Sächsischer Doppelsieg in Klingenthal

Martin Hamann und Selina Freitag holen deutsche Meistertitel

Foto: Konstanze Schneider / VSC Klingenthal

Die Deutschen Meisterschaften in Klingenthal sind fest in sächsischer Hand: Martin Hamann und Selina Freitag holen die Titel im Einzel. Während Freitag im Team sogar noch ein zweites Mal Gold holt, dominieren bei den Männern die Bayern.

Viel besser hätten die Deutschen Meisterschaften aus sportlicher Sicht für den sächsischen Skiverband kaum laufen können: Mit zwei Sprüngen auf 137 Metern und 294,9 Punkten sicherte sich Martin Hamann am Samstagabend den Meistertitel 2023. Silber ging an Stephan Leyhe, der auf 137,5 und 138,5 Meter und 293,1 Punkte kam. Philipp Raimund gewann mit 133 und 138,5 Metern und 289,3 Punkten die Bronzemedaille. Andreas Wellinger, der nach 140,5 Metern nach dem ersten Durchgang sogar in Führung lag, musste sich nach lediglich 129 Metern im Finale mit Platz vier begnügen.

„Ich bin super stolz, dass ich meine Sprünge so runtergebracht habe. Ich dachte eigentlich, dass noch Luft nach oben war bei den Sprüngen und dass es vielleicht am Ende gar nicht reichen könnte“, äußerte Hamann nach seiner ersten Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften. Seine gegenwärtig starke Form führte er dabei auf eine gelungene Vorbereitung zurück: „Ich konnte die Sommersaison gut nutzen und wir haben einen neuen Trainer bekommen. Die Umstellung hat gut funktioniert und wir konnten gute Impulse setzen.“ Die weiteren Top-Ten-Plätze belegten Karl Geiger, Felix Hoffmann, Pius Paschke, Junioren-Meister Adrian Tittel, Constantin Schmid und Markus Eisenbichler.

Doppel-Gold für Selina Freitag

Bei den Frauen sorgte Selina Freitag ebenfalls für einen sächsischen Sieg: Mit zwei Mal 130,5 Metern und 295,9 Punkten setzte sie sich um 15,6 Punkte gegen Katharina Schmid (127 und 124 m; 284,3 P.) durch. Bronze ging an Anna Rupprecht, die mit 114 und 111,5 Metern und 244,3 Punkten einen großen Respektabstand auf Schmid hatte. Platz vier ging mit Pia Lilian Kübler ebenfalls an eine Sächsin, dahinter landeten mit Pauline Heßler, Juliane Seyfarth und Luisa Görlich drei Thüringerinnen. Agnes Reisch bestritt nach fast neun Monaten mal wieder einen Wettkampf und wurde Achte vor Alvine Holz und Joanna Eberle.

„Ich habe einfach versucht, meine Trainingsleistungen in den Wettkampf zu bringen. Und die beiden Sprünge waren sogar noch besser als die zuletzt im Training“, gab Freitag nach dem Wettkampf zu Protokoll. Am Sonntag gewann sie gemeinsam mit Kübler das Teamspringen und sicherte sich somit das Doppel-Gold. „Ich bin schon mit einem guten Gefühl angereist, weil ich wusste, dass ich gute Sprünge machen kann und das habe ich versucht umzusetzen. Das ist mir durchaus gelungen und ich fahre wieder sehr zufrieden nach Hause. Es sind noch zwei Plätze offen in der Weltcup-Mannschaft und mein Anspruch ist es, da dabei zu sein“, bilanzierte Kübler. Silber ging an das Bayern-Duo Eberle und Schmid, denen 4,7 Punkte zum Spitzenplatz fehlten. Bronze holte das Duo aus Baden-Württemberg bestehend aus Reisch und Rupprecht.

In der Mannschaftskonkurrenz der Männer, die im klassischen Vierer-Team ausgetragen wurde, siegte das Team Bayern I mit Andreas Wellinger, Pius Paschke, Karl Geiger und Philipp Raimund mit über 140 Punkten Vorsprung auf Bayern II (Constantin Schmid, Simon Steinbeißer, Gastspringer Kaimar Vagul aus Estland und Markus Eisenbichler). Bronze ging an das Team aus Sachsen mit Adrian Tittel, Felix Frischmann, Eric Hoyer und Martin Hamann.

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Über Luis Holuch 520 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

8 Kommentare

  1. Wenn der Deutsche Meister Martin Hamann nächstes Wochenende noch beim Alpencup in Oberhof starten würde, wäre er dieses Jahr der einzige Springer weltweit, der in einer Saison in allen 4 Skisprung Ligen gesprungen wäre.
    Spaß beiseite, gibt es denn in Deutschland niemanden, der eines unserer raren Skisprungtalente dazu befähigen könnte, stabil auf Weltcup-Niveau springen zu können??

  2. Freue mich übrigens sehr, dass es bei Leyhe wieder läuft. Hoffentlich findet er wieder zu alter Form, dann ist er auf jeden Fall einer der besten Springer der Welt!

  3. Katharina Schmid?????????
    Schade, wenn man sich den Namen der aktuell geschlechtsübergreifend erfolgreichsten deutschen Springerin nicht mal richtig merkt
    Und diese BEGRÜNDUNGSLOSEN Anfeindungen gegen Wellinger gehören keineswegs in einen seriösen Chat

    • Sorry, das mit dem Namen hab ich noch nicht mitbekommen, hätte man aber auch mal erwähnen können, das ist ja doch relevant. Somit verwechselte nun nicht der Autor den Namen, sondern alle Leser, die noch nicht wussten, dass sie den Namen geändert hat

  4. Wieso ist Wellinger unsympathisch? Ich kenne keinen aus Spingerlager, der unsympathisch ist. Egal welche Nation. Die Springer aus verschiedenen Ländern kommen ganz gut miteinander klar. Die reisen zusammen, wohnen zusammen, trainieren oft zusammen. Sogar feiern zusammen ( Winterolympiade 2018, Deutsche und Norweger). Usw.

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