Jubel im Allgäu

Entscheidung gefallen! Oberstdorf erhält Nordische Ski-WM 2031

Foto: imago / Lurisu

Happy End nach langer Hängepartie: Oberstdorf erhält von der FIS den Zuschlag für die Nordische Ski-WM 2031. Die Entscheidung war im Vorfeld während des FIS-Kongresses vertagt worden.

Was für ein nervenaufreibendes Warten: Wochenlang musste Oberstdorf nach der skurrilen Vertagung beim FIS-Kongress in Belgrad zittern. Heute hat das Weltverbands-Council endlich Nägel mit Köpfen gemacht und die Nordische Ski-WM 2031 offiziell ins Allgäu vergeben.

Das Council des Internationalen Skiverbandes (FIS) hat in seiner ersten Sitzung nach den Wahlen die endgültige Entscheidung getroffen und die Nordische Ski-WM 2031 offiziell an Oberstdorf vergeben. Bei der Abstimmung gab es ein überaus deutliches Ergebnis für den deutschen Traditionsstandort.

Das neu formierte Gremium votierte mit 16 Stimmen für die Allgäuer Bewerbung, während der slowenische Konkurrenzkandidat Planica lediglich sechs Stimmen erhielt. Für Oberstdorf wird es nach 1987, 2005 und 2021 bereits die vierte Austragung dieses sportlichen Großereignisses.

Die Erleichterung über das klare Votum ist greifbar, nachdem das Thema wochenlang von sportpolitischen Nebengeräuschen überlagert worden war. „Das Council war froh, heute offen und ehrlich diskutieren zu können, bevor eine so wichtige Entscheidung getroffen wurde. Ich möchte Oberstdorf zu einer bemerkenswerten Kandidatur an einem der Meilensteine des nordischen Skisports in der Welt gratulieren“, erklärte der neue FIS-Präsident Alexander Ospelt nach der Abstimmung sichtlich zufrieden.

Eliasch-Intervention: Entscheidung vor einigen Wochen noch vertagt

Dass diese Entscheidungen nun so harmonisch getroffen werden konnten, war vor wenigen Wochen noch undenkbar. Eigentlich hätte die große Party schon beim FIS-Kongress in der serbischen Hauptstadt Belgrad steigen sollen. Doch statt jubelnder Delegationen gab es damals am späten Mittwochabend nur ratlose Gesichter und gellende Pfiffe im Saal.

Nach einer mehr als anderthalbstündigen Verzögerung trat FIS-Sprecher Nick Fellows vor die Mikrofone und verkündete das Unfassbare: „Es ist heute keine Entscheidung, das Council konnte sich für keinen der beiden Bewerber entscheiden.“

Die Vergabe wurde überraschend vertagt, was bei der Oberstdorfer Delegation und beim Deutschen Skiverband auf extremes Unverständnis stieß. Schnell machten pikante Gerüchte über politische Machtspiele die Runde. Die ‚Allgäuer Zeitung‘ hatte damals berichtet, dass Oberstdorf in der Abstimmung eigentlich schon als klarer Sieger feststand, ehe die Vergabe durch den damaligen Verbandsboss Johan Eliasch blockiert wurde.

Mit der Behauptung, die Oberstdorfer seien nicht bereit, die Verträge zu unterschreiben, schob er die Entscheidung auf. Ein Vorfall, der mit zu seiner kurz darauf folgenden Abwahl beitrug und Platz für den neuen Präsidenten Alexander Ospelt machte.

Oberstdorf-Bewerbung früher als ursprünglich geplant

Dass Oberstdorf überhaupt schon für das Jahr 2031 im Rennen lag, war einer geschickten Planänderung zu verdanken. Ursprünglich wollte der DSV erst eine Bewerbung für 2033 anpeilen. Als jedoch die österreichische Konkurrenz aus Ramsau und Bischofshofen ihre Ambitionen für 2031 zurückzog, ergriff man im Allgäu die Chance und zog das Vorhaben kurzerhand vor.

Diese Flexibilität und das beharrliche Festhalten an der starken Bewerbung wurden nun endgültig belohnt. Nach den traurigen Geisterspielen unter Corona-Bedingungen im Jahr 2021, als die Tribünen komplett leer bleiben mussten, brennt ganz Oberstdorf darauf, der Welt zehn Jahre später endlich wieder ein emotionales Sportfest zu präsentieren.

Das große Ziel steht fest: Es soll ein Wintermärchen wie 2005 werden, mit vollen Tribünen, ausgelassener Stimmung und echten Gänsehautmomenten.

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