Grand-Slam-Sieger hofft auf Heimsieg

Kamil Stoch überragt in der Qualifikation in Zakopane

Kamil Stoch präsentiert sich in der Qualifikation vor dem Weltcup in Zakopane in überragender Form. In seiner polnischen Heimat setzt sich der Grand-Slam-Sieger der Vierschanzentournee deutlich gegen die beiden Deutschen Eisenbichler und Freitag durch.

Mit einem Sprung auf 137 Meter sicherte sich Kamil Stoch am Freitagabend den Sieg in der Qualifikation für das Einzelspringen in Zakopane. Der Lokalmatador aus Polen erzielte insgesamt 160,4 Punkte und setzte sich vor zehntausenden begeisterten Zuschauern gegen die beiden Deutschen Markus Eisenbichler (136,5 m; 150,3 P.) und Ricahrd Freitag (131 m; 149 P.) durch.

» Liveblog-Nachlese: So lief der Quali-Tag in Zakopane

Mit einem Vorsprung von 10,1 Punkten machte Stoch schon zum Start der großen Skisprungparty von Zakopane deutlich, dass der Sieg an diesem Wochenende nur über ihn gehen kann. Nach zwei starken Trainingssprüngen glänzte der Pole auch in der Qualifikation mit dem zweitweitesten Sprung des Tages.

Deutsche Hoffnungen ruhen auf Eisenbichler und Freitag

Die Hoffnungen der deutschen Mannschaft ruhen an diesem Wochenende auf Eisenbichler und Freitag. Erschreckend schwach präsentierte sich hingegen Andreas Wellinger: Der 22-Jährige vom SC Ruhpolding sprang seiner starken Form vom Saisonbeginn in Polen zunächst hinterher, kam nach mäßigen Trainingssprüngen auch in der Qualifikation nicht über enttäuschende 116 Meter und den 38. Platz hinaus.

Damit war Wellinger diesmal der schwächste Springer aus der sechsköpfigen Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster, die sich geschlossen für das Einzelspringen am Sonntag qualifizieren konnte: Der Willinger Stephan Leyhe belegte den 18. Platz, Karl Geiger und Constantin Schmid folgen auf den Positionen 24 bzw. 27.

Norweger Lindvik überrascht

Überraschend stark präsentierte sich Marius Lindvik. Der Norweger wurde von Cheftrainer Alexander Stöckl nach starken Leistungen im zweitklassigen Continentalcup erstmals außerhalb einer nationalen Gruppe für den Weltcup nominiert. Mit 138,5 Metern sprang der 19-Jährige Bestweite, hatte bei seinem Versuch aber zwei Luken mehr Anlauf als Qualifikationssieger Stoch. Als bester Norweger stand am Ende der fünfte Platz hinter Polens Dawid Kubacki zu Buche.

Peter Prevc bestätigte seinen Aufwärtstrend vom Skifliegen auch beim Skispringen: Mit 132,5 Metern ist der slowenische Skispringer endlich wieder in der erweiterten Weltspitze angekommen, setzte sich knapp gegen den Japaner Ryoyu Kobayashi (7.) durch. Mit Johann Andre Forfang (8.) und Andreas Stjernen (9.) landeten zwei weitere Norweger unter den Top Ten, gefolgt vom Polen Stefan Hula (10.).

Stefan Kraft verpasst Top Ten

Stefan Kraft belegte als bester Österreicher mit 129,5 Metern den elften Platz. Wenig zufrieden zeigte sich hingegen Gregor Schlierenzauer: Nachdem der Rekord-Weltcupsieger die zurückliegende Skiflug-WM ausgelassen und sich stattdessen dem Training gewidmet hatte, musste er sich am Freitag mit 127 Metern und dem 26. Platz zufrieden geben.

Insgesamt sieben der 57 Athleten wurden in der Qualifikation aussortiert – neben den beiden Russen Trofimov (51.) und Maksimochkin (52.) traf es die komplette kasachische Mannschaft sowie den Esten Artti Aigro (55.).

» Alle Termine im Überblick: Team- und Einzelspringen in Zakopane

Am Samstag steht in Zakopane zunächst das Teamspringen auf dem Programm, bevor es am Sonntag im Einzel um wichtige Weltcuppunkte geht. Morgen startet um 15 Uhr zunächst der Probedurchgang, um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Wettbewerb.

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

Über Marco Ries 510 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

16 Kommentare

  1. War klar. Beim Skispringen kommt es viel mehr auf die Technik an und hier ist Kamil einfach der beste Springer. Beim Skifliegen ist der Wind entscheidend, weshalb Stoch dort mit seiner exzellenten Technik nicht belohnt wurde. Ich habe es immer gesagt: Stoch ist beim Springen, wo die Technik entscheidend ist, unschkagbar.

    • 16.15 Uhr Eurosport1. Hannis Kommentare haben sich stark verbessert. Mit seiner fachliche Kompetenz und dem authentischen Einbringen eigener Erfahrungen gelingt es ihm zunehmend, den gewillten Zuschauern die wechselnde Gefühlslage der Athleten erlebbar zu machen, ohne besserwisserisch oder aufdringlich zu sein. Damit erschließt sich die Komplexität dieser wunderbaren Sportart für Nichtskispringer und gräbt bei denen, die selbst mal gesprungen sind Erlerntes, Erlebtes und Praktiziertes wieder aus, bis hin zur „körperlichen und mentalen“ Teilnahme an jedem Sprung.
      Danke Hanni!

  2. Keine Frage Stoch ist einer der besten Skispringer, aber auch er ist nicht immer perfekt heute hat er allerdings wieder eine perfekte Leistung gezeigt. Aber auch was Freitag derzeit abliefert ist einfach nur sensationell. Stoch und Freitag liefern sich zurecht in dieser Saison spannende Duelle

  3. Die Kampfrichter sind zu bedauern. 20 wäre bei dem Sprung von Kamil gerechtfertigt, 19,5 Pflicht. Markus zeigte einen seiner besten Sprünge, Richi wird morgen angreifen und Andi muss sich auf das besinnen, was er kann.
    Wünsche allen ein gutes Gefühl.

  4. Kamil ist in Bestform. Aber Richard Freitag springt trotz Sturz die beste Saison seines Lebens. Gratuliere!!! Was ist mit Andi Wellinger los??? Er kann es doch.
    Muss ein mentales Problem aufgetreten sein. Ich hoffe, dass Werner Schuster ihm helfen kann. Drücke den deutschen Adlern ganz fest die Daumen. Ergreift Eure Chance. Die Norweger können fliegen, Ihr könnt springen !!!

  5. Kamil wird früher oder später schlierenzauer aufholen und neue Geschichte schreiben er ist der konstanteste Skispringer der Geschichte mit einer beeindruckender Landung der Typ ist einfach der Wahnsinn wir Polen sind stolz auf dich.

    • Tak jest zgadzam się!!! Kamil jest Wielki!!! I wogóle cała drużyna daje sobie radę są wspaniali chłopacy!!! Jak nie jeden to drugi!!! Trzymajmy wszyscy kciuki i kibicujemy!!! Gruß stolze polin.

      • Du bist keine echte polin das sagt uns dein Nachname.du hast bestimmt einen Italiener oder sowas geheiratet weil polnische männer waren dir zu schlecht und jetzt jubelst du für unserem Kamil?

    • Die 20 gab es nicht, weil Kamil nach rechts abgedriftet ist. Aber er war in der Quali einsame Spitze. Morgen beim Mannschaftsspringen sollten die Polen Favorit sein – nach dem Ergebnis der Quali.

      Der norwegische A-Kader war für mich überraschend schwach, als Mannschaft gehören sie dennoch mit den Polen zu den Siegaspiranten. Lindvik könnte ein neuer Jacobsen werden.

      Wieso Wellinger mit der Anlage nicht zurecht kommt versteht er selber bestimmt auch nicht, aber das Podium sollte das Ziel sein.

      • Rechts abgedriftet lächerlich war ganz sauber absolute 20.0 ganz klar die werter sind eh unparteiisch des ist echt frech lächerlich logisch das polen morgen den Teamwerb gewinnt sind einfach zu stark und die Konkurenz zu schwach ganz einfach und simpel

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*