Selina Freitag erneut auf dem Podium

Two-Nights-Tour: Abigail Strate feiert ersten Weltcupsieg in Oberstdorf

Foto: Ufficio Stampa Newspower

Ein zähes Rückenwindspringen in Oberstdorf findet eine neue Siegerin: Erstmals in ihrer Karriere gewinnt Abigail Strate ein Weltcupspringen. Während Selina Freitag erneut auf dem Podium landet, sorgt eine Chinesin für eine Sensation.

Der Rückenwind verlangte den Skispringerinnen am Neujahrstag so einiges ab, doch es wurde eine verdiente Siegerin gefunden: Mit Sprüngen auf 136 und 116 Meter und 268,2 Punkten sicherte sich Abigail Strate den Sieg beim zweiten Springen der Two-Nights-Tour. In der Skisprungarena von Oberstdorf schrieb auch Ping Zeng Skisprung-Geschichte. Mit zwei Mal 126,5 Metern und 257,7 Punkten sorgte sie für das erste Weltcuppodium Chinas. Dritte wurde die Vortagszweite Selina Freitag mit 128 und 118 Metern und 257,3 Punkten.

„Es ist noch nicht so richtig bei mir angekommen, es ist ein großer Moment für mich“, sagte Strate mit Freudentränen in den Augen. Sie ist nach Alexandria Loutitt die zweite kanadische Skispringerin, die im Weltcup ganz oben stand. Damit haben genauso viele Kanadierinnen Weltcupspringen gewonnen wie Kanadier, denn im Männer-Weltcup gab es mit Horst Bulau und Steve Collins ebenfalls zwei siegreiche Athleten.

Nika Prevc bleibt bei der Two-Nights-Tour ungeschlagen

Eine unglaubliche Aufholjagd legte unterdessen Nika Prevc hin: Die Slowenin rettete sich nach einem verpatzten ersten Durchgang bei den schlechtesten Verhältnissen nur über Punktgleichheit in ihrem K.o.-Duell mit Yuki Ito ins Finale. Dort zeigte sie mit der Top-Weite von 128,5 Metern aber ihre ganze Klasse. Damit kletterte sie im Tagesranking ganze 13 Plätze auf Rang vier nach vorne und sicherte sich so den Gesamtsieg der Two-Nights-Tour – und das zum dritten Mal in Folge. Während sie 10.000 Euro erhielt, sicherte sich Freitag den zweiten Platz und 5.000 Euro.

Den dritten Gesamtrang belegte Nozomi Maruyama, die ebenfalls im ersten Durchgang ungünstige Verhältnisse hatte und schlussendlich Achte wurde. Damit war sie zweitbeste Japanerin, da Teamkollegin Sara Takanashi Fünfte wurde. Beste Norwegerin wurde keine 24 Stunden nach ihrer nachträglichen Disqualifikation in Garmisch-Partenkirchen Anna Odine Stroem auf Rang sechs. Lisa Eder war einmal mehr beste Österreicherin als Siebte, Teamkollegin Julia Mühlbacher landete auf Platz 13. Chiara Kreuzer und Hannah Wiegele schieden dagegen bereits in der Qualifikation als 55. und 62. aus.

Bei ihrem Heimspringen schaffte auch Agnes Reisch den Sprung in die Top Ten, sie wurde vor Prevc‘ Teamkollegin Nika Vodan Neunte. Katharina Schmid fehlten bei ihrem letzten Wettkampf in der heimischen Arena 2,4 Punkte in die Top Ten, sie wurde Elfte und mit einer kleinen Ehrung ihres Skiclubs bedacht. Mit Juliane Seyfarth (16.) sprang auch die viertbeste Deutsche in die Punkteränge. Die Finnin Minja Korhonen verbesserte ihr bestes Weltcupergebnis auf Platz 19.

Nationale Gruppe des DSV scheidet geschlossen in der Quali aus

Für gleich sieben Deutsche war der Sprungtag am Schattenberg bereits nach der Qualifikation beendet. Am Tag nach ihren ersten Weltcuppunkten verpasste Julina Kreibich als 32. um 2,3 Punkte den Sprung in den Wettkampf. Noch deutlicher war es bei Anna Hollandt, die mit Platz 43 auch im normalen Weltcup-Format nicht in den Wettkampf gekommen wäre.

Auch der Rest der nationalen Gruppe des Deutschen Skiverbands (DSV) schied geschlossen aus: Alvine Holz, Maike Tyralla Lia Böhme, Anne Häckel und Kim Amy Duschek landeten auf den Positionen 51, 53, 57, 58 und 59. Zumindest für Tyralla und Häckel waren es jeweils neue beste Weltcupergebnisse.

Wie schon in Garmisch-Partenkirchen schaffte es auch keine Schweizerin in die Top 30. Sina Arnet klassierte sich auf Rang 30, Rea Kindlimann und Simone Buff auf den Positionen 49 und 56.

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Als nächstes steht für die Skispringerinnen der Weltcup in Villach an. Auf der Normalschanze in der Villacher Alpenarena finden am 5. und 6. Januar je eine Qualifikation und ein Einzelspringen statt (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 619 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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