Weltcup in Lahti

Lahti: DSV-Skispringer feiern ersten Mannschaftssieg der Saison

Die deutschen Skispringer feiern in Lahti ihren ersten Mannschaftssieg der Saison. Geiger, Eisenbichler, Freitag und Wellinger setzen sich souverän gegen Polen durch. Norwegen legt nach verkorkstem Sprung von Tande eine Aufholjagd hin.

Die deutschen Skispringer haben im finnischen Lahti den ersten Mannschaftssieg in dieser Saison gefeiert. Das Quartett um Karl Geiger, Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Olympiasieger Andreas Wellinger erzielte am Samstagabend insgesamt 1124,5 Punkte und setzte sich damit gegen Polen (Maciej Kot, Stefan Hula, Dawid Kubacki, Kamil Stoch; 1082,6 P.) und Norwegen (Andreas Stjernen, Daniel-André Tande, Johann Andre Forfang, Robert Johansson; 1082,6 P.) durch.

Den Grundstein zum Sieg legte die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster schon im ersten Durchgang. Während die norwegischen Team-Olympiasieger nach einem „Hüpfer“ von Daniel-André Tande auf enttäuschende 101 Meter aussichtslos auf dem fünften Platz zurücklagen, führte das DSV-Quartett das Feld vor Polen und Österreich an.

Fast-Sturz: Eisenbichler klagt über Knieprobleme

Für eine Schrecksekunde sorgte Markus Eisenbichler mit seinem zweiten Sprung. Der 26-Jährige zeigte einen ordentlichen Satz auf 130 Meter, konnte bei Landung aber nur mit Mühe einen Sturz verhindern. Im Anschluss klagte der Siegsdorfer über Schmerzen im Knie: „Ich bin etwas besorgt, weil mein Knie weh tut. Ich habe zu früh aufgemacht und bei der Landung nicht richtig hingekommen. Jetzt mache ich mir etwas Sorgen, aber das wird schon.“

» Liveblog-Nachlese: So lief der Team-Wettbewerb in Lahti

Fehlerfrei präsentierte sich auch die deutsche Mannschaft an diesem Tag nicht. Richard Freitag und Olympiasieger Andreas Wellinger blieben in allen Versuchen unter der 130-Meter-Marke. Der Oberstdorfer Karl Geiger sorgte als Startspringer mit 130 und 127,5 Metern für einen guten Auftakt in beide Durchgänge.

Kraft stark, Jubel bei Schlierenzauer

Den Druck von Olympia scheinbar hinter sich gelassen haben die österreichischen Skispringer. Nachdem die Alpenrepublik in Pyeongchang erstmals seit langem ohne Edelmetall geblieben ist, präsentierte sich die Mannschaft von Heinz Kuttin in Finnland deutlich erstarkt. Allen voran Stefan Kraft machte mit 126,5 und 131 Metern deutlich, dass er rechtzeitig zum verbliebenen Saisonhöhepunkt – der norwegischen „Raw Air“-Tour – wieder besser in Form zu kommen scheint.

Hochzufrieden zeigte sich aus der österreichischen Mannschaft auch Gregor Schlierenzauer. Der Rekord-Weltcupsieger, der von Cheftrainer Heinz Kuttin nach schwachen Leistungen offen kritisiert wurde, jubelte im Schanzenauslauf über 120,5 und 124,5 Meter – noch keine Riesenweiten, nach den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang aber ein deutlicher Aufwärtstrend. Dass es Team Österreich mit insgesamt 1074,5 Punkten am Ende nicht für das Podium gereicht hat, lag am schwächelnden Clemens Aigner, der nicht über 118 bzw. 113 Meter hinaus gekommen ist.

Japan vor Slowenien

Ohne Altmeister Noriaki Kasai, der am Vortag die Qualifikation für das morgige Einzelspringen verpasst hat, traten die Japaner im Teamspringen an. Das Quartett mit Yukiya Sato, Taku Takeuchi, Junshiro Kobayashi, Ryoyu Kobayashi erzielte insgesamt 1052,6 Punkte und ließen damit die Slowenen (Anze Lanisek, Nejc Dezman, Tilen Bartol, Jernej Damjan; 991 P.) und Schweizer (Gregor Deschwanden, Sandro Hauswirth, Killian Peier, Simon Ammann; 931 P.) hinter sich. Die russischen Skispringer (Alexey Romashov, Denis Kornilov, Mikhail Nazarov, Evgeniy Klimov; 833,1) belegten den achten Platz.

Die heimischen Skispringer aus Finnland (Antti Aalto, Andreas Alamommo, Jarkko Määttä, Janne Ahonen) sind mit insgesamt 402,2 Punkten auf dem neunten Platz ebenso ausgeschieden wie Italien (Roberto Dellasega, Davide Bresadola, Sebastian Colloredo, Alex Insam; 395,6 P.), USA (William Rhoads, Casey Larson, Michael Glasder, Kevin Bickner; 335,5 P.) und Kasachstan (Konstantin Sokolenko, Sabirzhan Muminov, Alexey Korolev, Marat Zhaparov; 219,6 P.).

» Nationencup: Die aktuelle Team-Wertung im Skispringen

In der Nationenwertung rückt Deutschland mit insgesamt 4290 Punkten wieder näher an die führenden Norweger (4449) heran. Polen liegt mit 3764 Zählern an dritter Stelle, gefolgt von Österreich (2330) und Slowenien (2060).

» Alle Termine im Überblick: Erst Lahti, dann „Raw Air“

Am Sonntag wird das Weltcup-Wochenende von Lahti mit dem Einzel-Wettbewerb fortgesetzt. Um 14:30 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 15:30 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) folgen dann die beiden Wertungsdurchgänge.

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Über Marco Ries 519 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

24 Kommentare

  1. @Schanzenfriedl zur neuen Saison ist alles besser geworden und hier ist es nicht nur ein „Trollhaufen“ also bleib bitte!!!!!! Denn deine Meinung zum ist uns sehr WICHTIG!!!

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  3. Sehr geehrte Redaktion von skispringen.com

    Warum gibts hier keinen Artikel über den letzten Damenweltcup?
    Bitte um Rückmeldung!

    I

  4. wunderbare spruenge von stoch. eine lebende legende so wie malysz, kasai und okabe.
    カミルなかなかやるんだな。今日も頑張ってほしいです。

  5. Ich sage euch, die kurze Zeit der Dominanz der Nationen Polen, Deutschland und Norwegen neigt sich dem Ende zu. Keine der drei Nationen konnte sich wirklich von den anderen zwei absetzen, wie denn auch? Es gibt nur eine Nation die alle anderen Nationen in den Schatten stellen kann und dies auch in den nächsten Jahren tun wird: ÖSTERREICH!

    Polen, Deutsche, Norweger: Genießt eure Zeit noch am Stockerl. Spätestens nächste Saison aber viel wahrscheinlicher schon in den nächsten Bewerben wird nur mehr eine Nation den Ton angeben: ÖSTERREICH!

  6. Ich kommen nicht umhin folgende Bemerkung zu machen:
    Austria ist Sieger der Herzen! Der Wind spielte den Polen heute in die Karten. Aber der Sprung den der Krafti da im Zweiten runtergezaubert hat. Das war DER Sprung der Saison. Für mich einer der besten Sprünge der Skisprunggeschichte. Ich hatte Tränen in den Augen. Eine Frechheit das nicht mit einer 20 zu bewerten.

    Ich wusste es: Unter Sebastian Kurz geht es AUFWÄRTS mit ÖSTERREICH und unseren Adlern.

    PS.: Findet sonst noch jemand dass der Stoch heute viel zu hohe Noten bekommen hat?

    • Stoch wurde nicht zu hoch bewertet. Hast du jemals einen seiner Sprünge in Zeitlupe angesehen? Kein Wackler in der Luft, ein sauberer Telemark, was willst du da abziehen?

    • ich find es immer wieder lustig, dass jemand mit meinem seit jahren in diesem trollhaufen hier (der sich vielleicht eh wieder halbwegs gebessert haben mag) kaum mehr verwendeten nickname irgendwelche sachen postet und glaubt, er ist witzig.

      bin jetzt zufällig draufgekommen, weil ich eigentlich seit jahren die kommentare nicht mehr lese… viel spaß damit.

  7. Einfach super- unsere Deutsche Mannschaft. Teamsieg. Was will man mehr. Prima Vorstellung auch von Kamill Stoch. Auch meinen Glückwunsch dazu.

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