Nach Innsbruck-Absage

Vierschanzentournee: Ryoyu Kobayashi gewinnt Nachhol-Wettkampf in Bischofshofen

Foto: imago / GEPA

Ryoyu Kobayashi gewinnt das Nachhol-Springen von Innsbruck in Bischofshofen und greift als erster Skispringer zum zweiten „Grand Slam“ bei der Vierschanzentournee. Marius Lindvik war dicht an ihm dran, Karl Geiger schrammt am Podium vorbei.

Mit Sprüngen auf 137 und 137,5 Meter sicherte sich Ryoyu Kobayashi den Sieg beim nachgeholten dritten Springen der Vierschanzentournee. Der Japaner erzielte am Mittwochabend auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen insgesamt 291,3 Punkte und setzte sich damit gegen Marius Lindvik durch, der auf zwei Mal 137,5 Meter (286,6 P.) kam und die Führung nach dem ersten Durchgang noch aus der Hand gab. Den dritten Platz belegte sein Landsmann Halvor Egner Granerud mit zwei Sprüngen auf 135,5 Metern (282,4 P.).

Am Tag nach der windbedingten Absage des Springens am Innsbrucker Bergisel hatten die Skispringer auch im rund 200 Kilometer entfernten Bischofshofen mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen: Weniger der Wind, sondern vielmehr starker Schneefall und zwischenzeitlich dichter Nebel haben einigen Athleten Probleme bereitet.

Kobayashi auf dem Weg zum zweiten „Grand Slam“

Nach dem ersten Durchgang sah es noch danach aus, als könnte Marius Lindvik den dritten Tournee-Sieg in Folge von Kobayashi verhindern. Der Norweger lag nach dem ersten Durchgang noch vor dem Japaner in Führung, sprang im Finale dann aber zwei Meter kürzer und ist auf den zweiten Pltz zurückgefallen.

Kobayashi hat nun beste Chancen, als erster Skispringer der Geschichte zum zweiten Mal den „Grand Slam“ zu feiern, also die Vierschanzentournee mit allen vier Tagessiegen zu gewinnen. „Darüber denke ich gar nicht nach“, sagte der 25-Jährige noch vor wenigen Tagen – keine 24 Stunden vor dem Finale dürfte sich das schnell ändern.

Geiger verpasst Podium

Ein Angriff der deutschen Skispringer auf Kobayashi ist auch beim Nachhol-Wettkampf ausgeblieben: Karl Geiger hat als bester DSV-Skispringer mit 133 und 136 Metern den erhofften Podiumsplatz um 1,6 Punkte knapp verpasst. Neben dem Oberstdorfer landete auch Markus Eisenbichler in den Top Ten: Nach Platz 16 zur Halbzeit verbesserte sich der Siegsdorfer mit der Bestweite von 140,5 Metern noch auf den achten Platz. „Der erste Sprung war nicht optimal, da war ich ein bisschen zu früh. Dafür habe ich im zweiten nochmal angegriffen, der war echt in Ordnung“, erklärte Eisenbichler im Anschluss.

Weitere Weltcuppunkte gab es daneben für Severin Freund (12.), Andreas Wellinger (15.) und Stephan Leyhe (20.) Constantin Schmid (32.) und Pius Paschke (46.) sind hingegen an ihren Gegnern in die K.o.-Runde gescheitert und haben den Sprung in den Finaldurchgang verpasst.

„Er ist der beste Springer“: Horngacher hakt Gesamtsieg ab

Schon vor dem dritten Wettbewerb hatte Stefan Horngacher verlauten lassen, dass man für den Tourneesieg auf einen Fehler Kobayashis hoffen müsse. Jetzt hakt der Bundestrainer den Gesamtsieg für diese Saison endgültig ab: „Es ist hier nichts passiert, Kobayashi hat wieder gewonnen. Das muss man akzeptieren, er ist der beste Springer“, sagte Horngacher und nannte einen Podestplatz beim Finale als verbliebenes Ziel für seine Mannschaft.

Seinen Athleten attestierte der Bundestrainer „nichtsdestrotz“ einen guten Wettkampf: „Im ersten Sprung hat Markus den Absprung leider nicht so gut getroffen. Der zweite Sprung von Karl war jetzt mal wieder gut. Und auch die anderen haben sich super verkauft und speziell im zweiten Durchgang wieder gute Sprünge gezeigt.“

Kos stürzt büßt Tournee-Chancen ein

Dass man die Vierschanzentournee in nur einem einzigen Sprung verlieren kann, bekam Lovro Kos zu spüren. Der junge Slowene lag zur Tournee-Halbzeit noch aussichtsreich auf dem dritten Platz, kam dann aber bei der Landung seines ersten Sprungs zu Sturz und belegte am Ende nur den 25. Platz. In der Gesamtwertung fällt er auf den siebten Platz zurück.

Mit einem komfortablen Vorsprung von 17,9 Punkten oder umgerechnet fast zehn Metern auf den zweitplatzierten Norweger Lindvik startet Kobayashi morgen in das letzte Springen der 70. Vierschanzentournee. Markus Eisenbichler und Karl Geiger liegen noch hinter Granerud auf den Plätzen vier bzw. fünf.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zur Vierschanzentournee in Bischofshofen

Am Dreikönigstag findet traditionell das Finale der Vierschanzentournee statt. Dann beginnt um 14:30 Uhr zunächst die Qualifikation, bevor um 17:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) der erste Wertungsdurchgang im K.o.-Modus folgt.

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Über Marco Ries 750 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

17 Kommentare

  1. Schönes spannendes Springen. Kobayashi zur Zeit einfach unantastbar. Aber auch Lindvik auf dieser Schanze herausragend.
    Geiger hat sich gut verkauft. Alle anderen Deutschen haben im zweiten Durchgang wenigstens Schadensbegrenzung betrieben. Nachdem ich im ersten Durchgang noch dachte, was ist denn bloß los, warum werden die jedes Jahr bei der Vierschanzentournee von Sprung zu Sprung schlechter.
    Einzig Severin macht richtig Spaß, der scheint plötzlich wieder den Dreh zu finden um bei den besten mitzuhalten.
    Pius Höhenflug der letzten anderthalb Jahre scheint langsam zu Ende zu gehen und er geht wieder auf das Niveau von davor zurück. Das heißt top 30 ist schon ein Erfolg. Wobei ich glaube das er zum Training und in den Conticup geschickt wird, wenn der siebte Platz wieder weg ist. Die anderen sind halt besser.
    Bei Schmid hofft man auch seit zwei Jahren, dass er mal einen weiteren Schritt nach vorne macht. Aber so langsam glaubt man, dass er den wohl nicht schafft.
    Und bei Eisei ist und bleibt es das ewige Lied. Er hätte ale Möglichkeiten um ein absoluter Sieger zu sein. Aber er schafft es nicht Konstanz reinzubekommen. Da heute der I’m zweiten Durchgang den besten Sprung von allen hin, nachdem er den ersten vergurkt. Ich glaube als Trainer würde ich den echt ständig in den Arsch treten, damit der endlich seine Qualität mal konstant auf die Schanze bringt. Ich hätte einfach nicht die Geduld für die beiden.

    • Der mentale Gewinn des In-den-Arsch-Tretens ist seit Kaisers Zeiten unbewiesen. Davor gab es halt noch keine Sportvereine und man hat die Minderleister gleich zum Henker geschickt.

  2. Schönes spannendes Springen. Kobayashi zur Zeit einfach unantastbar. Aber auch Lindvik auf dieser Schanze herausragend.
    Geiger hat sich gut verkauft. Alle anderen Deutschen haben im zweiten Durchgang wenigstens Schadensbegrenzung betrieben. Nachdem ich im ersten Durchgang noch dachte, was ist denn bloß los, warum werden die jedes Jahr bei der Vierschanzentournee von Sprung zu Sprung schlechter.
    Einzig Severin macht richtig Spaß, der scheint plötzlich wieder den Dreh zu finden um bei den besten mitzuhalten.
    Pius Höhenflug der letzten anderthalb Jahre scheint langsam zu Ende zu gehen und er geht wieder auf das Niveau von davor zurück. Das heißt top 30 ist schon ein Erfolg. Wobei ich glaube das er zum Training und in den Conticup geschickt wird, wenn der siebte Platz wieder weg ist. Die anderen sind halt besser.
    Bei Schmid hofft man auch seit zwei Jahren, dass er mal einen weiteren Schritt nach vorne macht. Aber so langsam glaubt man, dass er den wohl nicht schafft.
    Und bei Eisei ist und bleibt es das ewige Lied. Er hätte ale Möglichkeiten um ein absoluter Sieger zu sein. Aber er schafft es nicht Konstanz reinzubekommen. Da heute der I’m zweiten Durchgang den besten Sprung von allen hin, nachdem er den ersten vergurkt. Ich glaube als Trainer würde ich den echt ständig in den Arsch treten, damit der endlich seine Qualität mal konstant auf die Schanze bringt. Ich hätte einfach nicht die Geduld für die beiden.

  3. Völlig unverständlich, wie Granerud für sein schiefes Gesegel satte 54 Schönheitspunkte einsackt. Mir ist so ein Seitwärtsflug visuell unangenehm.

    • Die Norweger haben sich im 2 springen teilweise über die Noten von Eisenbichler aufgeregt und beschwert gehabt, heute hätten sich die deutschen geau so beschweren können was die Noten von Granerund anging

      • So ein Blödsinn.Lern erstmal richtig deutsch. Die Kritik, daß Eisenbichlers Kachelaufsprung mit zu hohen Noten bewertet wurde, war mehr als berechtigt.Die Landungen von Granerud waren okay.Daß er generell sehr weit nach rechts springt ist doch kein negatives Kriterium.

  4. Hallelujah! Das war wieder mal ein tolles Springen und ein hoch spannender Wettkampf mit einem würdigen Gewinner.
    Zieh es durch Ryoyu. Respekt und Glückwunsch!

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