Letzter Sprung in Planica

Daiki Ito verkündet Karriereende

Foto: SC Willingen

Drei Wochen vor dem Saisonende hat Daiki Ito seinen Rücktritt bekanntgegeben. Der Japaner feiert seinen Abschied gleich zwei Mal. Auch im tschechischen Team hört mit Viktor Polasek ein Athlet auf.

Daiki Ito verabschiedet sich vom Skispringen – und das Skispringen sich von ihm. Nach 20 Jahren im Skisprung-Weltcup, sieben WM- und fünf Olympia-Teilnahmen ist am Saisonende Schluss. Nachdem er bereits im vergangenen Jahr über einen Rücktritt nachdachte, machte der Japaner seinen Entschluss am Montag offiziell. Sein Arbeitgeber, das Megmilk Snow Brand Ski Team, vermeldete in dem Zuge, dass er für das japanische Saisonfinale, den Ito Cup am 19. März nochmals nach Sapporo reisen, ehe er dann beim Weltcup-Finale in Planica seinen letzten Sprung absolvieren wird.

Am vergangenen Sonntag hatte er in Oslo nach kleinerer Durststrecke als 30. einen Weltcuppunkt erzielte, was „ein kleiner Ertrag“ für ihn darstellte. In den vergangenen Jahren hatte Ito immer wieder mit Knie- und Rückenproblemen zu kämpfen, „die mich nicht die Ergebnisse erzielen ließen, die ich erreichen wollte.“ Zudem gestand der 36-Jährige, dass er am Holmenkollen „schon jedes Jahr mit dem Gedanken springe, dass es das letzte Mal ist. Der Ausblick vom Startgate hat mich tief bewegt.“

Ito geht mit Weltcupsiegen und Edelmetall

In seiner langen Karriere gewann Daiki Ito vier Weltcupspringen, allesamt in der Saison 2011/2012: Zwei Mal siegte er in Sapporo, zudem je ein Mal in Lahti und Trondheim. Jene Saison beendete er als Vierter der Gesamtwertung. Zwei Jahre später gewann er bei den olympischen Winterspielen in Sotschi mit der Mannschaft die Bronzemedaille. Auch bei Weltmeisterschaften sammelte er Medaillen: 2007 in Sapporo, 2009 in Liberec und 2019 in Seefeld gewann er ebenfalls Bronze mit der Mannschaft, 2017 in Lahti mit dem Mixed-Team. In dieser Disziplin gewann er zudem die WM-Premiere 2013 in Val di Fiemme.

Auch im Sommer-Grand-Prix war er überaus erfolgreich, feierte er 2010 nach drei Tageserfolgen in Courchevel, Einsiedeln und Hakuba auch die Gesamtwertung. In Erinnerung bleibt zudem sein spektakuläres Missgeschick beim Weltcup in Sapporo, als er vom Balken ab- und dann den kompletten Anlauf herunterrutschte, jedoch mit dem Schrecken davonkam. Das erste Mal international auf sich aufmerksam machte er, als er 2002 Silber bei der Junioren-WM in Schonach im Schwarzwald gewann und dort nur hinter Janne Happonen landete.

Auch Viktor Polasek hört auf

Viktor Polasek schnitt bei Junioren-Weltmeisterschaften sogar noch besser ab, als er sich 2017 in Park City zum Junioren-Weltmeister krönte. Doch auch für den 24-Jährigen ist das Kapitel Skispringen beendet. Auf ‚Instagram‘ postete er einen Videoclip mit Erinnerungen und Aufnahmen seiner Laufbahn mit dem Titel „Time to move on“ („Zeit weiterzuziehen“). Auch die Berufsbezeichnung Skispringer hat er bereits von seinem Profil entfernt, er wird also im Gegensatz zu Ito keine Wettkämpfe mehr bestreiten.

Somit bleibt der zwölfte Platz beim Auftakt in Wisla in der Saison 2018/2019 sein bestes Weltcupergebnis. Im Continentalcup feierte er in Titisee-Neustadt 2017 und Frenstat 2021 zwei Tagessiege. Polasek nahm 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking an den olympischen Winterspielen teil, zudem vier Mal an Weltmeisterschaften. Bei den Spielen in Peking verpasste er beide Einzelentscheidungen nach einem positiven Corona-Test, im Team schied er mit seinen Landsleuten bereits im ersten Durchgang als Neunter aus.

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Über Luis Holuch 327 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

4 Kommentare

  1. Mit Ito geht einer der letzten seiner Generation in den Skisprung Ruhestand. Spontan fallen mir nur noch Ammann und Fettner ein, die weitermachen und so an vergangene, schöne Wintersport Wochenenden erinnern.

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