Dritter Podestplatz für Freitag

Silje Opseth siegt im Schneegestöber von Lillehammer

Im Schneegestöber von Lillehammer sichert sich Silje Opseth ihren vierten Saisonsieg. Auch Selina Freitag trotzt dem Flockenwirbel und wird hervorragende Zweite. Eva Pinkelnig bejubelt derweil ihren größten Karriereerfolg.

Geduld, Konzentration, Mut – den Skispringerinnen wurde bei der zweiten Station der Raw-Air-Tour am Montag einiges abverlangt. Bei dichtem Schneefall sicherte sich Silje Opseth mit Sprüngen auf 116,5 und 131 Meter mit 223,1 Punkten ihren vierten Saisonsieg. Nur 0,6 Punkte hinter ihr landete die stark aufspringende Selina Freitag, die auf 121,5 und 128 Meter sowie 222,5 Punkte kam. Rang drei belegte Raw-Air-Leaderin Ema Klinec mit 120 und 122 Metern und 216,6 Punkten.

„Es war eine sehr harte Zeit zuletzt und ich habe dafür gekämpft, mich selbst auf der Schanze zu finden. Es fühlt sich sehr gut an, mich mit so einem Ergebnis zu belohnen. Darüber bin ich sehr erleichtert. Es war natürlich nicht einfach, speziell bei der Landung, aber wir haben das Beste draus gemacht“, sagte die Norwegerin im Anschluss erleichtert, nachdem sie bei der WM in Planica auf der Normalschanze gar keinen Einsatz bekam. „Der Tag heute ist nicht so gut gestartet, wie ich wollte. Ich hatte vom Kopf her ein paar Probleme, aber dafür ist es jetzt umso cooler, dass ich hier in Lillehammer auf dem Podest stehen darf“, sagte Freitag nach ihrem dritten Weltcup-Podestplatz.

Eva Pinkelnig ist erstmals Gesamtweltcupsiegerin

Rang vier ging an die beste Japanerin Yuki Ito, während Teamkollegin Sara Takanashi bei ihrem Comeback nach verletzungsbedingter Pause als Zehnte ebenfalls eine ansprechende Leistung zeigte. Nur 0,1 Punkte hinter Ito landete Katharina Althaus auf ihrer Lieblingsschanze auf Rang fünf. Klinec‘ Landsfrau Nika Kriznar wurde Sechste vor Opseths Teamkollegin Eirin Maria Kvandal, die als Führende ins Finale gegangen war, diesen ersten Platz aber nach einer Anlaufverkürzung um eine Luke nicht behaupten konnte. Abigail Strate wurde als beste Kanadierin Neunte vor Chiara Kreuzer, die ihren dritten Platz im Raw-Air-Ranking an Althaus abgeben musste.

Nicht mehr hergeben wird Eva Pinkelnig unterdessen ihr gelbes Trikot als Gesamtführende: Mit ihrem elften Platz holte sie zwar 21 Weltcuppunkte weniger als Katharina Althaus, hat aber zwei Wettkämpfe vor Saisonende einen Vorsprung von 215 Punkten. Damit steht nun offiziell fest, dass die 34-jährige Österreicherin erstmals den Gesamtweltcup gewinnt – und das als dritte Österreicherin nach Daniela Iraschko-Stolz (2014/2015) und Sara Marita Kramer in der vergangenen Saison. Für Pinkelnig ist dies der größte Erfolg ihrer außergewöhnlichen Karriere.

Entsprechend bewegt war sie nach dem Springen auch: „Das ist unglaublich. Danke an alle, die dafür gearbeitet haben. Ausgerechnet hier in Lillehammer, wo alles angefangen hat, wo ich meinen ersten Weltcup-Bewerb gesprungen bin, ein paar Jahre später Gesamtweltcupsiegerin zu sein, mit allem, was ich zwischendrin erleben hab müssen, das ist unglaublich. Mir fällt es selber schwer das Ganze in Worte zu fassen.“

Bestes Ergebnis für Schweizerin Sina Arnet

Ihre Teamkolleginnen Julia Mühlbacher und Sara Marita Kramer belegten die Plätze 17 und 21, während Jacqueline Seifriedsberger (33.) und Hannah Wiegele (39.) punktlos blieben. Aus dem DSV-Team sprangen mit Anna Rupprecht (15.), Pauline Heßler (25.) und Luisa Görlich (30.) drei weitere Springerinnen unter die besten 30. Ebenfalls dort zu finden waren die Slowenin Katra Komar, die als 13. völlig überraschend ihr bestes Weltcupergebnis einfuhr, und mit Sina Arnet die einzige qualifizierte Schweizerin. Auch die 17-Jährige schnitt als 20. so gut wie noch nie zuvor ab.

Die US-Amerikanerin Cara Larson wurde bereits in der Qualifikation am Vormittag disqualifiziert. Ebenso wie am Vortag in Oslo, wo sie dasselbe Schicksal ereilte, war ihr Sprunganzug zu groß. Juliane Seyfarth verpasste den Wettkampf als einzige DSV-Springerin hingegen auf sportlichem Wege, nachdem sie nicht über Rang 44 hinauskam. Wegen des starken Schneefalls konnte das Springen erst mit 33 Minuten Verspätung gestartet werden, nachdem das unterbesetzte Tretkommando ausrücken musste.

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In der Raw-Air-Wertung konnte Ema Klinec ihre Führung deutlich ausbauen und steht nun bei 1072,7 Punkten. Ihr Vorsprung auf die Zweitplatzierte Anna Odine Stroem (1039,1) beträgt 33,6 Punkte. Katharina Althaus ist neue Dritte mit 1035,1 Punkten.

Am morgigen Dienstag steht für die Skispringerinnen um 18:30 Uhr ein Probesprung an, ehe es um 19:30 Uhr in die Qualifikation für das Einzel am Mittwoch geht (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 527 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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