Oberstdorf: Kraft siegt vor Wellinger

Stefan Kraft sichert sich beim ersten Skiflug-Weltcup der Saison seinen zweiten Saisonsieg. Auf der umgebauten Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf wird Andreas Wellinger mit der Schanzenrekord Zweiter. Zwei weitere Deutsche landen unter den Top Ten.

Mit zwei Flügen auf 227,5 und 218 Meter sicherte sich Stefan Kraft am Samstagabend seinen ersten Sieg im Skifliegen. Auf der umgebauten Heini-Klopfer-Skiflugschanze erzielte der Österreicher insgesamt 229,4 Punkte und setzte sich damit in einem hochspannenden Wettbewerb gegen den Andreas Wellinger durch. Der 21-jährige Deutsche, der am vergangenen Wochenende im nordhessischen Willingen seinen zweiten Weltcupsieg gefeiert hat, knackte im ersten Durchgang mit 234,5 Metern als erster Springer überhaupt in Oberstdorf die 230-Meter-Marke und legte dann im Finale 222,5 Meter nach. Der neue Schanzenrekordhalter belegte zum Schluss mit insgesamt 434,8 Punkten den zweiten Platz vor dem Gesamtweltcup-Führenden Kamil Stoch (222,5 und 217 m; 425,4 P.).





Kraft führte das Feld schon nach dem ersten Wertungsdurchgang souverän vor Wellinger und Stoch an. Bei teils heftigem Rückenwind war die Jury nach der Top-Weite von Andreas Wellinger im ersten Durchgang gezwungen, den Anlauf zu verkürzen – und so reichte Kraft ein sieben Meter kürzerer Sprung für die Führung.

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Im Finaldurchgang nahm Wellinger dem Österreicher zwar noch einmal viereinhalb Meter ab, für den erhofften zweiten Heimsieg in Folge hat aber nicht gereicht. Stattdessen sicherte sich Kraft den sechsten Weltcupsieg seiner Karriere und seinen ersten beim Skifliegen. Oberstdorf ist ein gutes Pflaster für den Österreicher – erst Ende Dezember feierte er hier den Sieg beim Auftakt der Vierschanzentournee.

Drei Deutsche unter den Top Ten

Bundestrainer Werner Schuster dürfte dennoch ein positives Zwischenfazit nach dem ersten von zwei Einzel-Wettbewerben in Oberstdorf ziehen. Neben Wellinger gelang auch Markus Eisenbichler als Achter und Richard Freitag als Zehnter der Sprung unter die Top Ten. “Drei Springer unter den ersten Zehn. Das ist schon einmal etwas wert”, bilanzierte Schuster.

Wank punktet, Geiger und Leyhe scheiden aus

Weitere Weltcuppunkte sammelte außerdem Team-Olympiasieger Andreas Wank als 22. Mit Pius Paschke (31.), Karl Geiger (32.) und Stephan Leyhe (34.) scheiterten gleich drei Deutsche bei schwierigen Bedingungen im ersten Durchgang am Sprung ins Finale.

Tande knapp am Podest vorbei, Schlierenzauer mit Luft nach oben

Der Gesamtweltcup-Zweite Daniel Andre Tande bleibt größter Hoffnungsträger der insgesamt weiterhin schwächelnden norwegischen Mannschaft. Mit 215,5 und 229 Metern landete der Skispringer aus Kongsberg auf dem vierten Platz vor dem erst 17-jährigen Domen Prevc, für den es die erste Teilnahme bei einem Skifliegen war. Dessen älterer Bruder Peter Prevc lag nach dem ersten Durchgang noch auf dem zehnten Platz, katapultierte sich trotz schlechter Bedingungen mit 211,5 Metern noch auf den sechsten Platz.





Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer ist es am ersten Wettkampftag hingegen nicht gelungen, die sehr guten Trainingsleistungen in den Wertungsdurchgängen zu wiederholen. Mit 185 und 214,5 Metern kam der Rekord-Weltcupsieger nicht über den 19. Platz honaus. Besser lief es für seine Mannschaftskollegen Michael Hayböck und Manuel Fettner auf den Plätzen sieben bzw. elf.

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Mit seinem dritten Platz verteidigt Kamil Stoch das Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden. Der Vierschanzentournee-Sieger hat inzwischen 1038 Punkte auf dem Konto und liegt damit weiter vor Daniel Andre Tande (903 P.) und Domen Prevc (831 P.).

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Am Sonntag findet in Oberstdorf das zweite Einzel-Skifliegen statt. Um 13:30 Uhr startet die Qualifikation, um 15 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der zweite Teil der Weitenjagd auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze.

  • Anna

    Schiebung! Wellinger hätte gewinnen müssen

  • Marie

    Kraft hat mit insgesamt 439,9 Punkten gewonnen! Nach dem ersten Sprung waren es die 229,4 Punkte, von denen ihr sprecht 😉

  • Haukeli

    Warum
    Kommentiert Martin Schmitt soviel besser als Sven Hannawald und wann reagiert Eurosport?