Fragen & Antworten

So funktioniert das neue Super-Team-Format

Am kommenden Wochenende findet erstmals in der Geschichte des Skisprung-Weltcups ein Springen im Super-Team-Wettkampf statt. skispringen.com erklärt, wie der Wettkampf läuft und wer davon profitieren soll.

Neue Formate im Skispringen sind nichts Ungewöhnliches, doch die wenigsten von ihnen konnten sich langfristig etablieren. Nun startet der Internationale Ski- und Snowboard-Verband (FIS) einen neuen Versuch: Das Super-Team soll frischen Wind in den Wettkampf-Kalender bringen, der bis auf wenige Team- und noch weniger Mixed-Team-Springen fast ausschließlich aus klassischen Einzelspringen besteht. Kurz vor der Weltcup-Premiere beantwortet skispringen.com die wichtigsten Fragen zum neuen Format.

Wie läuft ein Wettkampf im Super-Team-Format?

Analog zu den klassischen Teamspringen darf jede teilnehmende Nation ein Team nominieren. Dieses besteht beim Super-Team jedoch nicht aus vier, sondern lediglich aus zwei Startern. Um überhaupt ein Super-Team austragen zu können, bedarf es mindestens zwölf Teams. Beide Starter des Teams absolvieren zunächst je einen Sprung, deren Punkte zusammengezählt werden und das Ergebnis des ersten Durchgangs ergeben. Sollten mehr als zwölf Teams teilnehmen, scheiden die Teams, die schlechter als Rang zwölf platziert sind, aus.

Das Prozedere mit den zwölf Teams ist im zweiten Durchgang identisch: Beide Starter absolvieren wieder je einen Sprung, deren Punktzahlen zusammen adiert werden und in Addition mit den Punkten aus dem ersten Durchgang wieder ein Ergebnis ergeben. Dieses Ergebnis ist dann die Grundlage für die Ermittlung der vier Teams, die nach dem zweiten Durchgang ausscheiden, da sich lediglich die Top-8-Teams für den dritten Durchgang qualifizieren. Auch hier springt jeder Starter einmal, die Punkte werden zusammengezählt und ergeben schließlich das Endergebnis.

Zur Veranschaulichung stellt skispringen.com das Ergebnis des österreichischen Teams dar, das das erste Super-Team-Springen gewann, das am 17. September 2022 beim Sommer-Grand-Prix im rumänischen Rasnov stattfand:

DurchgangTSCHOFENIG DanielFETTNER ManuelTeam-Punkte je DurchgangTeam-Punkte nach drei Durchgängen
1. Durchgang115,6 P. 104,3 P.219,9 P.
2. Durchgang134,1 P.129,1 P.263,2 P.
3. Durchgang132,9 P.123,5 P.256,4 P.
Total739,5

Wer profitiert vom Super-Team?

Geht es nach FIS-Renndirektor Sandro Pertile, der gleichzeitig der Erfinder des Formats ist, profitiert der Skisprungsport als solcher. Das geschieht allein dadurch, dass mehr Nationen in der Lage sind, ein Zweier- als ein Vierer-Team zu stellen. Somit können auch kleinere Nationen um Punkte für den Nationencup kämpfen. Diese gibt es in diesem Format für alle Teams, die es in den zweiten Durchgang schaffen, somit also bis Platz zwölf. Die Punktevergabe wurde nach dem ersten Testlauf im zurückliegenden Sommer nochmals angepasst, dort hatten lediglich die besten acht Teams Punkte erhalten.

Die Punkte werden wie folgt vergeben:

Platz 1: 200 Punkte, Platz 2: 160 Punkte, Platz 3: 120 Punkte, Platz 4: 100 Punkte, Platz 5: 80 Punkte, Platz 6: 70 Punkte, Platz 7: 60 Punkte, Platz 8: 50 Punkte (stehen nach drei Durchgängen fest)

Platz 9: 40 Punkte, Platz 10: 30 Punkte, Platz 11: 20 Punkte, Platz 12: 10 Punkte (stehen nach zwei Durchgängen fest)

Wo finden Super-Team-Wettkämpfe statt?

„Wir haben dazu sehr viel positives Feedback von den Teams erhalten und möchten es deshalb auch im Weltcup-Kalender haben“, berichtete Sandro Pertile von der Premiere in Rasnov. Weil dort aber kaum Athleten aus der Weltspitze mitsprangen und es in Mitteleuropa und Skandinavien kaum Bewegtbilder davon zu sehen gab, wird die Weltcup-Premiere nun mit umso mehr Spannung erwartet. Zudem soll das Format dynamischer als klassische Teamspringen sein, da die Pausen insgesamt kürzer sind und durch die drei Durchgänge einen anderen Spannungsbogen aufbaut.

Diese absolvieren jedoch nicht die Herren, sondern die Damen, die ab Donnerstag auf der Normalschanze von Zao springen. Das erste Super-Team im Weltcup ist für 9 Uhr (MEZ) angesetzt, die Zahl von zwölf teilnehmenden Teams wird definitiv erreicht. Die Herren bestreiten im späteren Saisonverlauf zwei Springen in diesem Format, nämlich am 11. Februar in Lake Placid (USA), sowie am Wochenende darauf am 19. Februar im rumänischen Rasnov.

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Über Luis Holuch 385 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

3 Kommentare

  1. Die Idee ist sehr gut, der Name ist ein bisschen überkandidelt für eigentlich halbierte Teams, also Doppel…
    Bei so kleinen ‚Teams‘ bieten drei Durchgänge einen höheren Unterhaltungswert und haben auch mehr Aussagekraft. Ich freu mich aufs Zusehen!

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