Weltverband in Not

Finanzielle Krise bei der FIS: Das steckt dahinter

Die finanzielle Lage der FIS ist deutlich angespannter als bislang bekannt: Beim Herbstmeeting wurde den nationalen Verbänden konkrete Zahlen präsentiert – der Weltverband sieht sich zum Handeln gezwungen.

Die Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) ist laut der in Genf vorgestellten Analyse zwar weiterhin zahlungsfähig und schuldenfrei. Gleichzeitig sei die finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahre nicht nachhaltig. Das Eigenkapital sank zwischen 2021 und 2025 um 47 Prozent von 81 auf 43 Millionen Schweizer Franken. Die neue Führung präsentierte den nationalen Verbänden einen umfassenden Finanzbericht und kündigte sowohl deutliche Einsparungen als auch zusätzliche Einnahmen an.

FIS-Präsident Alexander Ospelt machte deutlich, dass der Verband nun schnell gegensteuern müsse. „Die FIS befindet sich an einem kritischen Punkt, der sofortiges und entschlossenes Handeln erfordert“, erklärte Ospelt. Ziel sei es, die finanzielle Disziplin wiederherzustellen, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern und die langfristige Zukunft des Verbands zu schützen.

Das FIS-Council verabschiedete die notwendigen strukturellen und finanziellen Maßnahmen. Gleichzeitig bleibt die FIS laut eigener Darstellung solvent und schuldenfrei.

Defizit von rund 20 Millionen jährlich

Wie ‚BR24‘ berichtet, weist die FIS derzeit ein strukturelles Defizit von rund 20 Millionen Euro pro Jahr auf. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Reserven spätestens in der Saison 2028/29 aufgebraucht sein.

DSV-Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach zeigte sich alarmiert: „Die Zahlen, die da präsentiert wurden, waren schon erschreckend.“ Zugleich forderte er Konsequenzen: „Da muss jetzt wirklich jeder Stein umgedreht werden. Da muss man gemeinsam schauen, wo es Sinn macht zu sparen.“

Die finanziellen Probleme haben mehrere Ursachen. Nach Angaben von ‚BR24‘ stiegen zwar die Sponsoring-Einnahmen zwischen 2021 und 2025, gleichzeitig wuchsen Kosten und finanzielle Verpflichtungen jedoch stärker. Auch die Zentralisierung der Medienrechte sowie gestiegene Produktionskosten belasten den Verband. Die Zahlungen an die nationalen Verbände stiegen demnach von 12,8 auf 21,6 Millionen Schweizer Franken jährlich.

Mehr Wettkämpfe für mehr Geld?

Interims-Generalsekretär Urs Lehmann bezeichnete die Situation gegenüber der Nachrichtenagentur ‚AP‘ als ernst, aber nicht aussichtslos. „Wir befinden uns in einer ernsten, aber nicht aussichtslosen Lage“, sagte Lehmann.

Lehmann sieht neben Einsparungen auch die Möglichkeit, über zusätzliche Wettbewerbe neue Einnahmen zu generieren. Gleichzeitig erschweren langfristige Verträge schnelle Veränderungen. „Bei den Medienrechten sind die Verträge im Grunde bis 2030 abgeschlossen“, erklärte er. Einen höheren wirtschaftlichen Wert könne die FIS deshalb erst in einigen Jahren realisieren.

Die neue Führung will den Verband damit schrittweise wieder auf eine finanziell nachhaltige Grundlage stellen. Ospelt betonte, dass die notwendigen Maßnahmen gemeinsam mit den nationalen Verbänden und weiteren Partnern umgesetzt werden sollen.

Auch interessant: Nach mehreren Jahren mit ‚Viessmann‘ bekommt der Skisprung-Weltcup einen neuen Titelsponsor: Der neue Partner übernimmt das Sponsoring für vier Jahre bis zur Olympia-Saison 2029/2030 – und steht nun offiziell fest.

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