Das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen bekommt ein völlig neues Gesicht. Erstmals fliegen die Adler unter Flutlicht ins Tal, während auch die Frauen ihre historische Tournee-Premiere feiern.
Die Große Olympiaschanze in Partenkirchen bereitet sich auf eine Zeitenwende vor: Nach der Kalenderkonferenz des Skiweltverbands (FIS) in Portoroz steht fest, dass das traditionsreiche Neujahrsskispringen am 1. Januar 2027 grundlegend reformiert wird. Die markanteste Änderung betrifft den Zeitplan: Das Event wird erstmals komplett als Flutlichtveranstaltung ausgetragen.
Der erste Durchgang soll nach bisheriger Planung künftig um 15:30 Uhr gestartet werden, womit die Entscheidung erst in den frühen Abendstunden fällt. Michael Maurer, Präsident des SC Partenkirchen, blickt der Verschiebung mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis entgegen. „Der 1. Januar wird halt schon lang dann. Ob die Gäste das nach Silvester durchhalten, werden wir sehen“, gibt der Funktionär im ‚Münchner Merkur‘ zu bedenken.
2027 als erster Test für neuen Zeitplan
Dieser mutige Schritt erfolgt jedoch nicht ohne Druck von außen. Laut Maurer war es der „ausdrückliche Wunsch vom Fernsehen und den Vermarktern“, den Wettkampf in den quotenstarken späten Nachmittag zu verlegen.
Garmisch-Partenkirchen zieht damit mit den anderen drei Tournee-Orten gleich, die künftig ebenfalls alle auf Nacht- oder Abendspringen setzen. Dennoch haben sich die lokalen Organisatoren eine Absicherung ausgehandelt. „Wenn sich die neue Zeit negativ auf die TV-Präsenz oder die Zuschauer vor Ort auswirkt, können wir auf den alten Termin zurückgehen“, erklärt Maurer die mündliche Klausel, die ihm besonders wichtig gewesen sei. Seit Jahrzehnten zählt das Neujahrsspringen als eines der international meistgesehenen Skisprung-Übertragungen einer typischen Weltcup-Saison.
Auch Innsbruck baut Flutlichtanlage
Auch in Innsbruck soll zukünftig unter Flutlicht gesprungen werden, auch wenn die Flutlichtanlage dort noch gar nicht gebaut ist. Dort hatten sich der Bund, das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und der Österreichische Skiverband im Januar endgültig über die Finanzierung geeinigt und damit auch den Weg frei gemacht für die erste Vierschanzentournee der Frauen.
Die scheint spätestens mit Abschluss der Kalenderkonferenz nun auch offiziell gesichert: Jeweils an den Qualifikationstagen der Männer sollen auch die Frauen erstmals an denselben vier Orten um den ersten Gesamtsieg zu kämpfen. „Ein echter Meilenstein in der Geschichte des Skispringens und des Wintersports insgesamt“, kommentierte FIS-Präsident Johan Eliasch die Entscheidung.

Und wo ist jetzt da die „Revolution“, wenn einfach die Uhrzeit nach hinten verschoben wird, damit der geneigte Zuschauer seinen Rausch vom Vortag ausschlafen kann?
Ach ja, die Wünsche von TV-Schaffenden und Vermarktern. Das Problem ist wohl eher nicht das Springen bei Flutlicht, sondern die abendlichen Wetterbedingungen. Aber wenn die das locker sehen, dass Wettbewerbe dann häufiger abgebrochen werden müssen und die Werbefläche daher kleiner wird, bitte sehr…
Genau das passiert jetzt, wovor ich hier schon so oft gewarnt habe und was ich befürchtet habe. Leider sieht man nun, wohin das führt: Die Tradition der Vierschanzentournee wird aufgeweicht, und auch das Neujahrsspringen, das man seit Jahren gemütlich nach 13 Uhr beim Mittagessen verfolgt hat, verliert seinen gewohnten Charakter. Und das alles nur, weil das Frauenskispringen mit aller Macht in den Vordergrund gedrängt wird.
Ich hätte grundsätzlich nichts gegen Frauenskispringen. Aber seitdem es auf Kosten des traditionellen Männerskispringens geht, bin ich zu einem entschiedenen Kritiker dieser Entwicklung geworden.
Ich fordere die Verantwortlichen der FIS und die Organisatoren der Vierschanzentournee auf, zu den traditionellen Zeiten zurückzukehren. Lassen wir nicht zu, dass die langjährigen Traditionen unserer geliebten Sportart zerstört werden!
Na das freut uns doch alle sehr! Wir Fans drücken den Österreichern und Japanern die Damen! Gruß an alle euer Peter-Karrrl