Premiere im Upland

Schanzenrekord und Prolog-Sieg: Yuki Ito dominiert Vormittag in Willingen

Foto: FIS World Cup Nizhny Tagil

Eine neue Schanze und turbulenter Wind begrüßten die Skispringerinnen in Willingen. Am besten ging damit die Japanerin Yuki Ito um, die die Mühlenkopfschanze ausspringen konnte. Auch Katharina Althaus startete gut.

Der Weltcup in Willingen empfängt in seiner Ausgabe 2022 zwar keine Zuschauer, dafür aber erstmals die Skispringerinnen. Aufgrund der nahenden olympischen Spiele hatten sich allerdings lediglich 28 von ihnen eingefunden. Diese machten sich am Freitagvormittag in zwei Trainingsdurchgängen zunächst mit der Mühlenkopfschanze vertraut, ehe es in den Prolog ging, der auch offiziell gewertet wurde. Diesen und damit 2.000 Euro Preisgeld gewann Yuki Ito mit ihrem Sprung auf 139,5 Meter und 110,6 Punkten.

Auch das Highlight des Tages, das sich im zweiten Trainingsdurchgang ereignete, sollte Ito gelingen. Die Japanerin erwischte fabelhafte Aufwindverhältnisse und nutzte diese gekonnt für einen Satz auf 154 Meter – der Weiteste in der Geschichte der Mühlenkopfschanze. „Ich kann mich gar nicht an den Flug erinnern, aber da es mein neuer persönlicher Rekord ist, ist das ein tolles Gefühl. Ich habe einfach das gemacht, was ich kann und immer versuche umzusetzen“, berichtete Ito skispringen.com nach dem Prolog. Dieser war, wie auch das Training von einigen Windunterbrechungen geprägt.

Althaus konstant vorne dabei

Einen guten Eindruck hinterließ auch Katharina Althaus. Die Oberstdorferin war mit zwei Sprüngen an den K-Punkt im Training bereits vorne dabei und konnte diese Leistung auch im Prolog mit 136 Metern bestätigen. Dieser reichte für 109,7 Punkte und damit um nur 0,9 Punkte nicht für die Spitzenposition. Rang drei ging an die Weltcupführende Marita Kramer mit 131,5 Metern und 105 Punkten. Mit Eva Pinkelnig (Fünfte), Chiara Kreuzer (Siebte) und Jacqueline Seifriedsberger (Zehnte) schafften auch die übrigen drei ÖSV-Damen den Sprung in die Top Ten. Daniela Iraschko-Stolz fehlte aufgrund von Knieproblemen.

Im Training ebenfalls überzeugen konnte Silje Opseth aus Norwegerin. Nach 145 Metern im ersten setzte sie im zweiten Sprung mit 152,5 Metern sogar noch einen drauf, musste danach jedoch gestehen: „Ich habe den Schnee berührt.“ Im Prolog hatte sie mit den Verhältnissen dann kein Glück und kam nicht über 102 Meter und Platz 13 hinaus. Direkt hinter ihr landete mit Juliane Seyfarth die zweitbeste DSV-Springerin auf Platz 14. Selina Freitag und Pauline Heßler landeten auf den Positionen 20 und 23.

Rautionaho und Brecls Disqualifikationen bleiben folgenlos

Ein Wechselbad der Gefühle erlebte Jenny Rautionaho. Die Finnin legte mit Startnummer zwei im ersten Training mit 144,5 Metern richtig gut los und sorgte für die erste von unzähligen Anlauflängenveränderungen. „Ich habe sofort nach dem Schanzentisch einen unglaublichen Druck unter den Ski gespürt und habe mich dann einfach tragen lassen“, schwärmte sie gegenüber skispringen.com. Nach einem soliden zweiten Sprung wurde sie im Prolog dann disqualifiziert, „der Anzug ließ am Rücken zu viel Luft durch“, ärgerte sich die 25-Jährige danach.

Doch damit war sie nicht alleine, denn auch Jerneja Brecl wurde aus der Wertung genommen. Bei der Slowenin waren die Ski zu lang für ihr Körpergewicht. Folgen für das Einzelspringen am Samstag haben die Disqualifikationen jedoch nicht, da die Wertung des Prologs keine Auswirkungen auf den folgenden Wettbewerb hat. Eine gute erste Begegnung mit der Mühlenkopfschanze hatten im ersten Trainingssprung zudem Kinga Rajda und Josephine Pagnier, die mit 131 und 137 Metern die weitesten Sprünge einer Polin und Französin absolviert hatten.

Ganz beendet ist der Sprungtag für das Gros der Springerinnen allerdings noch nicht, da um 16 Uhr das erste Mixed-Team-Springen der Saison ansteht, auch dieses können sie live bei skispringen.com verfolgen.

 

Über Luis Holuch 326 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

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