Die FIS verändert zur kommenden Saison die Regeln für die Startquoten im Skisprung-Weltcup: Dabei müssen einige kleinere Verbände mit weniger Startplätzen planen – denn die Anzahl der Startplätze wird an einigen Wochenenden begrenzt.
Die Startplätze im Skisprung-Weltcup werden ab der Saison 2026/2027 teilweise nach neuen Regeln verteilt. Das hat die Skisprungkommission des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) bei ihrer Herbstsitzung in Genf beschlossen: Entscheidend ist künftig stärker, um welche Art von Weltcup-Wochenende es sich handelt: Für separate Wettbewerbe, gemeinsame Wochenenden von Frauen und Männern sowie die Vierschanzentournee gelten unterschiedliche Regelungen.
Weniger Plätze für einige Nationen
Für die Männer bleibt bei den normalen, separat ausgetragenen Weltcup-Wochenenden zunächst alles beim bisherigen System. Eine Nation mit fünf Athleten in den Top-45 der FIS-Allocation-List erhält dort fünf Startplätze, bei vier Athleten sind es vier Plätze. Auch Nationen mit drei oder zwei Athleten in den Top 45 kommen weiterhin auf vier Startplätze.
Verändert wird die Regel vor allem für Nationen, die nur einen oder keinen Springer in den Top-45 haben. Bei einem Athleten in diesem Bereich stehen bei einem separaten Weltcup weiterhin drei Startplätze zur Verfügung, bei keinem Athleten zwei.
Bei den sogenannten kombinierten Wochenenden, an denen Frauen und Männer gemeinsam an einem Veranstaltungsort antreten, wird diese Quote dagegen reduziert. Nationen mit nur einem Springer in den Top-45 erhalten dort künftig zwei Plätze, Nationen ohne Athleten in den Top 45 nur noch einen.
Damit betrifft die Änderung vor allem kleinere Skisprung-Nationen. Für Verbände mit mindestens zwei Athleten in den Top-45 bleibt die reguläre Quote bei diesen Wochenenden unverändert.
Auch bei der Vierschanzentournee wird gekürzt
Anders fällt die Regelung bei der Vierschanzentournee aus. Dort werden die Startquoten für mehrere Gruppen reduziert: Nationen mit drei Athleten in den Top-45 erhalten künftig drei statt vier Startplätze, bei zwei Athleten sind es ebenfalls drei statt vier Plätze. Verfügt ein Verband über einen Springer in den Top-45, stehen ihm zwei Plätze zur Verfügung. Ohne einen Athleten in den Top-45 bleibt nur noch ein Startplatz.
Zusätzliche Plätze bleiben möglich
Ganz auf die reguläre Quote beschränkt sind die Nationen allerdings weiterhin nicht: Zusätzliche Startplätze können über die letzten Continentalcup-Periode sowie über die Junioren-WM gewonnen werden.
Insgesamt kann eine Nation dadurch auf maximal sieben Springer kommen: fünf Plätze über die Allocation-List sowie jeweils ein zusätzlicher Startplatz über die letzten Continentalcup-Periode und die Junioren-WM.
Darüber hinaus bleibt aber auch die nationale Gruppe des Gastgebers bestehen: Eine Nation darf diese in der Saison zweimal einsetzen und dabei jeweils bis zu vier zusätzliche Springer nominieren.
Erstmals eigenes Quotensystem für Frauen
Bei den Frauen gibt es eine grundlegendere Neuerung, denn für sie wird 2026/2027 erstmals ein eigenes System zur Berechnung der Weltcup-Quoten angewendet.
Für die Berechnung wird je nach Format auf unterschiedliche Bereiche der FIS-Allocation-List zurückgegriffen: die Top-45 bei separaten Weltcups, die Top-35 bei gemeinsamen Wochenenden und die Top-40 bei der Vierschanzentournee.
Die konkrete Startquote richtet sich anschließend nach der Anzahl der Athletinnen einer Nation in der jeweiligen Gruppe. Dabei gelten für die Frauen teilweise andere Quoten als bei den Männern.
Eine Ausnahme bilden die Skiflug-Wettbewerbe in Vikersund und Planica. Sie fallen nicht unter das neue Quotensystem, sondern haben eigene Teilnehmerlimits: In der kommenden Saison sind 30 Springerinnen in Vikersund und mindestens 20 in Planica vorgesehen.

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