäten der Veranstalter nicht viel
merkt, und so war das in den Tagen von Kuopio.
Man muss bedenken, dass es nicht nur ein Springen
war, sondern es gleichzeitig Wettbewerbe der
nordischen Kombination und der Langläufer/innen,
zu organisieren und durchzuführen galt. Nicht
nur die Athleten, sondern mit ihnen die angereisten
Pressevertreter mussten bei dieser "Mini-WM"
zum Saisonauftakt versorgt werden.
Angesichts der Vielzahl von Medienvertretern
musste dann auch bei verschiedenen Dingen improvisiert
werden - und es wurde ausgezeichnet improvisiert.
Die Zuschauer: 10 von 10 möglichen Punkten
Eine derartige Veranstaltung ist bei uns in
Deutschland generell nicht möglich. Es hätten
auch 50.000 oder 100.000 Zuschauer an der Pujionen
Schanze sein können und es hätte keinerlei Zwischenfälle
gegeben, dafür legen wir alle Hände ins Feuer.
Hier in Finnland herrscht sie noch, die familiäre
Atmosphäre, die viele Fans bei uns inzwischen
vermissen.
Die Zauberworte heißen: Respekt und " nicht
ich bin wichtig, sondern die Veranstaltung ist
es".
Keine "wichtigen" Helfer und Funktionäre, die
mit erhobenem Finger und lauter Stimme Anweisungen
erteilen. Jeder Beteiligte ist zu jedem Zeitpunkt
bemüht, das Projekt um des Projektes Willen
gelingen zu lassen, das reicht.
Was man in anderen Ländern vermutlich mit "guten
Manieren" umschreiben würde, ist in Finnland
Normalität, die respektvolle Weise in der die
Menschen , ob jung oder alt, ob weiblich oder
männlich miteinander umgehen. Und das gilt sowohl
im normalen Leben als auch bei einer Großveranstaltung
wie dem Skispringen.
Bei dieser Art des Miteinander gibt es keine
Randale - auch nicht am Rande. Keine Leute,
die ihre Saufgelage vom Bahnhof an die Schanze
verlagern, Sportler aus anderen Nationen auspfeifen
oder anpöbeln, so etwas gibt es hier nicht.
Die Zuschauer wollen (immer mit dem erforderlichen
Respekt) - ein Sport-Event erleben - ein Fest
feiern, nicht mehr und nicht weniger. Und so
wird es dann auch zu einem Fest, das Wochenende
von Kuopio.
Die Veranstaltung von Kuopio erhält von uns
die Note 1*, sehr schwer zu überbieten, was
da vom Veranstalter in Kombination mit den Zuschauern
in Kuopio abgeliefert wurde. Der Weltcup-Auftakt
von Kuopio ist für uns nach diesem Wochenende
genauso zum unverzichtbaren Kult innerhalb des
Weltcup-Kalenders geworden wie es das Finale
in Planica schon seit Jahren ist.
In Sachen Kuopio darf man übrigens der
FIS und insbesondere dem Renn-Direktor Walter
Hofer dankbar sein der sich auch nach den beiden
"stürmischen" Wintern 1999 und
2000 weiter für den Veranstaltungsort Kuopio
ausgesprochen hatte.
Wer irgendwann im Leben die Gelegenheit hat,
dieses Land zu besuchen, sollte das auf jeden
Fall tun, es muss sicher nicht unbedingt Kuopio
sein, aber Kuopio ist ganz sicher eine erstklassige
Adresse.
Nehmen Sie auf jeden Fall eine Menge Respekt
mit auf ihrer Reise nach Finnland, denn die
Finnen sind zu Recht ein stolzes Volk.
Auf Wiedersehen in Kuopio, sicher nicht nur
wegen der Sprunganlagen und der Skispringen.
Diese Tage in Kuopio waren nicht nur eine interessante
Reise zu einer Sportveranstaltung, es war auch
ein gehöriges Stück Lebenserfahrung. Zur Nachahmung,
ob mit oder ohne Skispringen, ob Winter oder
Sommer, dringend empfohlen.
Bei Nebenwirkungen benötigen Sie auch garantiert
keinen Arzt, sondern eher eine Urlaubsverlängerung.
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