Weltcup in Lahti

Kamil Stoch in Lahti zu zu schlagen, Markus Eisenbichler wird Zweiter

Mit zwei überragenden Sprüngen sichert sich Kamil Stoch in Lahti den Sieg am Sonntag. Der Pole lässt der Konkurrenz keine Chance und gewinnt mit Rekordvorsprung vor Markus Eisenbichler, der sein bestes Karriereergebnis feiert.

Kamil Stoch sicherte sich am Sonntagnachmittag überlegen den Sieg beim Einzelspringen in Lahti. Mit Weiten von 132 und 134 Metern war der dreimalige Olympiasieger in beiden Wertungsdurchgängen das Maß aller Dinge und sicherte sich den Sieg mit einem unglaublichen Vorsprung von 28,2 Punkten vor dem zweitplatzierten Markus Eisenbichler (124,5 und 129,5 m; 286 P.). Stefan Kraft belegte mit 124 und 128,5 Metern (283 P.) den dritten Platz.

Schon im Vorfeld wurde Kamil Stoch als klarer Favorit auf den Sieg in Lahti gehandelt. Der Pole, der in Pyeongchang zum dritten Mal Olympia-Gold gefeiert hatte, präsentierte sich schon in allen Trainingssprüngen im Vorfeld überragend – und ließ dementsprechend auch im Wettkampf keine Zweifel an seinem Sieg aufkommen.

Eisenbichler mit phänomenaler Aufholajgd

Zur Halbzeit führte Stoch das Feld vor Ryoyu Kobayashi aus Japan und dem Norweger Andreas Stjernen an. Im Finaldurchgang war es dann Markus Eisenbichler, der die guten Trainingsleistungen zu bestätigen wusste und mit dem zweitweitesten Sprung des Durchgangs eine beeindruckende Aufholjagd einleitete. Nach dem ersten Durchgang noch an siebter Stelle gelegen, katapultierte sich der 26-jährige Siegsdorfer im Finale deutlich nach vorne und kassierte einen Springer nach dem anderen.

Rekordvorsprung: Stoch schreibt Geschichte

Bis auf Stoch: Der Pole hatte schon nach dem ersten Durchgang großen Vorsprung, zeigte im Finale dann aber alles andere als einen Sicherheitssprung: Tagesbestweite und Rekordvorsprung brachten ihn dem 27. Weltcupsieg seiner Karriere, den ersten seit seinem Grand Slam bei der Vierschanzentournee. Es ist der größte Vorsprung eines Siegers, den es im Skisprung-Weltcup je gegeben hat.

Alle sieben DSV-Skispringer in den Punkten

Zumindest aus mannschaftlicher Hinsicht kann Bundestrainer Werner Schuster mit dem Abschneiden seiner Athleten zufrieden sein, doch die beiden Vorflieger des bisherigen Saisonverlaufs, Andreas Wellinger und Richard Freitag, konnten im Kampf um die vorderen Plätze diesmal nicht mitmischen: Wellinger war zur Halbzeit noch aussichtsreich auf dem vierten Platz gelegen, fiel bei schwierigen Bedingungen mit 123 Metern aber noch auf den achten Platz zurück. Deutlich unter Wert geschlagen hat sich Richard Freitag, der mit 122 und 120 Metern nicht über den 15. Platz hinauskam und im Kampf um den Gesamtweltcup gegen den siegreichen Stoch damit wertvolle Punkte verliert.

» Liveblog-Nachlese: So lief der Einzel-Wettbewerb in Lahti

Der Oberstdorfer Karl Geiger belegte einen achtbaren neunten Platz, weitere Weltcuppunkte sammelten aus der deutschen Mannschaft außerdem Stephan Leyhe (20.), Pius Paschke (25.) und Constantin Schmid (27.).

ÖSV-Aufwärtstrend setzt sich fort

Nachdem sie das Podium beim Teamspringen am Samstag knapp verpasst haben, setzten die österreichischen Skispringer ihren Aufwärtstrend in Lahti weiter fort. Neben dem drittplatzierten Stefan Kraft zeigte sich auch Gregor Schlierenzauer zufrieden – ein 19. Platz ist zwar nicht der Anspruch des Rekord-Weltcupsiegers, aber immerhin ein Aufwärtstrend. Michael Hayböck verpasste die Top Ten als Zwölfter – punktgleich mit den Norweger Robert Johansson – nur knapp.

Neben Stoch glänzte aus der polnischen Mannschaft an diesem Wochenende auch Dawid Kubacki, der das Podium mit 124 und 127,5 Metern als Vierter nur knapp verpasst hat, Andreas Stjernen wurde als bester Norweger schlussendlich Fünfter. Die japanischen Kobayashi-Brüder Ryoyu und Junshiro belegten die Plätze sechs und sieben.

Der im vergangenen Winter noch starke Domen Prevc aus Slowenien wurde mit schwachen 95,5 Metern Letzter und verpasste den Finaldurchgang der besten 30 damit ebenso wie beispielsweise beide Finnen Janne Ahonen (37.) und Antti Aalto (42.), der Norweger Tom Hilde (36.) sowie Clemens Leitner aus Österreich (44.).

» Gesamtweltcup 2017/2018: Aktueller Gesamtstand im Skispringen

Im Gesamtweltcup baut Kamil Stoch seinen Vorsprung aus: Mit insgesamt 963 Punkten liegt der Pole weiterhin vor den beiden Deutschen Richard Freitag (836) und Andreas Wellinger (768).

» Alle Termine im Überblick: Weiter geht’s mit der „Raw Air“-Tour

Der Weltcup der Skispringer wird mit der „Raw Air“-Tour fortgesetzt, dem norwegischen Pendant zur Vierschanzentournee. Der Kampf um das Extra-Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro beginnt am kommenden Wochenende mit dem Team- und Einzelspringen am Holmenkollen in Oslo, die weiteren Stationen sind Lillehammer, Trondheim und Vikersund.

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Über Marco Ries 504 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

27 Kommentare

  1. Es ist so herrlich wie diese ganzen Kegelbrüder hier auf einmal ruhig sind;nach Stochs Vorstellung können sie einfach nichts schlechtreden oder relativieren,wie sie es über die gesamte vst und darüber hinaus getan haben.Stoch ist gestern bei plus 4 rückrenwind 7,5 bis 8m weiter gesprungen als die Konkurrenz,in einem Durchgang.Jetzt kannste dir mit realen Werten die man sich leicht aus dem Internet beschaffen kann mal durchkalkulieren,wie extrem viel besser Stoch ist als eure deutschen stars Freitag und Wellinger,mein lieber Kegelbruder

    • Nein, ein Genie bin ich ganz bestimmt nicht… Ich konnte mich nur zufällig noch an das Springen in Kuusamo erinnern. Janojano hat dann die exakten Rekorddaten geliefert. Wenn ich auch kein Genie bin, kann ich zumindest doch lesen: „Es ist der größte Vorsprung eines Siegers, den es im Skisprung-Weltcup je gegeben hat“ – so heißt es im obigen Artikel. Das bedeutet eindeutig: Der größte Vorsprung seit der Einführung des Weltcups 1979. Das ist falsch.

  2. Größter Vorsprung in der Geschichte. Das stimmt definitiv nicht! 2004 hatte Janne Ahonen (318,7 Punkte)in Kuusamo vor dem zweitplazierten Alexander Herr (275,5 Punkte) einen deutlich größeren Vorsprung! Also bitte richtig recherchieren.

    • Größter Vorsprung in Großschanze:
      Innsbruck 2001
      1. Małysz 259,2
      2. Ahonen 214,3 (-44,9)
      3. Kasai 211,6 (-47,6)
      Größter Vorsprung in der Geschichte:
      Flugschanze, Planica 1987
      1. Felder 398,0
      2. Fidjestøl 350,5 (-47,5)

  3. Man muss wirklich und fair sagen dass Kamil Stoch der beste ist in dieser Saison. Aber die anderen sind auch sehr gut. Sehr gute und spannende Wettkämpfe.

        • Der Kommunismus ist das größte Übel der Menschheitsgeschichte. Es ist eine Schande das die Redaktion hier nicht gegen Sie vorgeht. Die vielen Milliarden Opfer. Noch schlimmer: Die Bolschewisten haben versucht den Menschen die Nation zu nehmen!!!!!!

          Einfach FURCHTBAR!!!

          Zum Glück regiert jetzt der Sebastian Kurz. Der verteidigt uns vor so widerlichen Kommunisten.

          • es ist sehr lustig, dass in diesem lange zeit zertrollten forum noch immer jemand als schanzenfriedl schwachsinn schreibt… sehr witzig. mir kommt vor, alle, die hier mal interessante dinge ausgetauscht haben vor ein paar jahren, sind eh schon verschwunden…

  4. Unglaublich. Stoch ist einfach unantastbar. Mir fehlen die Worte Noch dominanter wie Freitag in Engelberg. 16m nimmt derder Konkurrenz ab. Meiner Meinung nach müssten sie den ersten Platz auf dem Stockerl erhöhen. Die Deutschen waren Ok (Eisenbichler und Geiger gut, Wellinger und vor allem Richi schlecht). Dieser Sprung von Innsbruck juxd mich immer noch. Schön dass Kraft wieder aufm Stockerl ist. Ich möchte ihn mal mit der Form vom letzten Jahr gegen die Form vom diesjährigen Stoch springen sehen. Wäre bestimmt interessant. Norwegen war heute nicht gut, bei den Slowenen wars das selbe nur auf ihrem Niveau, und das ist schlechter. Weiß wer wo Peter Prevc heute war? Der Wettkampf heute war ziemlich langweilig, fast wie die Formel 1. Als Vettelfan musst du ständig zusehen wenn die Mercedes die Erfolge feiern. Alles in allem hat bei Kamil heute alles gepasst, wobei man auch sagen muss, dass ihm die Schanze wirklich gut liegt, wenn nicht sogar auf ihn geschneidert wurde. Fairer Wettkampf (Freue mich auch für Schlieri)

    • Peter Prevc hat lieber trainieren wollen weil er wusste, dass er in Lahti nichts bringt und um sich auf die Raw Air vorzubereiten.

  5. Was ist nur mit Richard Freitag los. Er verfällt jetzt offensichtlich wieder in alte Fehler, sehr sehr, schade.
    Glückwunsch an Marcus Eisenbichler, ganz tolle Leistung an beiden Tagen in Lahti.
    Ein toller Sportsmann, nach der Enttäuschung von Olympia.
    Kamil Stoch ist eindeutig der zur Zeit beste und konstanteste Skispringer der Welt.

  6. Kamil unglaublich stark. Legt nochmal zu zum Ende der Saison. Das koennen nur ganz wenige.
    カミルおめでとう!今日も素晴らしいジャンプだった。

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