Mehr Preisgeld, mehr Springen

"Raw Air" feiert revolutionäre Rückkehr

Zwei Wochen vor der Rückkehr der „Raw-Air“-Tour in Norwegen gibt es erfreuliche Neuigkeiten für die Skispringerinnen: Neben einem Nachholspringen gibt es eine waschechte Revolution.

Der norwegische Skiverband macht aus der Not eine Tugend: Nachdem für die Skispringerinnen durch die Absagen der Weltcups in Sapporo und Zao gleich vier Springen ausfielen, springen die Skandinavier nun als Ersatzausrichter ein. Am Mittwoch, den 2. März wird in Lillehammer zumindest ein zusätzliches Springen auf dem Lysgardsbakken stattfinden. Doch damit der Veränderungen noch nicht genug, denn zur Wiederkehr der „Raw-Air“-Tour, die im vergangenen Winter ausfiel, wurde auch das Preisgeld angepasst – mit einem revolutionären Ansatz.

Denn erstmals wird bei einer solchen Sonderwertung ein höheres Preisgeld für die Damen als für die Herren ausgeschüttet: 80.000 Euro gibt es für die Top drei, von denen 45.000 an die dann dritte Siegerin gehen, die Zweite und die Dritte erhalten 25.000 respektive 10.000 Euro. Bei den Herren sind insgesamt 60.000 Euro im Preisgeld-Topf, gesplittet auf 35.000, 17.500 und 7.500 Euro. „Dies stärkt die Position der „Raw Air“ als die wichtigste Tour im Skispringen, erst recht bei den Damen“, sagte Staale Villumstad, der für die „Raw Air“ zuständige Projektmanager in einer Pressemitteilung des Skiverbandes.

Zuschauer kehren zurück, Trondheim und Vikersund fehlen

Auch die Generalsekretärin, Ingrid Bretten Berg, zeigte sich erfreut über die Anpassungen: „Wir haben darauf hingearbeitet, eines der ausgefallenen Japan-Springen zu übernehmen und haben heute die finale Bestätigung der FIS erhalten. Es ist eine doppelte Belohnung, dass es zugleich bedeutet, dass die „Raw Air“ für die Damen erweitert und sie deshalb erstmals um mehr Preisgeld als die Herren springen werden.“

Das Nachholspringen findet am 2. März um 19 Uhr statt, zuvor gibt es für die Damen um 11 und 13 Uhr Training und Qualifikation, sowie um 18 Uhr den Probedurchgang. Während die Herren in Lillehammer ein Einzel (am 3. März) und in Oslo deren zwei bestreiten werden, sind es für die Damen je zwei pro Station. Mit den Qualifikationen, die ebenfalls in die Wertung gehen, sind es neun respektive zwölf Durchgänge, die Herren und Damen absolvieren werden.

Zudem gibt es in Oslo (4. März) noch ein Mixed-Team-Springen, das jedoch nicht für die Gesamtwertung der „Raw Air“ zählt. In Trondheim, das sonst die dritte Ausrichterstadt war, finden heuer aufgrund der Umbaumaßnahmen der Schanzenanlage für die Nordische Ski-WM 2025 keine Springen statt. Auch in Vikersund macht die Tour in diesem Winter nicht Halt, dafür findet dort vom 10. bis 13. März die Skiflug-WM statt.

Mit der Rückkehr der selbsternannt „härtesten Skisprung-Tour der Welt“ kehren auch die Fans zurück an die norwegischen Schanzen. „Wir freuen uns darauf, zum ersten Mal seit 2019 die Zuschauer in den Arenen in Lillehammer und am Holmenkollen im Rahmen der „Raw Air“ zu begrüßen“, bekundete Terje Lund, der Eventmanager des norwegischen Skiverbandes und ergänzte: „Nun gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die Springerinnen in Aktion zu sehen.“

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Über Luis Holuch 326 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

2 Kommentare

    • „Wichtigste Tour“ im Skispringen. Ganz schön viel Selbstverliebtheit bei den Norwegern vorhanden. Raw Air ist nicht mehr oder weniger bedeutend als ein normales Weltcup-Wochenende. Da könnte man genauso gut Willingen 5 als wichtigste Tour im Winter bezeichnen.

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