Freitag beste Deutsche

Ema Klinec gewinnt chaotisches Sommer-Grand-Prix-Finale in Klingenthal

Auch der siebte und letzte Tagessieg im Sommer-Grand-Prix 2023 geht an eine Slowenin: Ema Klinec lässt Seriensiegerin Nika Kriznar in Klingenthal hinter sich. Beste Deutsche des Chaos-Springens wird Selina Freitag.

Ein Schanzenrekord, ein spektakulärer Sturz, drei Disqualifikationen, eine Wettkampfdauer von zwei Stunden und fünf Minuten, sowie reichlich Wind – das Sommer-Grand-Prix-Finale der Skispringerinnen 2023 war wahrlich denkwürdig. Siegerin in Klingenthal wurde die Slowenin Ema Klinec mit Weiten von 131,5 und 137 Metern und 247,2 Punkten. 0,8 Punkte dahinter landete Teamkollegin Nika Kriznar mit 130 und dem eingestellten Schanzenrekord von 141,5 Metern und 246,4 Punkten auf Platz zwei. Rang drei ging an Jacqueline Seifriedsbeger aus Österreich, die 120,5 und 125 Meter weit und zu 211,5 Punkten sprang.

„Meine Sprünge waren sehr gut, damit bin ich zufrieden. In Rasnov war ich knapp hinten, heute war es Nika. Sie hatte einen großartigen Sommer und motiviert mich, noch besser zu werden. Ich hoffe, das können wir mit in den Winter nehmen“, bilanzierte Klinec nach ihrem dritten Grand-Prix-Sieg. Dabei dachte sie jedoch auch an Alexandria Loutitt, die nach dem ersten Durchgang noch in Führung lag und im zweiten einen aufsehenerregenden Sturz auf 75 Meter hinlegte. „Mir tut es sehr leid für Alexandria, ich hoffe sie ist okay“, bekundete Klinec. Loutitt war nach dem Absprung zu aggressiv in die Vorlage gegangen und kam nach einer Windböe aus der Balance. Nach der unsanften Landung stand sie jedoch rasch von alleine auf und verließ den Auslauf.

Drei Disqualifikationen beeinflussen Resultat

Wiederum 1,8 Punkte hinter Seifriedsberger landete Sara Marita Kramer als zweitbeste Österreicherin auf Rang vier und damit noch vor Selina Freitag. Die Sächsin verbesserte sich im Finaldurchgang dank 130 Meter noch von Platz neun auf fünf. Katharina Schmid war das Windglück im zweiten Durchgang nicht hold, so rutschte sie von Position sieben auf zehn ab. Dazwischen landeten mit Yuki Ito, Sara Takanashi und Nozomi Maruyama gleich drei Japanerinnen, sowie mit Nika Prevc die drittbeste Slowenin.

Das finnische Duo aus Jenny Rautionaho und Julia Kykkänen fuhr mit Platz elf und zwölf ein solides Teamergebnis ein. Erst dahinter folgte mit Anna Odine Stroem die beste Norwegerin, das ansonsten unter den Erwartungen blieb und eine Disqualifikation zu beklagen hatte. Eirin Maria Kvandal saß im zweiten Durchgang zwar auf dem Balken, ging jedoch trotz grünem Licht nicht in die Anlaufspur, weil ihr Trainer Christian Meyer nicht abgewunken hatte, da er die Bedingungen nicht als sicher und fair empfunden hatte.

Abigail Strate, Teamkollegin von Loutitt wurde hingegen erst im letzten Moment von ihrem Trainer Janko Zwitter abgewunken, der sich zuvor jedoch deutlich hörbar über die Außenmikrofone am Trainerturm über Wind außerhalb des Korridors beklagt hatte. Strate konnte ihren Sprung gar nicht beginnen, bevor die Ampel wieder auf rot sprang. Das bemerkte sie und verließ den Anlaufbereich wieder. Bei beiden Springerinnen stand zunächst eine Disqualifikation im Ergebnis, im offiziellen Endergebnis wurden sie als „nicht gestartet“ vermerkt.

Luisa Görlich verpasst Punkteränge

Eindeutiger war dagegen der Fall Josephine Pagnier: Sie absolvierte ihren zweiten Sprung zwar, verließ den Balken jedoch nachweislich erst nachdem die Ampel wieder auf rot gesprungen war. Von diesen Disqualifikationen profitierten folglich alle Athletinnen, die zwei Sprünge absolviert hatten – somit auch das restliche DSV-Team. Anna Rupprecht belegte Rang 19 vor der besten Schweizerin Sina Arnet. Die dritte Starterin aus Österreich, Hannah Wiegele, belegte Rang 21 vor Pia Lilian Kübler und Juliane Seyfarth. Loutitt, die tags zuvor die Qualifikation gewonnen hatte, belegte nach dem glimpflichen Ausgang ihres Abflugs Rang 25.

Die einzige Deutsche, die den Sprung unter die besten 30 und damit in die Punkteränge nicht schaffte, war Luisa Görlich. Die Thüringerin kam nicht über 103 Meter und Rang 37 hinaus. Mit Maren Lundby, die als 33. enttäuschte, erwischte es jedoch eine nochmal deutlich namhaftere Athletin. Keine Überraschungen waren hingegen das Ausscheiden der Slowakin Tamara Mesikova (31.), der beiden Polinnen Natalia Slowik (33.) und Nicole Konderla (35.), sowie der Tschechin Karolina Indrackova, die als 34. genau zwischen Slowik und Konderla landete.

Zum Abschluss des Sommer-Grand-Prix 2023 gibt es am morgigen Sonntag das erste und einzige Mixed-Team-Springen im Saisonverlauf. Der Probedurchgang startet um 14:45 Uhr, der erste Wertungsdurchgang ist für 16 Uhr angesetzt (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 526 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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