Doppelsieg und Gelbes Trikot

Chiara Hölzl bejubelt perfektes Oberstdorf-Wochenende

Foto: tramplin.perm.ru

Im strömenden Regen von Oberstdorf siegt Chiara Hölzl auch im zweiten Springen und holt sich das Gelbe Trikot zurück. Für das deutsche Team gab es hingegen einen Dämpfer.

Trotz des strömenden Regen bei Plusgraden gab es am Ende eine strahlende Siegerin. Wie schon am Samstag war Chiara Hölzl die Beste. Dank Sprüngen auf 127,5 und 129 Meter und 287,6 Punkten schlüpfte die Österreicherin wieder in das Gelbe Trikot der Weltcupgesamtführenden. Die 22-Jährige widerstand dem Angriff von Maren Lundby (285,3 P.), die nach 122,5 im ersten mit 131,5 Metern die beste im zweiten Durchgang war und schlussendlich lediglich 1,3 Punkte hinter der Siegerin landete. Auf Platz drei katapultierte sich die Siebte des ersten Durchgangs, Hölzls Landsfrau Marita Kramer (125 und 137 m; 269,8 P.), der auch der weiteste Sprung des Tages gelang.

„Ich bin super happy, dass ich wieder ganz oben stehen darf, es war sehr knapp am Ende. Ich wusste jedoch, dass ich es auch bei diesen schwierigen Bedingungen schaffen kann“, sagte die nun viermalige Weltcupsiegerin skispringen.com. „Es ist extrem schön, wenn man weiß, dass es nach Hause geht und gut drauf ist. Ich versuche das voll und ganz zu genießen. Auch wenn es eine Umstellung sein wird, kenne ich die Schritte meines Sprunges und dann wird das schon“, ergänzte die Salzburgerin. Zum bereits fünften Mal in der laufenden Saison landete Sara Takanashi auf dem undankbaren vierten Platz, direkt vor der besten Deutschen Juliane Seyfarth, die nach dem ersten Durchgang noch Dritte war.

Sensation durch Rajda – Schrecksekunde für Pinkelnig

Sensationell Sechste wurde die Polin Kinga Rajda, die nicht nur ihr bestes Karriereergebnis und das beste polnische Ergebnis überhaupt erzielte, sondern mit 128 Metern auch eine neue persönliche Bestweite aufstellte. Takanashis Teamkollegin Yuki Ito legte eine Aufholjagd hin und sprang noch von Platz 16 auf sieben. Daniela Iraschko-Stolz wurde Achte vor der drittbesten Japanerin Nozomi Maruyama, die es Ito gleich tat und von Rang 14 nach vorne rutschte. Platz zehn ging an die zweitbeste Norwegerin Silje Opseth.

Kurz die Luft hielten die 1800 Zuschauer im ersten Durchgang bei Eva Pinkelnig an. Die Gesamtweltcupdritte landete bei 131 Metern und damit so weit unten wie keine andere, fuhr sich jedoch gegen den rechten Ski und kam zu Fall. Pinkelnig selbst kam glimpflich davon, ihr linker Ski war danach aufgrund eines Bruchs hinter der Bindung reif für die Mülltonne. Die 31-Jährige ging als 13. in den zweiten Durchgang und behielt diesen Rang. Jacqueline Seifriedsberger und Lisa Eder belegten die Plätze 15 und 26.

DSV-Springerinnen ohne Fortune

Keinen guten Tag erwischte Lokalmatadorin Katharina Althaus. Beim Heimspringen fiel die Oberstdorferin nach einem schwachen zweiten Versuch von Platz zehn auf 19 zurück. „Wenn die Generalprobe schlecht läuft, kann die WM ja eigentlich nur gut laufen“, meinte die 23-Jährige nach dem Wettkampf achselzuckend, gestand aber auch ein: „Das war wahrlich kein perfektes Wochenende für mich.“ Selina Freitag und Luisa Görlich schnitten als 22. und 24. solide ab und bewiesen einmal mehr ihre Konstanz. Als einzige Italienerin im Finale stand Lara Malsiner, die Grödnerin wurde 21..

Vom Winde verweht wurde dagegen Svenja Würth, die denkbar unglücklich als 31. ausschied – mit 1,3 Punkten Rückstand auf Rang 30, umgerechnet weniger als ein Meter. Erneut keine Punkte gab es heute auch für Agnes Reisch, die West-Allgäuerin musste mit Rang 39 vorliebnehmen. Auch die drei Einzelkämpferinnen Virag Vörös (32.) aus Ungarn, Xueyao Li (33.) aus China, die gestern beide punkten konnten, sowie Guylim Park (40.) aus Korea blieben punktlos.

Hölzl und Lundby tauschen die Plätze

Da der DSV seine nationale Gruppe bereits in Klingenthal und für den gestrigen Wettkampf aufgestellt hatte, waren heute keine weiteren deutschen Springerinnen abseits des gewohnten Sextetts am Start. Somit standen 48 Springerinnen auf der Startliste, wie schon am Freitag fehlte aber Andreea Diana Trambitas aus Rumänien. Unter den sieben, die beim Wettkampf zuschauen mussten, waren neben den Einzelkämpferinnen aus Schweden und Kasachstan, Astrid Norstedt (44.) und Valentina Sderzhikova (46.), auch die zweite Italienerin Elena Runggaldier, für die es als 42. nicht reichte.

Durch das heutige Ergebnis haben Chiara Hölzl und Maren Lundby ihre Positionen im Gesamtweltcup getauscht. Hölzl führt das Klassement nun mit 830 Punkten vor Lundby (815) an. Eva Pinkelnig (719) musste ein Stück weit abreißen lassen und hat als Dritte 111 Punkte Rückstand auf ihre Landsfrau. Katharina Althaus verweilt auf Rang fünf und hat nun 432 Zähler auf dem Konto.

» Event-Übersicht: Weltcup-Saison der Damen 2019/2020

Die nächste Station für die Skispringerinnen ist am nächsten Wochenende das österreichische Hinzenbach. Dort finden auf der Aigner-Schanze (HS 90) ebenfalls zwei Einzelspringen statt. Den Auftakt in das Wochenende machen am Freitag das offizielle Training (12:00 Uhr) und die Qualifikation, die um 14:00 Uhr beginnt (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 107 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

1 Kommentar

  1. Da die Damen nun nach Österreich gehen und danach am Wochenende frei haben, könnten doch die Besten auch Vorfliegerinnen auf dem Kulm sein, oder? Das wäre schön, berechtigt und terminlich machbar.

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