Vierschanzentournee

Ryoyu Kobayashi feiert Auftaktsieg in Oberstdorf - Karl Geiger Fünfter

Foto: imago / GEPA

Mit einem fulminanten Sprung im Finale sichert sich Ryoyu Kobayashi den Sieg beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee. Karl Geiger fällt zurück und verpasst das Podium knapp.

Turbulenter Start in die Jubiläums-Tournee: Im Dauerregen von Oberstdorf sicherte sich Ryoyu Kobayashi mit Sprüngen auf 128,5 und 141 Metern den Sieg. Der Japaner, der am Dienstag schon die Qualifikation für sich entschieden hat, erzielte auf der Schattenbergschanze insgesamt 302 Punkte und setzte sich damit gegen Halvor Egner Graneurd aus Norwegen durch, der auf 132 und 133 Meter (299,2 P.) kam. Den dritten Platz belegte mit Robert Johansson (135,5 und 131 m; 298,6 P.) ebenfalls ein Norweger.

Nach dem ersten Durchgang noch an fünfter Stelle hinter Geiger und Lindvik gelegen, gelang Ryoyu Kobayashi im Finale bei guten Bedingungen mit der klaren Bestweite eine deutliche Kampfansage an seine Konkurrenten. Bei wechselhaften Bedingungen entschied sich die Jury in der Endphase des Wettkampfes gleich zweimal, den Anlauf zu verkürzen – doch mit zwei Luken weniger Anlauf als Kobayashi sprang Geiger gleich zehn Meter kürzer. Zu viel: Geiger fiel damit vom dritten auf den fünften Platz zurück. Noch vor ihm landete mit Marius Lindvik (4.) der dritte Springer der mannschaftlich beeindruckend starken Norweger.

Horngacher: „Er hat das gut gelöst“

Bundestrainer Stefan Horngacher wollte den Auftakt nicht als Fehlstart werten, verwies auf den geringen Rückstand Geigers (6,1 Punkte, umgerechnet etwas mehr als drei Meter) hinter Sieger Kobayashi: „Es war eine etwas seltsame Konstellation von Wind und Gate, bei ihm war es unten dann nicht ganz so gut. Ich bin dennoch sehr zufrieden mit ihm, er hat das gut gelöst und ist von den Punkten nicht weit weg“, sagte Horngacher.

Neben Geiger landeten mit Markus Eisenbichler (7.) und Stephan Leyhe (9.) zwei weitere Athleten aus der deutschen Mannschaft unter den Top Ten und sorgten für einen dennoch ordentlichen Start der deutschen Mannschaft in die 70. Vierschanzentournee. Während Pius Paschke als 26. zumindest weitere Weltcuppunkte gesammelt hat, ist Constantin Schmid (31.) im K.o.-Duell gegen Japans Yukiya Sato ausgeschieden.

Der Anzug: Severin Freund disqualifiziert

Mit starken 124 Metern im K.o.-Duell den Russen Trofimov deutlich hinter sich gelassen, war der Wettkampf für Severin Freund schnell wieder beendet. Wegen eines irregulären Sprunganzugs wurde der Routinier bei seinem ersten Weltcupstart in diesem Winter disqualifiziert.

„Wie genau das passiert ist, werden wir uns im Nachhinein nochmal genau anschauen. Wir gehen da ja nicht blauäugig in den Wettkampf, sondern das wird im Vorfeld kontrolliert und mit Sorgfalt gemacht. Jetzt hat es nicht gepasst, das ist natürlich bitter, aber zu akzeptieren“, sagte der 33-Jährige im Anschluss.

Kos und Huber in den Top Ten

Überraschend stark präsentierte sich an diesem Tag Lovro Kos, der mit dem sechsten Platz nicht nur bester Slowene war, sondern ebenso sein bislang bestes Karriereergebnis erzielt hat. Schon mehr als 20 Punkte hinter ihm folgte Daniel Huber als bester Skispringer der Österreicher auf dem achten Platz.

Durchaus achtbar schlug sich auch Gregor Deschwanden, der mit Platz zehn das beste Ergebnis für die Schweiz holte – noch vor Vierfach Olympia-Sieger Simon Ammann, der dennoch starker 13. wurde, sowie dem im Vorfeld als einen der Geheimfavoriten gehandelten Killian Peier auf dem 14. Platz.

Debakel für Polen: Stoch scheidet aus

Ausgerechnet Kamil Stoch (41.) ist mit 118 Metern im K.o.-Duell gegen den Slowenen Cene Prevc ausgeschieden und hat damit keine Chance mehr, seinen Titel zu verteidigen. Überhaupt erlebten die polnischen Skispringer in Oberstdorf ein Debakel – einzig Dawid Kubacki schaffte den Einzug ins Finale, kam mit 113,5 Metern dann aber nicht über den 27. Platz hinaus.

Einen achtbaren Erfolg feierte hingegen Fatih Arda Ipcioglu: Der 24-jährige Türke ist erstmals in einem Tournee-Wettbewerb gestartet und hat mit dem 29. Platz erstmals Weltcuppunkte gesammelt.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Nach einem Ruhetag wird die Vierschanzentournee dann am Freitag in Garmisch-Partenkirchen fortgesetzt. Am Silvestertag stehen auf der Großen Olympiaschanze ab 11:45 Uhr zunächst zwei Trainingsdurchgänge auf dem Plan, um 14 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt dann die Qualifikation zum Neujahrsspringen.

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Über Marco Ries 750 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

12 Kommentare

  1. Zu User Thomas :
    Hier wurde niemand bevorteilt.
    Die Norweger waren einfach besser als Geiger.
    Der hatte die Angst im Nacken, auf seiner Heimschanze zu versagen.
    Unsere Medien haben ihn ja schon vorab zum Tourneesieger gemacht. Typisch deutsche Überheblichkeit.
    Ich habe ein ungutes Gefühl zur Mission
    Tourneesieg. Aber vielleicht klappt es doch, es kann noch viel passieren.Auch der Japaner ist nicht unschlagbar,mit einem besseren Aufsprung hätte Lindvik in Oberstdorf gewonnen

    .

  2. Was soll denn dieser Blödsinn.
    Dein Karlchen hatte Muffensausen,weil er ja nach unseren Medien schon im Vorfeld
    als Tourneesieger festgelegt wurde.
    Typisch deutsch, aber Hochmut kommt vor dem Fall.
    Die Norweger waren echt stark und nicht bevorteilt.Lindvik hätte mit einer besseren Landung sogar gewonnen.
    Für die deutschen Springer auf ihrer Hausschanze eine echte Euphoriebremse und ich will es nicht hoffen, aber es kann noch schlimmer kommen.
    Das Gelaber von ungünstiger Konstellation von Gate und Wind bei Karl Geiger sind billige Ausreden.
    Die Springer nach ihm hatten die gleichen Bedingungen.
    Es hat heute einfach nicht gereicht, basta.

  3. Kobayshi hat verdient gewonnen, trotz eines schwächeren ersten Sprungs.
    Ich wage mal zu behaupten, dass Karl Geiger oder ein anderer Deutscher auch dieses Jahr die Tournee nicht gewinnen wird. Die schwierigen Schanzen kommen erst noch.
    Granerud ist auch nicht auf allen Schanzen gut.
    Also gewinnt Kobayshi auch dieses Jahr die Tournee.

  4. Kobayashi hat verdient gewonnen. Respekt. Die Plätze 2-5
    hat die Jury beeinflusst. Karl wurde klar benachteiligt.
    Die Norweger haben eben eine Lobby.Deshalb freut es mich,das
    Kobayashi Ihnen noch einen vorgesetzt hat

    • Was soll denn dieser Blödsinn.
      Dein Karlchen hatte Muffensausen,weil er ja nach unseren Medien schon im Vorfeld
      als Tourneesieger festgelegt wurde.
      Typisch deutsch, aber Hochmut kommt vor dem Fall.
      Die Norweger waren echt stark und nicht bevorteilt.Lindvik hätte mit einer besseren Landung sogar gewonnen.
      Für die deutschen Springer auf ihrer Hausschanze eine echte Euphoriebremse und ich will es nicht hoffen, aber es kann noch schlimmer kommen.
      Das Gelaber von ungünstiger Konstellation von Gate und Wind bei Karl Geiger sind billige Ausreden.
      Die Springer nach ihm hatten die gleichen Bedingungen.
      Es hat heute einfach nicht gereicht, basta.

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