Kraft siegt in Pyeongchang vor Wellinger

Stefan Kraft gewinnt mit deutlichem Vorsprung den ersten Wettbewerb im südkoreanischen Pyeongchang. Andreas Wellinger zeigt sich erneut in Topform und wird Zweiter, ein weiterer DSV-Adler sorgt für eine Überraschung.

Mit Sprüngen auf 138 und 137,5 Meter sowie 293,5 Punkten war Kraft der alles überragende Skispringer beim ersten von zwei Einzelspringen im Alpensia Jumping Park, wo im kommenden Jahr olympisches Edelmetall vergeben wird. Der Österreicher setzte sich gegen den erneut starken Andreas Wellinger (136 und 136 m; 279,8 P.) sowie den Gesamtweltcupführenden Kamil Stoch (126,5 und 134 m; 268,2 P.) durch.





Schon nach dem ersten Durchgang war der Österreicher klar in Führung gelegen. Obwohl die Jury den Anlauf vor seinem Sprung um zwei Luken verkürzt hatte, nahm er Wellinger dennoch zwei Meter ab, schaffte mit 138 Metern die Topweite des ersten Durchgangs und legte so den Grundstein für seinen insgesamt achten Weltcupsieg.

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Auch Andreas Wellinger zeigte erneut, dass er gemeinsam mit Kraft der derzeit wohl konstanteste Springer im Feld ist. Bereits nach dem ersten Durchlauf auf Platz zwei gelegen, wehrte er im Finaldurchgang den Angriff von Kamil Stoch souverän ab und sicherte sich damit seine nächste Podiumsplatzierung.

Leyhe mit Schanzenrekord

Nicht nur mit der wiederholt starken Leistung von Andreas Wellinger, sondern auch mit dem Abschneiden des restlichen DSV-Teams konnte Bundestrainer Werner Schuster mehr als zufrieden sein. Besonders Stephan Leyhe überzeugte auf ganzer Linie, sprang im zweiten Durchgang mit 139,5 Metern Schanzenrekord und sicherte sich mit dem fünften Rang seine bisher beste Weltcupplatzierung der Karriere.

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Auch Karl Geiger schaffte als als Neunter unter die Top Ten, welche der gesundheitlich angeschlagene Richard Freitag als Elfter nur knapp verpasste, nachdem er nach dem ersten Durchgang noch 25. war. Einzig Andreas Wank konnte mit seiner Darbietung nicht ganz zufrieden sein, einem guten ersten Versuch auf 134 Meter im ersten Durchgang folgte ein schwächerer Sprung auf 119,5 Meter im Finale, was am Ende Rang 25 bedeutete. Den zweiten Durchgang verpasst hatte Pius Paschke als 38.

Lanisek überrascht

Für eine Überraschung sorgte der Slowene Anze Lanisek, der im zweiten Durchgang den Schanzenrekord von Stephan Leyhe egalisierte und als Vierter sein erstes Podium der Karriere nur knapp verpasste. Den Sprung auf das Podest hat trotz aussichtsreicher Ausgangslage auch der Norweger Daniel-Andre Tande zum wiederholten Mal nicht geschafft. Nach dem ersten Versuch noch Dritter, reichte es am Ende nur für den Sechsten Platz. Der Pole Maciej Kot (7.), der Österreicher Michael Hayböck (8.) sowie Tandes Landsmann Robert Johansson als Zehnter komplettierten die Top Ten.

In der Spitze somit erneut stark, in der Breite allerdings nicht mehr ganz so gut wie zuletzt vertreten war die polnische Mannschaft um Trainer Stefan Horngacher. Neben Stoch und Kot landete Dawid Kubacki als drittbester Pole auf Platz 19, Piotr Zyla hingegen blieb als 27. weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zufrieden mit dem Abschneiden seiner Mannschaft dürfte freilich der österreichische Cheftrainer Heinz Kuttin gewesen sein. Neben seinen Topspringern Kraft und Hayböck platzierten sich mit Manuel Fettner (14.) und Clemens Aigner (15.) zwei weitere ÖSV-Adler in den Top 15. Markus Schiffner wurde immerhin 22., Stefan Huber kam auf Rang 28.

Prevc-Brüder durchwachsen

Deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb aus dem slowenischen Team Peter Prevc. Im Training und der Qualifikation noch mit starken Leistungen, konnte er seine besten Sprünge im Wettkampf nicht wiederholen und landete nach Rang neun im ersten Durchgang am Ende nur auf dem 13. Platz. Auch sein Bruder Domen konnte nicht vollends überzeugen und wurde mit zwei soliden Sprüngen 17. Mit Jernej Damjan als 24. schaffte zudem ein weiterer Slowene den Sprung unter die besten 30.





Der norwegische Trainer Alexander Stöckl hingegen konnte mit dem Abschneiden seiner Mannschaft halbwegs zufrieden sein, neben Tande und Johansson sammelten auch Andreas Stjernen (18.) und Halvor Egner Granerud (23.) Weltcuppunkte.

» Aktuelle Weltcup-Gesamtwertung

Im Gesamtweltcup konnte Stefan Kraft durch seinen Sieg 40 Punkte auf Kamil Stoch gutmachen. Zwar liegt der Pole mit insgesamt 1240 Punkten weiterhin in Führung, der Vorsprung auf Kraft (1140 P.) beträgt jedoch nur noch rund 100 Punkte. Auf Rang drei folgt Daniel-Andre Tande mit 1074 Punkten.

» Alle Termine im Überblick: Weltcup-Kalender 2016/2017 (Herren)

Am Donnerstag findet der zweite Weltcup statt: Dann startet um 09:45 Uhr die Qualifikation, bevor um 10:45 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) der Wettbewerb beginnt.

6 Kommentare

  1. Bitte korrigiert die Falschmeldung endlich, auch wenn es einen DSV-Athleten betrifft:
    Den Schanzenrekord halten Kamil Stoch (14.2.2017) und der Kombinierer Mario Seidl (5.2.2017) mit 142,0m, und nicht Stefan Leyhe !!!

    • A) Kombinierer sind für den Schanzenrekord beim Skispringen nicht gültig
      B) Schanzenrekorde können nur in Wettkampfsprüngen erzielt werden (Quali oder Weltcup)

      • 1) http://www.skisprungschanzen.com/DE/Schanzen/KOR-S%C3%BCdkorea/PyeongChang/0391/
        2) Wenn das so wäre, hätte damals der (erste?) WR von Johann Remen Evensen in Vikersund (2011, wenn´s stimmt) weder als Schanzenrekord noch als WR zählen dürfen (war ein Trainingssprung).
        3) Es gibt/gab übrigens so manchen Kombinierer-Schanzenrekord
        4) ein “Schanzenrekord beim Schispringen” wäre mir komplett neu (würde die Kombinierer ausschließen), Schanzenrekord ist meines Wissens Schanzenrekord – wichtig ist, dass der Sprung gestanden wird

        • Die FIS gibt Leyhe auch offiziell als Schanzenrekord auf. Eben aus den genannten Gründen: Es muss im Wettkampf gesprungen werden

        • Ob das jetzt Schanzenrekord oder offizieller Schanzenrekord genannt wird, ist doch völlig egal, oder?
          Tatsache ist, dass es ziemlich sinnlos wäre, über einen Schanzenrekord zu sprechen, wenn hier Sprünge bei beliebigem Anlauf betrachtet werden, weil die Leistung des Athleten sollte doch im Vordergrund stehen. Ich würde den offiziellen Schanzrekord, sowie er dort vermerkt ist, als Schanzenrekord bezeichnen und denn anderen Schanzenrekord als “Weitesten gestanden Sprung” bezeichnen.
          Aber das ist nur Begriffklauberei, seht es wie ihr wollt 🙂

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