Nach Absturz am Bergisel

Fast 14 Meter Rückstand: Karl Geiger hakt Vierschanzentournee-Gesamtsieg ab

Nach seinem 16. Platz in Innsbruck schreibt Karl Geiger den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee ab. Am Tag nach seinem Absturz erklärt der Oberstdorfer, was am Bergisel schiefgelaufen ist.

Mit einem verpatzten Sprung im ersten Durchgang und Platz 16 der Tageswertung ist Karl Geiger beim dritten Springen der Vierschanzentournee auf den vierten Platz der Tournee-Gesamtwertung zurückgefallen. Den ersten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit 19 Jahren hat der Oberstdorfer vor dem Finale praktisch abgeschrieben.

„Es müsste viel passieren, dass man die Polen vorne noch abfangen kann“, erklärte der 27-Jährige am Ruhetag der Vierschanzentournee und vor dem anstehenden Finale in Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos). „Natürlich werde ich in Bischofshofen alles geben, aber ich muss den Blick auf die Gesamtwertung sein lassen. 24 Punkte aufzuholen, da muss schon einiges zusammenpassen.“

„Verkettung ungünstiger Umstände“

Gefragt nach seinem missglückten Versuch im ersten Durchgang von Innsbruck sprach Geiger von einer „Verkettung ungünstiger Umstände“ und erklärte: „Der Sprung war nicht ideal, darüber braucht man nicht reden. Aber ich glaube, er war besser als der erste Durchgang von Garmisch. Auf der Schanze ist es brutal, wenn man kleine Fehler macht, saugt es einen auf den Hang. Und dann stehe ich unten und verstehe die Welt nicht mehr.“

Trotzdem wolle er in Bischofshofen wieder angreifen und zeigen, dass der 16. Platz in Innsbruck ein Ausrutscher war. „Ich warte aber nicht auf eine Schwäche der anderen, sondern schaue, dass ich selbst gut springe“, so Geiger. In der Gesamtwertung liegt der Skiflug-Weltmeister vor dem Finale am Dreikönigstag 24,7 Punkte – umgerechnet fast 14 Meter – hinter dem führenden Kamil Stoch.

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Über Marco Ries 705 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

20 Kommentare

  1. Das ist genau wie Hanawald und Malysz
    Und beiden waren super Springer
    Und zum Stoch er hat schon vieles gewonnen alte Hase,aber der Granorut
    muss noch viel lernen

  2. Mich würde es nicht wundern, wenn wir bei dieser turbulenten Tournee 4 verschiedene Tagessieger sehen.

    Kamil Stoch bleibt natürlich der Favorit auf den Gesamtsieg.

    Aber die Schanze in B’hofen hat so ihre Tücken. Ein verpatzter Sprung eines Top-Springer kann nochmal vieles durcheinander wirbeln in den Top 5.

  3. Stoch und Kubacki lassen es sich nicht aus der Hand nehmen. Und Granerud muss erst lernen Niederlagen zu verarbeiten und nicht auf andere schieben.

  4. Das hat sich bereits in Garmisch abgezeichnet, dass die deutschen nicht mithalten können. Man muss anerkennen,dass Stoch ein verdienter Sieger ist. Ein Top Sportler.
    Einen Podestplatz wird es dieses Mal wohl nicht geben,
    -SCHADE-
    Trotzdem super Leistung unserer Adler. Go ahead

  5. Karl Geiger hat einfach keine Siegermentalität. Also dann muss er in Bischofshofen auch nicht mehr antreten mit o einer Einstellung. Richard Freitag und andere würden sich freuen alles geben zu können!!!

    • Warum? Der ist einfach unsympathisch und auch kein guter Skispringer. Hatte halt einen kurzen Lauf, das wars. Nach der Tournee wird er sich wieder irgendwo zwischen Platz 10 und 30 einordnen.

  6. Skispringen ist und bleibt ein Freiluftsport und ist immer spannend.In diesem Jahr,ist die Spannung sehr hoch und es kann alles mögliche passieren. Der beste soll gewinnen und da ist es egal welche Nation.

  7. Gestern beim der Übertragung des Bergiselspringens hat Tom Bartels gesagt, dass es für die Zukunft geplant ist, auch in Ga-Pa und Innsbruck das Springen unter Flutlicht auzutragen (also ähnlich wie in Oberstdorf und Garmisch Partenkirchen), damit man im Falle des Durchboxens einer Vierschanzentournee für die Damen, die Wettkämpfe für sie eben an Vormittagen durchführen kann. Das heisst, die heutigen Springen von Garmisch und Innsburck die man bisher immer nur bei natürlichem Licht ausgetragen hat, müssten zuküftig auf Nachmittagsstunden verlegt werden um der Damen-Vierschanzentournee Platz zu machen. Also in der Zukunft würden zuerst die Frauen bei Tageslicht jeweils ihren eigenen Wettkampf im Rahmen ihrer eigenen Vierschanzentournee bestreiten und die eigentliche Vierschanzentournee der Männer würde ausschliesslich nachmittags oder abends unter Flutlicht stattfinden.

    Was haltet ihr davon?

    Ich muss persönlich sagen: sosehr ich die Anstrebungen der Damen im Kampf um ihre Anerkennung in dem Skisprungsport respektiere, gefällt mir diese Idee gar nicht.

    Meiner Meinung nach sehen alle Schanzen unter Flutlicht mehr oder weniger gleich aus -> na gut, die Konstruktion der Schanze und ihre Parameter, die Tribünen sind schon anders aber all das was es um die Schanze drum herum gibt, sieht doch genauso aus wenn es dunkel ist.

    Das sieht man doch am Beispiel von Engelberg sehr gut -> eine wunderbare, idlyllisch, in einer wahren Touristenregion gelegene Schanze. Seit der Einführung von Flutlicht hat die Schanze ihren einstigen Reiz fast komplett verloren. Früher konnte man bei Tageslicht die impostante Alpenlandschaft samt des schönes Städtchens im Tal bewundern. Heute bei Flutlicht, wenn ein Springer unten im Auslauf steht, unterscheidet sich die Schanze eigentlich sogut wie gar nicht von der in Klingenthal oder Predazzo. Genauso wäre es doch mit Garmisch-Partenkirchen oder Innsbruck.

    Und was mich wohl am allermeisten frustriert hat, haben Tom Bartels und Sven Hannawald diese Idee vollkommen unkritisch aufgenommen und sie sogar mit grosser Freude begrüsst. Nein, mich als langjährigen Skisprungfan freut diese Idee und Entwicklung gar nicht.

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