Eineinhalb Jahre nach ihrem schweren Sturz bei der WM in Trondheim kehrt Luisa Görlich ins internationale Wettkampfgeschehen zurück. Die 27-Jährige gehört zum fünfköpfigen Aufgebot des DSV für den Sommer-Grand-Prix in Rasnov.
Hinter Görlich liegt eine lange Leidenszeit: Bei der Nordischen Ski-WM 2025 in Trondheim war sie in der Qualifikation von der Normalschanze bei der Landung eingebrochen und hatte sich erneut das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Es war bereits der dritte Kreuzbandriss ihrer Karriere – nach schweren Knieverletzungen 2018 und 2024. Besonders bitter: Erst wenige Wochen vor der WM hatte Görlich nach ihrem vorherigen Kreuzbandriss ihr Weltcup-Comeback gefeiert und sich noch für die Titelkämpfe qualifiziert.
Neben Görlich werden Kim Amy Duschek, Alvine Holz, Juliane Seyfarth und Emely Torazza am Wochenende in Rumänien an den Start gehen. Auf der Normalschanze stehen am Samstag und Sonntag jeweils Einzel-Wettbewerbe auf dem Programm (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos).
Für Görlich ist Rasnov dabei mehr als nur die nächste Station des Sommer-Grand-Prix. „Ich freue mich, dass ich nach eineinhalb Jahren wieder im Wettkampfgeschehen dabei sein darf. Ich bin sehr gespannt, wie das sein wird“, sagt die DSV-Springerin im Vorfeld.
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Im Sommer ist sie auf der Schanze in Rasnov bislang noch nie gesprungen. Sorgen bereite ihr das allerdings nicht: „Ich denke aber, dass ich gut vorbereitet bin. Ich lasse jetzt alles auf mich wirken und zukommen, will Spaß beim Springen haben, und dann sehen wir, was dabei rauskommt.“
DSV trainiert bereits für die Vierschanzentournee
Vor der Weiterreise nach Rumänien absolvierte das deutsche Team zwei Sprungtage am Bergisel in Innsbruck. Dabei ging es nicht ausschließlich um die Vorbereitung auf Rasnov: „Zuletzt haben wir in Innsbruck trainiert und uns dort auf dem Weg nach Rasnov auch schon auf die Vierschanzentournee eingeschossen“, erklärt Bundestrainer Heinz Kuttin. Dabei habe die Mannschaft unter anderem den Rhythmus, den Radius und die Windverhältnisse kennengelernt.
In Rasnov soll es nun darum gehen, die Leistungen aus dem Training auch unter Wettkampfbedingungen abzurufen. „Ziel in Rasnov ist eine gute Performance, die Trainingsleistungen in den Wettkampf zu bringen“, sagt Kuttin.
Der Bundestrainer rechnet erneut mit starker Konkurrenz. Das Starterfeld im Skispringen der Frauen sei derzeit zwar etwas in Bewegung, die bisherigen Grand-Prix-Wettbewerbe seien jedoch „sehr stark besetzt“ gewesen. „Wir wollen dort ein gutes Bild abgeben“, so Kuttin.
Seyfarth reist mit guten Erinnerungen an
Auch Juliane Seyfarth blickt dem Wochenende optimistisch entgegen. Die 36-Jährige verbindet mit Rasnov gute Erfahrungen. „Ich hatte in Rasnov immer sehr gute Ergebnisse, ich mag die Schanze auch sehr“, sagt Seyfarth. Bei ihrem letzten Sommer-Auftritt dort landete sie auf den Plätzen sechs und sieben.
Auch mit ihrer bisherigen Vorbereitung zeigt sie sich zufrieden. „Dieser Trainingssommer bisher war ganz gut, ich konnte viel testen und habe mich in der Flugtechnik weiter entwickelt. Ich bin bereit für das Wochenende.“
Deutsche Männer verzichten auf Rasnov
Nicht mit nach Rasnov reist Agnes Reisch. Sie startet stattdessen beim Intercontinental Cup in Stams. Dort sind auch Anne Häckel, Emily Teubner, Megi Lou Schmidt, Lia Böhme, Julina Kreibich und Anna-Fay Scharfenberg dabei.
Die DSV-Männer lassen den Grand Prix in Rasnov derweil komplett aus. Bundestrainer Andreas Mitter begründet die Entscheidung mit der derzeit intensiven Trainingsbelastung und der langfristig geplanten Trainingssteuerung.

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