Beim Sommer-Grand-Prix

Heftiger Sturz in Courchevel: Anna Odine Stroem gibt Update

Foto: Jan Simon Schäfer / SC Willingen

Nach dem Sommer-Grand-Prix in Courchevel spricht Anna Odine Stroem über ihren spektakulären Sturz und gibt ein Update. Die norwegische Skispringerin, die am Samstag noch gewonnen hat, übt auch Selbstkritik.

Anna Odine Stroem hat beim Sommer-Grand-Prix in Courchevel für einen Schreckmoment gesorgt. Die Norwegerin stürzte am Sonntag nach einem weiten Sprung im ersten Durchgang schwer, konnte die Schanze anschließend aber aus eigener Kraft verlassen. Wie die Doppel-Olympiasiegerin anschließend erklärte, löste sich bei der Landung das rechte Bindungssystem. Die Folgen blieben glücklicherweise überschaubar.

Stroem war am Wochenende zunächst die überragende Athletin in Courchevel. Bei ihrem ersten Auftritt im diesjährigen Sommer-Grand-Prix sicherte sich die Norwegerin am Samstag souverän den Sieg. Mit 129 und 128,5 Metern setzte sie sich mit deutlichem Vorsprung vor Yuki Ito und ihrer Teamkollegin Ingvild Synnoeve Midtskogen durch.

Am Sonntag wollte Stroem an diese Leistung anknüpfen. In der ersten Serie ging ihr Sprung erneut weit: Bei rund 130 Metern geriet die Olympiasiegerin bei der Landung jedoch in Schwierigkeiten und stürzte. Besonders beunruhigend war zunächst, dass sie nach dem Sturz einige Zeit auf dem Auslauf liegen blieb.

Bindung löst sich bei der Landung

Im Gespräch mit ’skijumping.pl‘ schilderte Anns Odine Stroem anschließend, was zu dem Sturz geführt hatte. Demnach löste sich die rechte Bindung während des Telemarks. Dadurch verlor die Norwegerin die notwendige Unterstützung und konnte den Sprung nicht mehr sicher zu Ende bringen.

„Das Bindungssystem hat sich beim Telemark gelöst. Ich habe dadurch hinten den Halt verloren und bin einfach gestürzt“, erklärte Stroem. Dass sie nach dem Sturz zunächst liegen blieb, hatte laut der 28-Jährigen einen einfachen Grund. Sie wollte abwarten, bis der erste Adrenalinschub nachließ, und überprüfen, ob möglicherweise eine Verletzung an den Knien, am Rücken oder am Kopf vorlag.

Erst als sie sicher war, dass es keine schwerwiegenden Probleme gab, stand sie wieder auf. Letztlich blieb lediglich eine offene Wunde am Ellbogen. Diese musste vom medizinischen Team vor Ort mit mehreren Stichen versorgt werden.

„Wenn eine Verletzung am Arm die schlimmste Konsequenz eines Sturzes bei einem Sommerwettkampf ist, kann ich damit leben“, sagte Stroem.

Kein unnötiges Risiko

Auf einen zweiten Durchgang verzichtete die Norwegerin anschließend. Die Entscheidung fiel gemeinsam mit dem Trainerteam. Zum einen war nicht ausreichend Zeit vorhanden, um Bindung, Schuhe und den übrigen Sprunganzug beziehungsweise das Material nach dem Zwischenfall gründlich zu überprüfen. Zum anderen wollte man nach dem heftigen Sturz kein unnötiges Risiko eingehen.

„Es war einfach kein Grund, etwas zu riskieren. Es ist nur ein Wettkampf und vor uns liegen noch viele weitere“, erklärte Stroem.

Gleichzeitig räumte die Doppel-Olympiasiegerin ein, dass sie möglicherweise mit etwas zu hoher Geschwindigkeit in den Sprung gegangen war. Sie habe dem Trainerteam zuvor signalisiert, dass sie weit springen wolle. Genau darin sieht sie aber auch eine Lehre für die Zukunft.

„Im Sommer sollten wir wahrscheinlich nicht ganz so viel riskieren, denn das Hauptziel ist der Winter“, so Anna Odine Stroem zu ’skijumping.pl‘. Eine Verletzung in der Vorbereitung könne schließlich die gesamte Wintersaison gefährden.

Kurumi Ichinohe sorgt für starken Moment

Für einen besonders schönen Moment sorgte unterdessen die Japanerin Kurumi Ichinohe. Sie gehörte zu den ersten Athletinnen, die nach dem Sturz zu Stroem eilten und ihr beim Verlassen des Auslaufs halfen.

Stroem zeigte sich davon anschließend sichtlich angetan. „Kurumi ist unglaublich. Sie ist sofort zu mir gerannt und hat gefragt, wie ich mich fühle und ob alles in Ordnung ist“, berichtete die Norwegerin.

Trotz des heftigen Sturzes konnte Stroem Courchevel damit zumindest mit einer gewissen Erleichterung verlassen. Eine schwerere Verletzung blieb ihr erspart. Die Doppel-Olympiasiegerin will sich nun zunächst erholen, das Material überprüfen lassen und anschließend wieder ins Training einsteigen.

Nach ihrem überragenden Sieg am Samstag und dem Schreckmoment am Sonntag bleibt damit vor allem eine Erkenntnis: Für Stroem ging in Courchevel glücklicherweise nicht mehr als ein paar Stiche am Ellbogen verloren.

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