Der erste Einzel-Weltcup des Olympia-Winters wird ohne zwei prominente Namen stattfinden: Andreas Wellinger und Vorjahressieger Pius Paschke scheitern schon an der Qualifikation in Lillehammer.
Damit hatte niemand gerechnet: Das erste Einzelspringen der Saison 2025/2026 findet ohne zwei der großen Hoffnungsträger der deutschen Mannschaft statt: Pius Paschke, im vergangenen Jahr noch zum zweiten Weltcupsieg seiner Karriere gesprungen, scheiterte ebenso wie Andreas Wellinger schon an im Vorfeld ausgetragenen Qualifikation.
Vor allem für Wellinger war ein kurzer und schmerzhafter Auftritt auf der Olympiaschanze in Lillehammer: Schon nach 110 Metern setzte Wellinger vor dem ersten Einzel-Wettbewerb der Saison zur Landung an – diese Weite reichte im starken Feld bei weitem nicht aus, um sich unter den besten 50 zu platzieren. Am Ende stand ein enttäuschender 56. Platz zu Buche – das vorzeitige Aus.
Wellinger: „Skispringen verzeiht im Moment keine Fehler“
„Das ist frustrierend. Auf Deutsch gesagt, ist es für den Arsch, was ich hier gestern und heute fabriziere. Ich weiß, dass Lillehammer nicht meine Lieblingsschanze ist und ich mich hier schwer tue“, erklärte der sichtlich enttäuschte Wellinger in der ‚ARD‘: „Das Skispringen verzeiht im Moment keinerlei Fehler, aber ich mache zu viele davon.“
So überraschend das Ausscheiden auf dem Papier wirkt, so sehr hatte es sich in den letzten 24 Stunden bereits angedeutet: Schon im offiziellen Training am Freitag fand der Bayer kein Rezept für den Lysgardsbakken. In den beiden Trainingsdurchgängen kam Wellinger nur auf 97 und 103 Meter und belegte damit die Plätze 59 bzw. 61. Zum letzten Mal bereits in der Qualifikation ausgeschieden ist Wellinger im März 2023 ebenfalls in Lillehammer.
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Denkbar knapp wurde es am Ende für Pius Paschke, der mit 112,5 Metern nicht über den 51. Platz hinausgekommen ist. „Das war scheiße. Es war ein schlechter Sprung und schlechter Wind – irgendwie ist alles zusammen gekommen“, sagte Paschke im Anschluss: „Die Quali ist eigentlich Pflichtprogramm, aber heute ist es sich nicht ausgegangen.“
Österreichische Doppelspitze und ein deutscher Lichtblick
Während die deutschen Top-Stars strauchelten, demonstrierte die österreichische Mannschaft eindrucksvoll ihre Stärke. Den Sieg in der Qualifikation sicherte sich jedoch nicht Stefan Kraft, sondern das junge Talent Stephan Embacher mit starken 131 Metern. Kraft folgte mit 130,5 Metern knapp dahinter auf Rang zwei. Auch der polnische Altmeister Kamil Stoch meldete sich eindrucksvoll zurück und belegte mit 128 Metern den vierten Platz.
Aus deutscher Sicht glich der Durchgang einer wilden Achterbahnfahrt mit einem unerwarteten Höhepunkt: Felix Hoffmann rettete die Ehre des DSV und sorgte für die große Überraschung des Tages. Mit 133,5 Metern zeigte er nicht nur den weitesten Sprung der gesamten Konkurrenz, sondern landete auch punktemäßig auf einem hervorragenden dritten Platz.
Auch Philipp Raimund bestätigte seine Sommerform und qualifizierte sich als Siebter souverän. Karl Geiger zitterte sich mit 117 Metern als 41. nur mit Mühe in den Wettkampf, der um 16 Uhr (live bei skispringen.com) beginnt.

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