Nika Prevc wird ihrer Favoritenrolle beim Weltcup-Finale in Planica gerecht und gewinnt das Abschlussfliegen. Die erste Skiflug-Weltcupsiegerin wird beim Abschied von Katharina Schmid jedoch eine andere Athletin.
Es ist der krönende Abschluss einer Rekordsaison der Nika Prevc. Keine 24 Stunden nach ihrem Weltrekordflug gewann die nun dreimalige Gesamtweltcupsiegerin auch das Abschlussfliegen in Planica. Mit 228,5 und 221 Metern und 405,3 Punkten war die Slowenin beim ersten Frauen-Skifliegen auf der legendären Letalnica nicht zu bezwingen. Zweite wurde Eirin Maria Kvandal mit 207,5 und 223,5 Metern und 388,1 Punkten. Rang drei belegte Nozomi Maruyama mit 211,5 und 211 Metern und 361,7 Punkten.
FĂĽr Prevc war dies der 18. Saisonsieg, der ihr schlussendlich 2676 Punkte bescherte – beides absolute Rekordwerte in der Geschichte des Skisprung-Weltcups. Während sie also die groĂźe Kristallkugel erhielt, ging die kleine fĂĽr den Skiflug-Weltcup, die erstmals fĂĽr die Frauen vergeben wurde, an Kvandal. Die Norwegerin hatte in den beiden Wettkämpfen und Vikersund und dem Abschlussfliegen in Planica 40 Punkte mehr geholt als die Slowenin.
Abschiedsworte von Katharina Schmid: „Wir können alles!“
Den ersten Gänsehautmoment des Tages gab es bereits zu Beginn des zweiten Durchgangs, als Katharina Schmid feierlich verabschiedet wurde. Abgewunken wurde sie von ihrem kleinen Bruder Felix, „was ich vorher nicht gewusst habe.“ Nebst Plakaten, Sonderanfertigungen von Sprungski und Motto-T-Shirts wurde die Oberstdorferin auch mit einer Champagnerdusche im Auslauf empfangen. Ihr 13. Platz geriet dabei zur Nebensache, vielmehr genoss die 29-Jährige die Momente mit langjährigen Weggefährtinnen und empfing jede der nach ihr fliegenden Athletinnen.
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„Ich habe mich riesig gefreut, dass ich zum Ende meiner Karriere die Chance gekriegt habe, hier Ski zu fliegen. Das ist etwas ganz Besonderes und etwas ganz Wichtiges fĂĽr den Sport, dass alle sehen, dass auch wir Frauen hier in Planica fliegen können. Jetzt darf uns nichts mehr im Wege stehen, wir können alles! Es macht mich stolz, ein kleiner Teil davon zu sein“, bekundete Schmid nach dem Wettkampf. Ebenso, „dass ich so eine tolle Familie und Freunde habe, die immer fĂĽr mich da waren und mich begleitet und mitgefiebert und -gelitten haben.“
Japanerinnen holen Nationencup
Mannschaftlich überzeugten einmal mehr die Norwegerinnen. Anna Odine Stroem (206 und 212 m) und Heidi Dyhre Traaserud (202 und 201,5 m) waren neben den Athletinnen auf dem Podium die einzigen Athletinnen, die bei anspruchsvolleren Verhältnissen als noch am Vortag über 200 Meter flogen und landeten folgerichtig auf den Positionen vier und fünf.
Der Nationencup ging schlussendlich jedoch an die Japanerinnen, die ebenfalls im Anschluss an den Wettkampf geehrt wurden. Yuki Ito und Sara Takanashi landeten in der Tageswertung auf den Positionen sechs und elf. Die Kanadierin Abigail Strate landete auf Position sieben vor der besten Deutschen Agnes Reisch.
Ă–SV-Cheftrainer Thomas Diethart: „Das ist das Sprungbrett fĂĽr die anderen Schanzen“
Als einzige Ă–sterreicherin war Julia MĂĽhlbacher am Start, die Position zwölf belegte. „Es ist nicht einfach, mit Startnummer eins reinzugehen und die erste Frau ĂĽberhaupt zu sein, die hier runterspringt. Das hat sie aber sehr gut gemeistert, ich bin sehr zufrieden mit ihr“, bekundete Ă–SV-Cheftrainer Thomas Diethart gegenĂĽber skispringen.com. Der Vierschanzentourneesieger von 2013/2014 freute sich ebenso ĂĽber die gelungene Planica-Premiere der Frauen: „Es ist die beeindruckendste und furchteinflößendste Schanze, die es ĂĽberhaupt nur gibt. Dass das jetzt so gut abgelaufen ist, ist sicher ein Sprungbrett fĂĽr die anderen.“
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Prevc‘ Teamkollegin Nika Vodan und Selina Freitag komplettierten die Top Ten. „Im ersten Durchgang habe ich etwas Pech mit den Bedingungen gehabt. Im zweiten hatte ich es dann besser, aber der Sprung ist leider nicht so locker gelaufen. Ich wusste immer noch nicht so recht, wie ich die Schanze anspringen soll oder was fehlt, damit ich noch weiter wegfliege. Und dadurch war es etwas zu verkrampft, aber ich lerne das durchs Tun“, sagte Freitag im Gespräch mit skispringen.com.

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