Herren-Nationalmannschaft verkleinert

So geht das ÖSV-Team in die neue Saison

Nachdem Österreichs Skispringer und Skispringerinnen zumindest wieder an ihren Stützpunkten trainieren dürfen, hat der ÖSV die Kader für die Saison 2020/2021 bekannt gegeben. skispringen.com liefert einen Überblick.

Seit dem 20. April dürfen Österreichs Spitzensportler wieder ihrem gewohnten Training nachgehen. Aufgrund der weiter vorhandenen Corona-Pandemie unter Auflagen und Sicherheitsbeschränkungen, doch es ist ein Schritt zurück zur Normalität. Und nun wissen die Skispringerinnen und Skispringer auch, mit welchen Förderungen und Aussichten sie in die neue Saison gehen: Der Österreichische Skiverband (ÖSV) veröffentlichte am Montagmittag nämlich die Kadereinteilungen für 2020/2021. Den Überblick gibt es hier.

Gegenüber der vergangenen Saison hat der ÖSV an der grundsätzlichen Struktur nichts verändert. Wesentlich ist, neben der Berufung vom neuen Nationaltrainer Andreas Widhölzl als Nachfolger von Andreas Felder, die Verkleinerung der Nationalmannschaft von fünf auf drei Athleten. Vom letztjährigen Quintett sind neben Gesamtweltcupsieger Stefan Kraft lediglich Michael Hayböck und Philipp Aschenwald übrig geblieben. Clemens Aigner und Daniel Huber wurden in den A-Kader zurückgestuft.

Gute Leistungen im Unterbau – ÖSV baut B-Kader aus

In diesem sind unverändert Jan Hörl, Stefan Huber und Gregor Schlierenzauer. Einziger Aufsteiger in diesen Rang ist Clemens Leitner, der durch seine fünf Saisonsiege nicht nur den Continental Cup gewann, sondern auch im Weltcup insgesamt sechs Punkte einfahren konnte. Die letztjährigen A-Kader-Mitglieder Manuel Fettner, Markus Schiffner und Ulrich Wohlgenannt tauchen hingegen gar nicht in der Liste auf. Fettner brach die vergangene Saison vorzeitig ab, verkündete aber ebenso wie Schiffner und Wohlgenannt kein Karriereende.

Thomas Hofer, letztjähriges B-Kader-Mitglied, hängte seine Ski mit nun 24 Jahren an den Nagel. Der 1,91-Meter lange Tiroler, der in seiner Karriere zwei Continental-Cup-Springen gewann, absolvierte seinen letzten Dienst als Vorflieger im Rahmen des Skiflug-Weltcups am Kulm. Somit verschwand er ebenso von der Kaderliste wie Mika Schwann und Julian Wienerroither, die beide in der vergangenen Saison vorwiegend im drittklassigen FIS-Cup aktiv waren. Dennoch ist der B-Kader gegenüber 2019/2020 um vier Springer auf nun insgesamt zwölf angewachsen.

Mit Markus Müller, Josef Ritzer und dem überraschenden Junioren-Weltmeister Peter Resinger kamen drei Springer aus dem C-Kader hoch. Niklas Bachlinger, dem im FIS-Cup zwei und im Alpen-Cup vier Top-Ten-Ergebnisse gelangen, qualifizierte sich gar von ganz außerhalb für die dritte ÖSV-Förderstufe. C-Kader-Status besitzen neun Springer, von denen vier erstmals in der Liste auftauchen. Darunter ist mit Jonas Schuster auch der Sohn des ehemalige DSV-Bundestrainers und heutigen Berater von Gregor Schlierenzauer, Werner Schuster.

Hölzl und Pinkelnig plus drei: Damen-Mannschaft wächst

Bei den Damen gibt es nach dem beeindruckenden Sieg im Nationencup keine großen Anlässe zur Veränderung. So bleibt der Trainerstab um Chefcoach Harald Rodlauer identisch. Die Nationalmannschaft wird von Chiara Hölzl und Eva Pinkelnig angeführt, auch die zweite Hälfte des letztjährigen Quartetts, Daniela Iraschko-Stolz und die derzeit rekonvaleszente Jacqueline Seifriedsberger sind weiterhin dabei. Einziges neues Mitglied ist Marita Kramer, die für ihre starken Leistungen (ein Weltcupsieg, einmal Dritte und dreifache Junioren-Weltmeisterin) belohnt wurde.

Aus dem letztjährigen fünfköpfigen A-Kader sind mit Lisa Eder und Sophie Sorschag hingegen lediglich zwei Springerinnen übrig geblieben. Eder sammelte ihre ersten beiden Top-Ten-Plätze im Weltcup, sowie zwei Mal Gold bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal, Sorschag sprang bei der abgebrochenen Raw Air zum ersten Mal in die Punkteränge. Mit Claudia Purker und Elisabeth Raudaschl wurden gleich zwei Springerinnen vom A- in den C-Kader zurückgestuft.

Dort sind vier weitere Springerinnen aufgeführt: Katharina Ellmauer und Hannah Wiegele, wie schon im vergangenen Winter, sowie Neuling Sophie Kothbauer und Julia Huber, die vom B-Kader heruntergerutscht ist. In jenem befinden sich mit Vanessa Moharitsch und der jüngsten Springerin in allen ÖSV-Teams, Julia Mühlbacher, zwei Springerinnen.

Für alle Trainingsgruppen will der ÖSV nun ein Konzept erarbeiten, das auch Kurse abseits der Stützpunkte ermöglichen soll. Ohnehin dürfen die Athletinnen und Athleten erst nach negativen Covid-19-Tests am Betrieb teilnehmen. Um genau dies sicherzustellen, werden laut ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel „bei insgesamt 450 Athleten und 250 Betreuern (im gesamtem ÖSV, Anm. d. Red.)“ wohl „mehr als 1500 Tests“ benötigt.

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Über Luis Holuch 120 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-Weltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal.

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