DSV-Skispringer vor 14. Weltcup-Saison

Karriereende in Sicht? Karl Geiger spricht vor Saisonstart über seine Zukunft

Foto: imago / NurPhoto

Vor dem Auftakt in seine 14. Weltcup-Saison spricht Karl Geiger über seine Zukunft – und äußert sich über ein mögliches Karriereende nach dem Olympia-Winter.

Für Karl Geiger beginnt eine Saison, die für viele Skispringer ein natürlicher Wendepunkt ist: ein neuer Olympia-Zyklus steht an, häufig der Moment, an dem Athleten über einen möglichen Abschied entscheiden. Beim 32-Jährigen klingt genau dieser Zwiespalt an – zwischen sportlicher Leidenschaft und der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt.

„Ich habe eigentlich schon noch Bock auf den Sport“, sagte Geiger im Vorfeld des Saisonstarts im norwegischen Lillehammer (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos).

„Kann sein, dass ich in ein paar Jahren noch da stehe“

Konkrete Pläne für ein Karriereende schiebt er deshalb vorerst weg – gleichzeitig bleibt er offen für Entwicklungen, die eine Olympia-Saison oft mit sich bringt: „Es kann sein, dass ich dann nachher im Winter sage: ‚Das lasse ich jetzt sein.‘ Kann auch sein, dass ich in ein paar Jahren noch da stehe und genauso sage: ‚So, also noch habe ich Bock.'“

Körperlich fühle sich der zweifache Vater trotz eines durchwachsenen Sommer-Grand-Prix gut vorbereitet. Der oft kolportierte Verschleiß nach vielen Jahren im Weltcup sei für ihn kein Thema: „Der Körper ist das Kapital. Da muss man drum schauen, aber das habe ich vor zehn Jahren schon genauso gemacht.“

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Beschwerden spüre er vor dem Auftakt seiner immerhin 14. Weltcup-Saison nicht: „Eigentlich fühle ich mich ziemlich gut.“

Geiger über Horngacher: „Hatte viele gute Jahre mit ihm“

Im Hintergrund könnte auch der bevorstehende Abschied von Bundestrainer Stefan Horngacher eine Rolle spielen. Die Nachricht kam für den 32-Jährigen nicht völlig überraschend: „Wir wussten es. Es ist sehr schade. Er ist ein hervorragender Trainer und ich hatte viele gute Jahre mit ihm.“

Gleichzeitig zeigt Geiger Verständnis für die Entscheidung: „Wenn man über so viele Jahre Bundestrainer ist, da muss man mit 110% dahinter sein. Man kann es verstehen, dass er jetzt sagt, er möchte sich anders orientieren.“

Ob und wie ein neuer Trainer seine persönliche Perspektive verändert, lässt Geiger offen. Seine Anforderungen sind klar formuliert: Der Nachfolger müsse „eine Idee, eine Vision mitbringen“, ein „gutes analytisches Auge“ besitzen und „den Laden im Griff haben“.

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Über Marco Ries 970 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

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