DSV-Skispringer schwächeln

Norweger und Österreicher überzeugen im ersten Olympia-Training in Peking

Foto: imago / GEPA

Beim ersten Kräftemessen auf der Olympiaschanze in Peking überzeugen vor allem die Norweger und Österreicher. Allen voran Halvor Egner Granerud meldet erste Ambitionen auf olympisches Edelmetall an.

Im ersten von insgesamt drei Trainingsdurchgängen musste sich Granerud noch mit einem elften Platz zufrieden geben, bevor er danach dann deutlich gemacht hat, dass mit ihm bei der ersten Olympia-Entscheidung der Skispringer zu rechnen sein wird. Mit 103,5 und 104,5 Metern belegte der 25-jährige Norweger in den folgenden Durchgängen die Plätze eins bzw. zwei.

Das erste Training wurde mit besonders großer Spannung erwartet, weil mit Ausnahme des einzigen chinesischen Starters Qiwu Song keiner der Athleten bislang auf der imposanten Schanzenanlage gesprungen ist, die sich rund 180 Kilometer entfernt von Chinas Hauptstadt befindet.

Österreich mannschaftlich vorn

Neben Granerud waren es vor allem die Österreicher, die sich schon früh gut zurechtgefunden haben: Manuel Fettner gewann den ersten Trainingsdurchgang noch vor Kamil Stoch und bestätigte seine Form auch in den folgenden Versuchen. Konstant stark präsentierte sich auch Stefan Kraft, der in den ersten beiden Durchgängen zweimal Vierter wurde. Den weitesten Sprung des Tages zeigte aber Daniel Huber mit 106 Metern im zweiten Training.

Geiger mit Luft nach oben

Die deutschen Skispringer haben bei ihren ersten Trainingssprüngen hingegen noch deutlich Luft nach oben gelassen. Karl Geiger, der als Gesamtweltcup-Führender zum großen Saisonhighlight angereist ist und als größte Medaillenhoffnung der deutschen Mannschaft gilt, kam in keinem der drei Trainingssprünge über 96 Meter hinaus. Der Oberstdorfer belegte damit nur die Plätze 20, 21 und 22.

Besser lief es hingegen für Markus Eisenbichler, der zumindest im dritten Trainingsdurchgang die 100-Meter-Marke knacken und zweimal einen zehnten Platz belegen konnte. Über die drei Trainingsdurchgänge hinweg hat der Siegsdorfer in der deutschen Mannschaft damit den besten Eindruck hinterlassen.

Paschke muss um Startplatz bangen

Eng mit der Teilnahme bei der ersten Einzel-Entscheidung am Sonntag dürfte es für Pius Paschke werden. Geht es nach den Trainingseindrücken am ersten Sprungtag, hat der 31-Jährige von den fünf deutschen Skispringern den schwächsten Eindruck hinterlassen. Nach dem zweiten Trainingstag am Freitag muss Bundestrainer Stefan Horngacher seine Mannschaft auf vier Athleten reduzieren, die dann am Samstag in der Qualifikation antreten dürfen.

Beachtlich stark präsentierte sich Evgeniy Klimov aus Russland im dritten Trainingsdurchgang, den er mit 101,5 Metern noch vor Granerud für sich entschieden hat.

Nicht antreten konnte Viktor Polasek, der nach seiner Ankunft in China positiv auf das Coronavirus getestet wurde und sich vorerst in Quarantäne begeben muss. Sein Landsmann Radek Rydl hat nach einem positiven Befund die Anreise noch gar nicht angetreten und hofft darauf, zu einem späteren Zeitpunkt in die Olympischen Winterspiele einsteigen zu können.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zu den Olympischen Winterspielen in Peking

Am Freitag stehen ab 7 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) drei weitere Trainingsdurchgänge auf dem Plan. Am Samstag folgt dann die Qualifikation für die erste Einzel-Entscheidung.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

7 Kommentare

  1. Wiso Rätsel, er hatte keine Andere Wahl, Wellinger war Corona Positiv und Freund hat die Olympia Norm nicht rechtzeitig geschafft.

  2. Den Vorschlag für die Nominierung hat Horngacher zum letztmöglichen Zeitpunkt abgegeben. Zu dieser Zeit hatte Freund nicht die vorgegebene Norm und Wellinger konnte aufgrund der Quarantäne keinen Formnachweis erbringen. Insofern ist es für mich absolut nachvollziehbar und im übrigen auch verdient, dass Paschke nominiert wurde. Er wurde ja schon 2018 trotz Norm nicht berücksichtigt.

  3. Hoffentlich funktioniert Consti Schmied auf Großschanze einigermaßen. Und wird auch von Corona verschont. Sonst sieht es düster für die deutsche Mannschaft im Teamwettbewerb. Pius bringt nichts zu Stande.

  4. Warum unser Bundestrainer Pius Paschke
    mitnahm, wird uns ein Rätsel bleiben. Vielleicht ist er bei der nächsten Olympia zu alt. Damit tut er Paschke nicht gutes.

    • Paschke darf sich, völlig egal wie er abschneidet, für den Rest seines Lebens sagen: ich war dabei! Wo ist da der Schaden? Und er hat es sich hart erarbeitet. Die Olympianorm zu erreichen ist ein Erfolg für sich. Ich wünsche ihm einen tollen Wettbewerb!

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