Die FIS verkündet nach den Untersuchungen im WM-Manipulationsskandal um die norwegischen Skispringer ein hartes Urteil gegen die Hintermänner: Das erwartet Ex-Coach Brevig und seine Assistenten.
Das langwierige Verfahren rund um die Manipulationsvorwürfe gegen das norwegische Skisprung-Team bei der Nordischen Ski-WM 2025 in Trondheim ist abgeschlossen. Nach den inzwischen abgesessenen Suspendierungen von Marius Lindvik und Johann Andre Forfang stehen nun auch die Konsequenzen für die Hintermänner fest.
Wie die FIS-Ethik-Kommission (FEC) am Donnerstag mitteilte, wurden Cheftrainer Magnus Brevig, Co-Trainer Thomas Lobben und Servicemann Adrian Livelten mit empfindlichen Sperren belegt. Das Trio wurde für schuldig befunden, eine tragende Rolle bei der Manipulation der Sprunganzüge von Johann Andre Forfang und Marius Lindvik während des Einzel-Wettbewerbs von der Großschanze gespielt zu haben.
Schlusspunkt der Untersuchungen nach WM-Skandal
Die Entscheidung markiert den Schlusspunkt einer Untersuchung, die bereits kurz nach den Titelkämpfen in Trondheim durch das unabhängige Ethik- und Compliance-Büro (IECO) eingeleitet worden war.
Während für die beteiligten Athleten Forfang und Lindvik bereits im August 2025 eine Einigung erzielt wurde, mussten sich die Verantwortlichen im Hintergrund nun einem förmlichen Urteil stellen.
» Weltcup-Kalender 2025/2026 (Männer): Alle Termine im Überblick
Die FIS begründete die Härte der Strafe mit der Schwere des Vergehens und der Verantwortung des Betreuerstabs für die Einhaltung des sportlichen Reglements.
18-monatige Sperre und Bußgeld
Das Urteil sieht für alle drei beteiligten Funktionäre eine Sperre von mindestens 18 Monaten vor. „Eine Mindestdauer der Unwählbarkeit von 18 Monaten, beginnend mit dem Datum der Entscheidung (8. Januar 2026), abzüglich der bereits seit dem 12. März 2025 verbüßten vorläufigen Suspendierung“, heißt es in der offiziellen Mitteilung der Kommission. Da die Betroffenen bereits seit fast einem Jahr suspendiert sind, wird die restliche Sperre bis in den Herbst 2026 andauern.
Zusätzlich zu den sportlichen Konsequenzen wurden die Verurteilten auch zur Kasse gebeten. Jeder der drei Männer muss einen Beitrag zu den Verfahrenskosten leisten, die auch die umfangreichen Ermittlungen des IECO umfassen. Die Kommission legte diesen Betrag auf jeweils 5.000 Schweizer Franken (etwa. 5.400 Euro) fest.
„Werden zu Sündenböcken für ein größeres Problem gemacht““
Brevig, Lobben und Livelten haben sich inzwischen zum Urteil geäußert: „Wir haben stets anerkannt, dass das Geschehene falsch war, und verstehen, dass darauf reagiert wird“, heißt es in einer Stellungnahme des Trios gegenüber der norwegischen Tageszeitung ‚VG‘.
Weiter erklärten sie: „Gleichzeitig empfinden wir die Reaktion im Vergleich zur bisherigen Praxis in ähnlichen Fällen als unverhältnismäßig streng und können nicht nachvollziehen, warum wir anders behandelt werden als andere in vergleichbaren Situationen. Wir sind daher der Ansicht, dass die Entscheidung unangemessen streng ist und dass wir in der Praxis zu Sündenböcken für ein größeres systemisches Problem gemacht werden.“
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Sorry ich finde die Strafen viel zu lasch !!
Das ist ein Witz und noch viel schlimmer bei den Springern ! Tun so Unschuldig … das ich nicht lache ! 3-4 Jahre Sperre für alle + 30000,- !!! Es muss weh tun und einfach richtig hart bestraft werden damit sowas nie wieder vorkommt !
WM Titel alle bitte aberkennen !!
Genau meine Meinung. Besonders deshalb weil auch die Bindungen der Skier, die Forfang und Lindvik beim Wettbewerb auf der Normalschanze benutzt haben, manipuliert gewesen sein sollen. Hab ich gerade bei „spportschau.de“ gelesen. Würde mich nicht wundern, da ja auch der Sprungski von Jarl Magnus Riiber an den Bindungen manipuliert war und er erwischt wurde.UNVERSCHÄMT
sollen; du kanst es nicht nachweisen, und nur das zählt. Ja, wer weiß was in den Jahren alles getrickst wurde: es ist nur nicht aufgefallen. Letztlich greifen Kontrollmechanismen spät aber nicht zu spät.
Ansichtssache – man wird mit der Verhältnismäßigkeit der Mittel kommen, mit „2.chance“ usw.usw. Versagt hat nämlich auch der Verband über Jahre, indem er mit der Materie recht locker umgegangen ist. Dass wollen sie villei damit etwas kaschieren, damit der Verruf wegen Duldungen nicht zu laut wird. Es musste was ges chenen, es geschah, nun ist wieder Ruhe gewünscht. Dass die getroffenen Hunde bellen, ist allerdings unmoralisch, besser „einfach mal die Fr. halten“. Material wurde kontrolliert und Gratzer war bestimmt keiner, der viel durchgehehn ließ. Aber er schaute eben auch nur auf das, worauf er schauen sollte.
„Wir sind daher der Ansicht, dass die Entscheidung unangemessen streng ist und dass wir in der Praxis zu Sündenböcken für ein größeres systemisches Problem gemacht werden.“ -> wenn man Betrügt, ist man offenbar teil des Problems und des Systems, kann sich also definitiv nicht damit rausreden, dass das System problembehaftet ist. Ich begehe ja auch keine Straftaten, nur weil andere ja auch Straftaten begehen. Sein eigenes falsches Vorgehen mit dem falschen Vorgehen von Anderen zu rechtfertigen, zeugt nicht gerade von Einsicht.
V.a. geht bekanntlich der Krug solange zu Brunnen, bis er bricht. Heißt: Mag man (dass ist hypothetisch) ggf. mal über irgendetwas hinweggesehen haben, ist es wie mit allem, was dem Satz „Anhäufung von Quantität (hier auch Zeit/Dauer) führt zu neuer Qualität“ folgt: Einmal ist eben Schluss (mit lustig)! Sich herauszureden, bei anderen sei es doch auch lockerer gewesen, ist einfach nur billig und primitiv.
Das hätte ich mir auch für Lindvik und Forfang gewünscht!
ich nicht. die norweger haben total recht. alle nationen haben viel schon beschissen. nichts von dem ist so behandelt worden
also finden Sie es in Ordnung, wenn man vorsätzlich betrügt, um sich einen Vorteil zu verschaffen?
Zahlst Du auch den Strafzettel wegen zu schnellem Fahrens nicht, nur weil andere Fahrer nicht erwischt worden sind, obwohl sie auch zu schnell waren?
Meine Lehrerin sagte mal: „Irgendwo muss eine Grenze sein, und die ist jetzt erreicht“. Heißt: Was bisher ggf. toleriert wurde, dann war es eben so. Und (ab) jetzt ist Schluss, Punkt. Wie heißt das schöne Lied? „Einmal muss es vorbei sein“.
wer von den „anderen“ ist erwischt worden?