Paukenschlag im DSV

Frauen-Bundestrainer Maximilian Mechler tritt zurück

Foto: DSV

Zweieinhalb Wochen vor dem Beginn der Weltcup-Saison steht das deutsche Frauen-Skisprung-Team ohne Bundestrainer da. Maximilian Mechler tritt überraschend zurück, seine Nachfolge wird interimsweise gelöst.

Mitten in die letzte Vorbereitungsphase auf den anstehenden Weltcup-Winter platzt eine überraschende Personalmeldung des Deutschen Skiverbandes (DSV): Maximilian Mechler ist von seinem Amt als Frauen-Bundestrainer zurückgetreten. Einen Nachfolger präsentierte der DSV bei der Verkündung am Mittwochmittag jedoch nicht, sodass interimsweise nun sein bisheriger Assistent Thomas Juffinger die Betreuung des Teams um Dreifach-Weltmeisterin Katharina Schmid übernimmt, das am 1. Dezember in die neue Saison startet.

„Die Arbeit mit diesem Team hat mir über die Jahre viel Freude bereitet. Wir haben bis zuletzt tolle Erfolge erzielt“, resümierte der nun Ex-Bundestrainer über seine Amtszeit und äußerte sich auch über die Gründe seiner Entscheidung: Er habe „in den letzten Wochen erkannt, dass ich das Team nicht mehr so erreicht habe, wie es notwendig wäre, um diese Erfolge auch in Zukunft erreichen zu können. Obwohl ich den Zeitpunkt meines Rücktritts bedauere, bin ich fest davon überzeugt, dass dies der richtige konsequente Schritt ist.“

Mechlers Amtszeit: Kurz, aber höchst erfolgreich

Maximilian Mechler trat im April 2021 das Erbe von Andreas Bauer als Frauen-Bundestrainer an. Seine Amtszeit dauerte somit nur gut 31 Monate, war aber überaus erfolgreich. In der ersten Saison unter seiner Regie sprang Katharina Schmid (seinerzeit noch unter ihrem Mädchennamen Althaus) in Peking zu Olympia-Silber, gewann zudem ein Weltcupspringen in Lillehammer und holte vier zweite und drei dritte Podestplätze.

Im Sommer 2022 sprang zudem auch Selina Freitag als Dritte in Klingenthal erstmals aufs Podest, was ihr im Weltcup 2022/2023 drei weitere Male gelingen sollte. Bei der Weltcup-Premiere des Super Teams stand das Duo Schmid/Freitag auf Rang drei, wie auch im Verbund mit den Männern bei den beiden Mixed-Team-Springen in Titisee-Neustadt und Willingen. Schmid wiederum gewann sogar sieben Springen und stand bei vier weiteren auf dem Podium, was ihr ihre beste Gesamtweltcupplatzierung als Zweite bescherte.

WM in Planica 2023 als großes Highlight

Das Highlight von Mechlers Amtszeit sollte die Nordische Ski-WM in Planica werden. Dort gewann Katharina Schmid Gold von der Normalschanze und wiederholte diesen Triumph mit der Mannschaft und dem Mixed-Team. Zudem gewann sie Bronze von der Großschanze und holte damit auch die letzte noch fehlende Medaillenfarbe ihrer WM-Karriere. Gemeinsam mit Freitag und Team-Weltmeisterin Anna Rupprecht bildete die Oberstdorferin zudem das deutsche Trio, das zu jenem erlesenen Kreis der Top-15 Springerinnen der Raw-Air-Tour gehörte, die im März in Vikersund den ersten offiziellen Skiflug-Wettkampf der Frauen bestritten.

Horst Hüttel, Sportdirektor Weltcup Skisprung und Nordische Kombination, äußerte sich zugleich bedauernd wie respektvoll über Mechlers Entschluss und dessen Leistungen: „Wir haben gemeinsam in den letzten drei Jahren viele große Erfolge feiern dürfen, nicht zuletzt vier Medaillen bei den Weltmeisterschaften 2023 in Planica. Die Basis hierfür war die extrem engagierte und hochprofessionelle Arbeit von Maximilian Mechler. Daher bedauere ich die Entscheidung, respektiere sie aber auch. Max wird zukünftig die Nachwuchsmannschaften der Herren unterstützen. Damit stellen wir einen wertvollen Know-how-Transfer im System sicher.“

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Über Luis Holuch 527 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

6 Kommentare

  1. Ich finde es interessant, dass Herr Mechler 3 Wochen vor Begin der Saison feststellt, dass er nicht an seine Mannschaftran kommt. Er wird seine Gründe für diesen Schritt haben. Man kann nur hoffen, das sich die Damen dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen.

  2. Also, irgendwas kann da nicht stimmen. Wenn er im April 2021 angefangen hat, musste er schon 31 Monate im Amt gewesen sein.
    Sehr schade, hoffe, dass sie einen guten Nachfolger finden.

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