Planica: Prevc gewinnt, Freund fällt zurück

Peter Prevc holt den erhofften Heimsieg beim Ersatz-Wettkampf in Planica. Auf der Skiflugschanze setzt sich der Saisondominator gegen Forfang und Kranjec durch. Severin Freund verspielt seine Halbzeitführung und wird Vierter.

Mit Sprüngen auf 223 und 232,5 Meter sicherte sich Peter Prevc am Donnerstagvormittag im slowenischen Planica den erhofften Heimsieg. Der 23-jährige Slowene erzielte mit seinen Flügen insgesamt 426,5 Punkte und setzte sich damit klar gegen den Norweger Johann Andre Forfang (226 und 226 m; 419 P.) durch, der am vergangenen Wochenende in Titisee-Neustadt den ersten Weltcupsieg seiner Karriere erzielt hat. Vor rund 20.000 begeisterten Zuschauern an der Letalnica-Skiflugschanze schaffte es mit Robert Kranjec (414 P.), der auf Weiten von 223 und 241,5 Meter kam, ein weiterer slowenischer Skispringer unter die Top Ten.

Freund fällt zurück, Wank scheidet aus

Nach dem ersten Wertungsdurchgang sah es noch nach einem Sieg des Deutschen Severin Freund aus. Der 27-Jährige lag mit 227,5 Metern zur Halbzeit überraschend vor Forfang und Prevc in Führung, kam im Finale aber nicht über enttäuschende 216 Meter und den vierten Platz hinaus. Davon profitierte am Ende Ex-Skiflugweltmeister Kranjec, der mit 241,5 Metern auf der umgebauten Schanzenanlage die Tagesbestweite erzielte und nach Platz vier zur Halbzeit noch auf das Podium kletterte.

Für die übrigen deutschen Skispringer gab es bei bestem Flugwetter nicht viel zu holen. Richard Freitag schnupperte zur Halbzeit mit dem elften Platz noch an den Top Ten, kam am Ende mit 219 und 210 Metern aber nicht über Position 13 hinaus. Mit Stephan Leyhe als 19., Karl Geiger als 21. und Markus Eisenbichler als 28. sammelten drei weitere Athleten aus der Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster weitere Punkte. Team-Olympiasieger Andreas Wank scheiterte mit 197 Metern an der magischen 200-Meter-Grenze und schied als 36. vorzeitig aus.

500. Weltcup für Noriaki Kasai

Ein ganz besonderer Wettkampf war es für Noriaki Kasai: Beim 500. Weltcup-Einsatz seiner Karriere belegte der japanische Oldie mit zwei Flügen auf 225 Meter einen guten sechsten Platz. Schon nach seinem ersten Sprung wurde der 43-Jährige in besonderer Weise geehrt: Die goldfarbene Startnummer 500, mit der der Japaner ausnahmsweise angetreten ist, wurde Kasai auch in einer kleineren Variante für seine erst wenige Monate alte Tochter überreicht.

Mannschaftlich besonders stark präsentierten sich nicht nur die Gastgeber aus Slowenien, auch Team Norwegen konnte einmal mehr glänzen: Neben dem zweitplatzierten Forfang schafften es mit Kenneth Gangnes (5.) und Anders Fannemel (9.) zwei weitere Athleten aus dem Norden Europas unter die Top Ten. Die slowenischen Farben vertrat neben Prevc und Kranjec auch Jurij Tepes, der mit 224 und 218 Metern Achter wurde.

Norwegen stark, Hayböck und Kraft in den Top Ten

Aus österreichischer Sicht holen weiterhin die beiden Zimmerkollegen Hayböck und Kraft die Kohlen aus dem Feuer. Michale Hayböck schaffte es mit 226,5 und 214,5 Metern auf den siebten Platz, Stefan Kraft landete knapp dahinter auf dem zehnten Platz. Auch Manuel Poppinger und Manuel Fettner sammelten weitere Weltcuppunkte, kamen aber nicht über die Plätze 22 bzw. 25 hinaus.

Prevc greift zur kleinen Kristallkugel

Nachdem er den Gesamtweltcup schon vorzeitig für sich entschieden hat, greift Peter Prevc zur nächsten Kristallkugel: Im Skiflug-Weltcup führt er nach dem ersten von insgesamt vier Wettbewerben in Planica mit 350 Punkten vor Forfang (228 P.) und Kranjec (220 P.).

Schon am morgigen Freitag steht in Planica das zweite Einzelspringen auf dem Programm. Um 14:15 Uhr startet der Qualifikationsdurchgang, um 15:15 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Wettkampf.

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