Fragen und Antworten

Das müssen Sie zu den European Games wissen

Foto: COS OPO Zakopane

In dieser Woche beginnt mit den Wettbewerben bei den European Games die Sommersaison im Skispringen. Vor dem Start erfahren Sie bei skispringen.com alles Wissenswerte.

Die Wettkampfzeit im Skisprungsommer beginnt 2023 deutlich früher als noch in den letzten Jahren: Bereits ab dem 27. Juni messen sich die Skispringerinnen und Skispringer im Rahmen der European Games. Was dieses Großereignis ist, welche Wettkämpfe anstehen, wo gesprungen wird und wer am Start ist, erfahren Sie hier.

Was sind die European Games?

Die European Games finden in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Austragungsort ist Krakau in Polen, nachdem zuvor Baku (Aserbaidschan) und Minsk (Belarus) die Ausgaben 2015 und 2019 organisiert hatten. Die European Games werden vom Europäischen Olympischen Komitee (EOC) organisiert, haben somit olympischen Charakter und sind das Pendant zu den Asien- und Panamerikanischen Spielen, die es bereits seit 1951 gibt.

Das Programm umfasst 27 Sportarten, Skispringen ist erstmals mit dabei. Insbesondere FIS-Renndirektor Sandro Pertile hatte sich für eine Aufnahme der Disziplin stark gemacht, da er sich eine größere Aufmerksamkeit verspricht. Herren-Bundestrainer Stefan Horngacher befürwortet diese Idee: „Ich denke, dass es zukünftig öfter hochwertige Skisprungwettbewerbe auch im Sommer geben wird, das ist ein erster Schritt in diese Richtung. Ich finde, dass diese Entwicklung in Ordnung ist, denn man kann diese Sportart im Winter wie im Sommer gleichermaßen betreiben.“

Welche Wettkämpfe stehen an?

Das Programm im Skispringen umfasst fünf Wettkämpfe: Den Auftakt bilden die Normalschanzen-Einzel für Frauen (27. Juni) und Männer (28. Juni), gefolgt vom Mixed-Team (29. Juni) welches ebenfalls auf der Normalschanze stattfindet. Abschließend gibt es für beide Geschlechter noch ein Einzel auf der Großschanze am 30. Juni (Frauen) und am 1. Juli (Männer).

» European Games 2023: Das Programm im Skispringen im Überblick

Wo wird gesprungen?

Schauplätze der Wettkämpfe sind die Srednia Krokiew und die Wielka Krokiew in Zakopane. Letztere ist seit Jahrzehnten fixer Bestandteil des Männer-Weltcups und mit ihrem K-Punkt von 125 Metern und ihrer Hillsize von 140 Metern die größte Schanze Polens. Die Normalschanze (K95 / HS 105) war im Jahr 2022 Schauplatz der Junioren-Weltmeisterschaften, bei denen sich Nika Prevc (Frauen-Einzel), Daniel Tschofenig (Männer-Einzel), sowie Slowenien (Frauen-Team) und Österreich (Männer- und Mixed-Team) die Titel sicherten.

Wer ist für Deutschland am Start?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat insgesamt fünf Athletinnen und vier Athleten nominiert: Selina Freitag, Luisa Görlich, Pauline Heßler, Anna Rupprecht und Katharina Schmid (geborene Althaus), sowie Felix Hoffmann, Philipp Raimund, Luca Roth und Constantin Schmid.

Horngacher begründete seinen Verzicht auf seine Top-Stars Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger wie folgt: „Wir schicken vier jüngere Athleten dorthin – mit Blick auf die nächsten Olympischen Winterspiele sollen sie schon einmal die olympische Luft schnuppern. Die arrivierten Athleten verfolgen weiter ihr Stützpunkttraining.“ Constantin Schmid, der als einziger Athlet des Herren-Teams schon Olympia-Erfahrung sammeln konnte, ist „hoch motiviert“ und „mag die Schanzen, sowohl die Normal-, als auch die Großschanze.“

Pauline Heßler und ihre Teamkolleginnen begeben sich derweil auf unbekanntes Terrain: „Ich kenne die Schanzen noch nicht, beide sind neu für mich. Vom Springen her läuft es für mich zu
diesem Saisonzeitpunkt doch schon ganz gut.“ Frauen-Bundestrainer Maximilian Mechler bekundete, „die Ergebnisse nicht zu hoch bewerten“ zu wollen, schließlich „gilt noch das alte Reglement – Stichtag für den Reglementswechsel ist der 1. Juli.“

Wer ist aus den anderen Nationen am Start?

Gastgeber Polen nimmt die Wettkämpfe auf den heimischen Schanzen ernst und schickt mit Dawid Kubacki, Piotr Zyla, Kamil Stoch, Pawel Wasek und Aleksander Zniszczol seine besten Athleten. Mit Kacper Juroszek kommt zudem ein hoffnungsvolles Talent hinzu. Je Wettbewerb dürfen fünf Springer starten, somit kann Nationaltrainer Thomas Thurnbichler bei Bedarf rotieren. Auch das slowenische Aufgebot ist mit Ziga Jelar, Lovro Kos, Anze Lanisek, Domen Prevc und Timi Zajc stark besetzt – alle vier Team-Weltmeister sind mit dabei.

Norwegen schickt mit Daniel-André Tande, Johann Andre Forfang, Marius Lindvik und Bendik Jakobsen Heggli ebenfalls vier Weltklasse-Athleten. Österreich hat mit Manuel Fettner, Jan Hörl und Daniel Tschofenig zumindest drei Top-Springer im Team, hinzu kommt Markus Müller.

Mit Stefan Kraft (Formaufbau) und Halvor Egner Granerud (zwischenzeitliche Zwangspause nach Trainingsunfall) sagten zwei namhafte Springer ihren Start kurz nach ihrer Nominierung ab, sodass voraussichtlich 55 Athleten aus 14 Nationen nach Zakopane reisen werden.

Auch bei Frauen sind einige Athletinnen aus der Weltspitze mit von der Partie: Die Gesamtweltcupvierte des letzten Winters, Anna Odine Stroem, führt das norwegische Aufgebot an, zu dem auch Thea Minyan Bjoerseth, Eirin Maria Kvandal und Kjersti Graesli gehören. Bei den Österreicherinnen fehlt zwar Gesamtweltcupsiegerin Eva Pinkelnig, mit Chiara Kreuzer bieten sie jedoch eine zweifache Siegerin des letzten Winters auf. Auch Sara Marita Kramer, Julia Mühlbacher, Jacqueline Seifriedsberger und Hannah Wiegele wurden nominiert.

Auch bei den Sloweninnen fehlt die beste Athletin des Winters (Ema Klinec), mit Nika Kriznar ist aber zumindest eine Podestspringerin im Aufgebot, das zudem aus Katra Komar, Ajda Kosnjek, Nika Prevc und Maja Vtic besteht. Insgesamt werden 39 Teilnehmerinnen aus elf Nationen erwartet.

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Über Luis Holuch 450 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

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