DSV-Quartett verpasst Podium

Slowenien feiert Sieg im Mixed-Teamspringen in Willingen

Die slowenischen Skispringerinnen und Skispringer sichern sich den Sieg beim ersten Mixed-Wettbewerb des Olympia-Winters mit fulminantem Vorsprung. Das DSV-Quartett verpasst beim Heim-Weltcup den erhofften Podiumsplatz hingegen.

Kantersieg am Mühlenkopf: Mit insgesamt 862,6 Punkten sicherte sich die Mannschaft aus Slowenien den Sieg beim ersten Mixed-Teamspringen des Winters. Das Quartett mit Ema Klinec, Cene Prevc, Ursa Bogataj und Anze Lanisek setzte am Freitagabend im nordhessischen Willingen gegen Norwegen (Thea Minyan Bjoerseth, Halvor Egner Granerud, Silje Opseth, Marius Lindvik; 799,7 P.) durch. Den dritten Platz belegte die Mannschaft aus Österreich (Eva Pinkelnig, Daniel Huber, Marita Kramer, Stefan Kraft; 779,5 P.).

„Alle vier haben einen super Job gemacht, wir können sehr stolz auf das Team sein“, resümierte Cene Prevc das Springen. „Ich habe sehr viel Spaß an diesem Wettkampf gehabt, der Dank geht ans Team. Es war gar nicht so einfach, sich auf die Schanze einzustellen, weil heute alles Schlag auf Schlag ging“, strahlte Ema Klinec. Schon nach dem ersten Durchgang hatte das Quartett einen Vorsprung von mehr als 40 Punkten und gab diesen auch nicht mehr her. Kurioserweise gelang es einzig Anze Lanisek seine Gruppe zu gewinnen (und das auch nur im ersten Durchgang), gegen die slowenische Kompaktheit kam jedoch kein Team an.

Marius Lindvik mit starkem Comeback

Mann des Tages war definitiv Marius Lindvik, der sich stark aus seiner Quarantäne-Pause zurückmeldete. Der Schlussspringer Norwegens katapultierte seine Mannschaft mit seinem zweiten Sprung auf 147,5 Meter von Rang vier auf zwei nach vorne. Es war der einzige Sprung über Hillsize in einem Wettkampf, der mehr von der Ausgeglichenheit und der Spannung geprägt war als von großen Höhepunkten. „Es war ein fairer Wettbewerb und es hat Spaß gemacht, wieder hier in Willingen zu springen“, kommentierte Lindivik.

Die Erfolgsgarantin für das drittplatzierte ÖSV-Team war Marita Kramer, die vor allem mit ihrem ersten Sprung auf 144,5 Meter ihr Team auf Kurs hielt. Daniel Huber und Eva Pinkelnig konnten sich im zweiten Sprung jeweils steigern, während Stefan Kraft mit genau diesem haderte. „Wir haben sehr selten Bewerbe mit den Herren zusammen, von daher war das ein sehr cooler Bewerb. Am Vormittag habe ich mich noch etwas schwerer getan, aber nun bin ich viel besser ins Fliegen gekommen. Ich bin froh, dass sich ein dritter Platz ausgegangen ist und freue mich auf morgen“, sagte Kramer.

Unglücklicher Platz vier für DSV-Team

Die deutsche Mannschaft hat den erhofften Podiumsplatz zum Auftakt des langen Skisprung-Wochenendes auf der Mühlenkopfschanze um nur 1,1 Punkte knapp verpasst. Das Quartett mit Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Juliane Seyfarth und Karl Geiger belegte mit 778,4 Punkten den vierten Platz. „Windglück gehört immer dazu, aber insgesamt haben beide gute Sprünge gemacht“, analysierte Damen-Bundestrainer Maximilian Mechler. „Wir waren lange auf Platz zwei und drei, leider hat Karl etwas Pech mit den Bedingungen gehabt. Aber man merkt, dass die Luft vorne dünn ist, es muss alles passen“, fügte Herren-Bundestrainer Stefan Horngacher hinzu.

Ito verarbeitet Adrenalinrausch gut

Rang fünf ging an das japanische Team mit Yuki Ito, Naoki Nakamura, Kaori Iwabuchi und Yukiya Sato. Dort konnte vor allem Ito überzeugen: Sie gewann in beiden Durchgängen ihre Gruppe – und das nachdem sie am Vormittag durch ihren Schanzenrekord einen wahrlichen Adrenalinrausch erlebt hatte. Auf Rang sechs und damit geradezu im Niemandsland reihte sich Polen ein. Zumindest Piotr Zyla (141 Meter im ersten Durchgang) und Dawid Kubacki (137,5 Meter im Finale) konnten Ausrufezeichen setzen, während Kinga Rajda und Nicole Konderla deutlich abfielen. Für Konderla bedeutet das Ergebnis dennoch die Erlangung des lebenslangen Weltcup-Startrechts.

Selbiges galt auch für die beiden Franzosen Valentin Foubert und Mathis Contamine, die gemeinsam mit Julia Clair und Josephine Pagnier den siebten Rang belegten. Sie waren sogar näher an Polen als die Weiß-Roten an Japan. Den achten und damit letzten Platz im Finale sicherte sich Russland mit Kristina Prokopeva, Mikhail Maksimochkin, Aleksandra Kustova und Aleksandr Bazhenov. Auch Bazehnov erlangte nun das lebenslange Weltcup-Startrecht.

Undankbarer neunter Platz für Finnland

Den undankbaren neunten Platz als einziges ausgeschiedenes Team nahm Finnland ein. Jenny Rautionaho, Arttu Pohjola, Julia Kykkänen und Eetu Mereläinen kamen nur auf 37,2 Punkte und verpassten somit um 12,2 Punkte den Einzug ins Finale. Das war vor allem der Tatsache geschuldet, dass einzig Mereläinen mit 106,5 Meter überhaupt eine dreistellige Weite erzielte.

Noch am Abend um 18:30 Uhr steht der Prolog der Herren an, ehe es am Samstag mit den ersten Einzelspringen beider Geschlechter weitergeht. Alle Sprünge können sie live bei skispringen.com verfolgen.

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Über Luis Holuch 326 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

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