Bitteres Ende für Timi Zajc: Trotz Kritik am Ablauf der Materialprüfung und einem offiziellen Protest bleibt die Sperre für den Rest der Vierschanzentournee bestehen. Die Slowenen werfen der FIS mangelnde Professionalität vor.
Das Millimeter-Drama um Timi Zajc erreicht in Garmisch-Partenkirchen seinen Höhepunkt und hinterlässt ein zerstrittenes Bild zwischen dem slowenischen Team und dem Internationalen Skiverband (FIS). Nachdem Zajc bereits in Oberstdorf wegen drei Millimetern disqualifiziert worden war, bedeuteten beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen nun vier Millimeter zu wenig Beinlänge am Sprunganzug das endgültige Aus.
Die Konsequenz ist hart: Da es die zweite Disqualifikation war, kassierte der Slowene es die Rote Karte und damit eine Sperre für die anstehenden Wettkämpfe in Innsbruck (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) sowie Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos).
Materialkontrolleur Hafele: „Ich wollte die Springer überraschen“
Besonders die Art und Weise der Kontrolle sorgt für massiven Zündstoff. Statt der üblichen Messung im Auslauf positionierte sich Materialkontrolleur Mathias Hafele direkt am Start oben auf der Schanze. „Ich wollte die Springer und das Trainerpersonal überraschen“, rechtfertigte Hafele bei ’sport.pl‘ sein Vorgehen. Er betonte, dass es dafür keinen speziellen Grund gegeben habe: „Es war meine Idee, ich wollte sehen, was in einem solchen Fall passiert. Wir hatten die Möglichkeit, also habe ich mich dazu entschieden.“
Die Slowenen reagierten prompt mit einem offiziellen Protest gegen das ungewöhnliche Verfahren. Cheftrainer Robert Hrgota machte seinem Ärger über die mangelnde Kommunikation Luft: „Wir haben Protest gegen das Verfahren eingelegt, das heute bei der Messung angewandt wurde, so dass wir auf diese Weise mitgeteilt haben, dass man strikt sein muss. So wie von uns erwartet wird, dass wir wirklich professionell sind und uns an die Ordnung halten, finde ich, dass es von der anderen Seite genauso sein sollte.“
Slowenen werfen Verfahrensfehler vor
Konkret entzündete sich der Streit an der Reihenfolge der Kontrollen. Das Team argumentierte, dass Zajcs Anzug bereits geprüft wurde, bevor überhaupt die Chip-Kontrolle stattfand. Für die Slowenen ein klarer Verfahrensfehler: Ohne vorherigen Chip-Check hätte Zajc theoretisch jeden beliebigen Anzug tragen können, etwa wie in einer Trainingseinheit. Sie fordern, dass die FIS die Protokolle einhält: Erst die Chips, dann das Material. Hafele entgegnete jedoch trocken, dass Zajc ihm genau den Anzug gereicht habe, mit dem er den Sprung absolvieren wollte. Dies sei letztlich auch der Grund gewesen, warum der Protest abgewiesen wurde.
Für Mathias Hafele war der Überraschungseffekt ohnehin das Ziel der Aktion. „Natürlich waren die Springer überrascht, das habe ich erwartet. Das konnten wir ihnen nicht ankündigen, sonst hätte der ganze Schritt keinen Sinn ergeben“, erklärte der Österreicher. Er sieht darin auch eine Warnung für die Zukunft: „Vielleicht wird es in der Zukunft noch mehr solcher Kontrollen geben, die Teams müssen mit allem rechnen.“
» Vierschanzentournee 2025/2026: Die aktuelle Gesamtwertung im Überblick
Besonders brisant ist diese Maßnahme auch angesichts der Aussage Zajc‘ nach seiner ersten Disqualifikation in Oberstdorf, er müsse den Sprunganzug beim nächsten Mal mehr dehnen. Zum konkreten Fall in Garmisch-Partenkirchen ergänzte Hafele laut ’sport.pl‘ lediglich: „Ich kann nur sagen, dass ich die Hosenbeine seines Anzugs gemessen habe und sie entsprachen nicht dem Maß.“
Damit ist die Tournee für Zajc vorzeitig beendet, während die Diskussionen über die Messmethoden der FIS wohl erst richtig beginnen. Nach dem Wettkampf kam es an der Schanze zwar noch zu einer Aussprache, doch die Fronten bleiben verhärtet. „Wir haben darüber gesprochen, was passiert ist und diskutiert, aber es war ein ganz normales Gespräch. Am Ende haben wir eine Lösung gefunden, auf welche Art und Weise wir daran arbeiten können und sicherstellen, dass sich das nicht wiederholt“, so Hafele abschließend.

Kontrollen ja, aber wie ich bereits auführte: Man verlagere sie generell nach oben! Und zwar nicht als „Guckt mal, wer hier ist“ sondern (künftige) Normalität. Überzogen auch die Reaktion auf den „stretch-Satz“: Zur Meinungsfreiheit gehört auch, dass man „mal einen rauslassen“ darf! Weder wurde jmd. beleidigt/verleumdet, noch ist ein solcher Satz eine belastbare/verwertbare Ankündigung: Daherreden darf man, und auch sticheln – es ist nicht justiziabel. So haben sich wohl eigentlich alle ein Stück weit „in’s Knie geschossen“. Die meisten werden jetzt auf Zajc und Hrgota herumhacken, aber auch die F.I.S. hat sich nicht den besten Dienst erwiesen. Die Prüf-Reihenfolge chip und Bandmaß wirft durchaus Fragen auf, weil sich auch der Verband an seine Regularien halten müsse.