Auftakt der Vierschanzentournee

Vor Karl Geiger: Ryoyu Kobayashi gewinnt die Qualifikation in Oberstdorf

Foto: imago / GEPA

Ryoyu Kobayashi heißt der Sieger der ersten Qualifikation bei der 70. Vierschanzentournee. Der Japaner landet am Ende knapp vor Karl Geiger, der ein deutsches Sextett in den Wettkampf führt.

Mit einem Sprung auf 129 Meter Meter sicherte sich Ryoyu Kobayashi den Sieg in der ersten Qualifikation der 70. Vierschanzentournee. Der Japaner erzielte am Dienstagnachmittag auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf insgesamt 149,3 Punkte und setzte sich damit gegen Lokalmatador Karl Geiger durch, der auf 127,5 Meter (144,9 P.) kam. Den dritten Platz teilten sich die beiden Norweger Johann Andre Forfang (132 m) und Halvor Egner Granerud (126,5 m; beide 144,5 P.).

Wechselnde Windbedingungen und Regen bei deutlichen Plusgraden haben den ersten Tag der Tournee geprägt. Das Sau-Wetter und die wegen der aktuellen Corona-Lage leeren Zuschauerränge haben verhindert, dass die das alljährliche Highlight im Skisprung-Weltcup mit der Atmosphäre in seine 70. Ausgabe gestartet ist, die sich die Organisatoren erhofft hatten.

Sechs Deutsche dabei – Wellinger scheidet aus

Neben Geiger präsentierte sich aus der deutschen Mannschaft vor allem Markus Eisenbichler stark, der mit 132 Metern hinter Killian Peier aus der Schweiz (4.) den sechsten Platz belegt hat.

Auf eine erfolgreiche Rückkehr in den Weltcup konnte auch Severin Freund zurückblicken. Der Routinier, der der deutschen Mannschaft mit starken Leistungen im Continentalcup den siebten Startplatz gesichert hat, ging als zweiter Springer vom Bakken und konnte mit 126 Metern lange Zeit den Platz in der sogenannten Leadersbox als Führender einnehmen. „Das ist schön, aber ein zweiter Heizstrahler wäre noch ganz gut gewesen“, meinte der 33-Jährige.

» Die 25 K.o.-Duelle beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf im Überblick

Daneben sind auch Pius Paschke (17.), Constantin Schmid (20.) und Stephan Leyhe (38.) am Mittwoch startberechtigt. Einzig Olympiasieger Andreas Wellinger ist mit 108 Metern und dem 51. Platz denkbar knapp an der Qualifikation gescheitert. „Es ist schwer zu sagen, woran es gelegen hat. Mir fehlt momentan ein bisschen die Leichtigkeit, ein bisschen die Energie. Und dann geht’s so schnell“, analysierte Wellinger.

Kraft bester Österreicher

Hinter Eisenbichler belegte Stefan Kraft mit 129,5 Metern als bester Österreicher den siebten Platz, gefolgt von Landsmann Jan Hörl (8.).

Äußerst enttäuschend ist der Tournee-Start für die polnische Mannschaft verlaufen: Jakub Wolny wurde als bester Springer der Polen gerade einmal 13., Vorjahressieger Kamil Stoch musste sich gar mit dem 37. zufrieden geben.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Vierschanzentournee-Auftakt in Oberstdorf

Am Mittwoch beginnt dann der Kampf um die Punkte und das Extra-Preisgeld in Höhe von 100.000 Schweizer Franken (ca. 96.000 Euro) bei der diesjährigen Vierschanzentournee: Um 15 Uhr startet dann zunächst der Probedurchgang, um 16:30 Uhr folgt der erste Wertungsdurchgang im K.o.-Modus.

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Über Marco Ries 750 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

14 Kommentare

  1. Weiter so, Severin, dann bleibst du auch im Team…Wellinger schwächelt, ich sehe die Tendenz klar zugunsten von Freund aktuell, tut mir für Wellinger aber trotzdem leid…

  2. Ich würde sagen:
    Severin is back. Sowohl im Training als auch in der Quali vorne mit dabei. Wer hätte das gedacht. Auch der Sprung von Eisei war super. Mit dem Fehler nach dem Absprung noch so weit zu fliegen ist echt super und mit besserer Landung wäre er mit Karl auf einem Niveau gewesen. Bzw sogar besser. Kobayashi ist der Mann den es zu schlagen gilt. Karl ist aber dran und evtl auch Eisei. Es wird spannend.

    • Man darf nicht vergessen, dass Freund letzte Saison auch nicht schlecht war.
      Zwar hinter seinen Erwartungen, aber insgesamt waren es immerhin 160 Punkte.

      Im Vergleich Wellinger kam in 7 Springen auf 0(…) Punkte letzte Saison.
      Zusätzlich sogar zweimal an der Qualifikation gescheitert.

      Ich hätte Freund zu Beginn der Saison schon den Vorzug gegenüber Wellinger gegeben.
      Konnte aber die Entscheidung pro Wellinger verstehen.
      Er ist jünger und man hat die Hoffnung, dass er nochmal dauerhaft die Spur findet. Und es sah auch aus, als würde Wellinger wieder liefern.

      Trotzdem bin ich froh, dass Severin wieder im A-Team ist. Finde ihn sehr sympathisch und für die Top-30 ist er immer gut. An einem starken Tag sogar für die Top-10.

      Wünsche natürlich beiden Springern Glück. Ich hoffe jedoch, dass Severin weiter im ersten Team dabei sein darf.

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