Zweite Station der Damen

Sara Takanashi auch in Courchevel unantastbar

Foto: Agence Zoom / Millo Moravski

Sara Takanashi gewinnt das Einzelspringen in Courchevel und feiert damit den zweiten Sieg im zweiten Springen. Juliane Seyfarth freut sich als Dritte über ihren ersten Einzel-Podestplatz im Sommer-Grand-Prix überhaupt.

Die Sommer-Dominatorin wird ihrem Ruf gerecht: Mit Sprüngen auf 125,5 und 124 Meter sicherte sich Sara Takanashi den Sieg beim Sommer-Grand-Prix in Courchevel. Die Japanerin erzielte insgesamt 254,8 Punkte und war einmal mehr nicht zu schlagen. Sie setzte sich damit gegen Chiara Hölzl aus Österreich (121 und 127,5 m; 247,1 P.) und Juliane Seyfarth (122 und 118 m; 237,3 P.) durch, die zum ersten Mal überhaupt bei einem Einzelspringen im Sommer-Grand-Prix auf dem Podium stand.

Für die siebenfache Gesamtsiegerin des Sommer-Grand-Prix ist der 25. Sieg ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum achten Gesamtsieg im achten Austragungsjahr. Für Hölzl wiederum ist es der zweite Podestplatz nach dem zweiten Platz im August 2016, ebenfalls in Courchevel, damals allerdings auf der Normalschanze. Wie schon in Hinterzarten reichte es für Ursa Bogataj nicht ganz fürs Podium, sie wurde als Vierte diesmal jedoch beste Slowenin. Teamkollegin Nika Kriznar belegte Rang sechs, hinter Gesamtweltcupsiegerin Maren Lundby.

Reisch bestätigt Leistung von Hinterzarten

Ein erneut gutes Ergebnis konnte Agnes Reisch erzielen. Nach Rang sechs in Hinterzarten gelang der Allgäuerin mit Rang zehn ein erneutes Top-Ergebnis, sie wurde zweitbeste Deutsche. Nozomi Maruyama aus Japan, die zum Auftakt mit Rang fünf überraschte, konnte ihre gute Form ebenso bestätigen, sie wurde Siebte. Hinter ihr reihten sich Jacqueline Seifriedsberger und Josephine Pagnier ein. Die erst 17-Jährige wurde nicht nur beste Französin, sondern erzielte auch noch ihr bestes Sommer-Grand-Prix-Ergebnis. Ihre Landsfrau Oceane Avocat Gros holte als 24. erstmals Punkte in der wichtigsten Sommer-Serie.

Gleiches gelang der Rumänin Daniela Haralambie, die Elfte wurde. Durchwachsene Sprünge zeigte dagegen Katharina Althaus, die, wie schon in Hinterzarten, nicht so recht zu ihrem System fand. Für sie reichte es so lediglich zu Rang zwölf. Eine Aufholjagd startete dagegen Luisa Görlich: Die Thüringerin lag nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 24, kam nach 114 Metern im zweiten Durchgang dann aber noch auf Rang 17 – auch für sie war es das beste Ergebnis im Sommer-Grand-Prix. Die Vierte des deutschen Quartetts, Selina Freitag, wurde 22. und toppte damit ihrerseits ebenfalls ihr bis dato bestes Ergebnis von vor einem Jahr.

Ito mit echtem Kuriosum – Althaus beendet Grand-Prix vorzeitig

Lara Malsiner wurde als beste Italienerin 15., Elena Runggaldier belegte Rang 18; Manuela Malsiner, die am Donnerstag zum ersten Mal seit ihrem Kreuzbandriss im September 2018 wieder auf der Großschanze sprang, wurde 27.. Die dritte Österreicherin im Feld, Lisa Eder wurde nicht nur 19., sondern sprang im zweiten Durchgang mit 101,5 Meter zum ersten Mal in einem Wettkampf über 100 Meter. Dieser Sprung bescherte ihr auch das beste Grand-Prix-Ergebnis ihrer noch jungen Laufbahn. Auch Katra Komar aus Slowenien gelang mit Rang 21 eine neue Bestleistung.

Da nur 29 Athletinnen gemeldet hatten, war von vornherein klar, dass auch alle Punkte holen würden und damit auch ein lebenslanges Startrecht im Grand-Prix und Weltcup erhalten würden. Das zahlte sich vor allem für die Schwedin Astrid Norstedt aus, auch wenn sie als 29. am schlechtesten abschnitt. Das Ergebnis wurde umso kurioser dadurch, dass Yuki Ito im ersten Durchgang aufgrund zu langer Ski disqualifiziert wurde. Trotz dass die Japanerin dann mit 0 Punkten in den zweiten Durchgang ging, konnte sie noch auf Rang 27 vorspringen und ließ neben Norstedt auch noch Gyda Westvold Hansen aus Norwegen hinter sich.

» Event-Übersicht: Sommer-Grand-Prix der Damen

In der Sommer-Grand-Prix-Gesamtwertung führt Sara Takanashi mit der vollen Ausbeute von 200 Punkten und hat damit 75 Punkte Vorsprung vor Maren Lundby (125). Den dritten Platz teilen sich die beiden Sloweninnen Nika Kriznar und Ursa Bogataj mit je 100 Punkten. Chiara Hölzl liegt mit 98 Punkten sechs Punkte und damit einen Platz vor der besten Deutschen, Juliane Seyfarth. Auf den ersten drei Plätzen im Nationen-Cup liegen unverändert Japan, Deutschland und Slowenien.

Die dritte und letzte Station im Sommer-Grand-Prix für die Damen steht bereits am nächsten Samstag an. Dann findet (sofern benötigt) im tschechischen Frenstat pod Radhostem um 17:00 Uhr die Qualifikation für das letzte Einzel an, das am Sonntag um 10:30 Uhr steigt (alles live bei skispringen.com).

Dort wird Katharina Althaus nicht mehr mit von der Partie sein, wie sie am Tag nach dem Wettkampf bekanntgab. Auch Sara Takanashi hat angekündigt, nicht mehr anzutreten, was wiederum bedeutet, dass zumindest Maren Lundby (mit einem Sieg oder Platz zwei im letzten Springen) die Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix gewinnen kann. Damit wäre sie die erst zweite Springerin, der dies gelingt.

Über Luis Holuch 65 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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