Nach gelungener Premiere

Silvester-Tournament in Ljubno: So sehen die Zukunftspläne aus

Foto: Jure Makovec (OC Ljubno)

Beim Silvester-Tournament in Ljubno sprangen auch die Skispringerinnen erstmals am Jahreswechsel. Nach einer gelungenen Premiere planen die Organisatoren bereits die nächsten Schritte – und eine Erweiterung.

Nicht nur, weil sie ihr 70-jähriges Bestehen feiert, ist die Vierschanzentournee ein Leuchtturm-Ereignis im Skisprung-Sport. Der K.o.-Modus, dazu die vier traditionellen Austragungsorte und der besondere Termin – all‘ das sind sowohl für eingefleischte Skisprung-Fans als auch -Laien schmackhafte Zutaten. Bis jetzt außen vor blieben dabei stets immer die Skispringerinnen, die „zwischen den Jahren“ stets frei hatten. Das änderte nun sich mit der ersten Auflage des Silvester-Tournaments, das die Gesamtweltcupführende Marita Kramer gewann. Und das soll erst der Anfang sein.

Rajko Pintar, der Präsident des Organisationskomitees in Ljubno, bestätigte der Slowenischen Presse-Agentur ‚STA‘, dass in Kürze bereits die Planungen für die zweite Ausgabe anlaufen werden. „Wir durften hier besondere Gäste begrüßen, nämlich eine Delegation aus Villach, das in der kommenden Saison als zweiter Teil des Silvester-Tournaments mit in den Kalender rücken wird“, erläuterte Pintar, der gemeinsam mit seinem österreichischen Kollegen Gerhard Prasser und dessen Team hofft, mitsamt des K.o.-Modus zu einem festen Bestandteil des Weltcup-Kalenders zu werden.

Silvester-Tournament mit Ambitionen

Beide Seiten seien von der Idee überzeugt, „sonst wären wir nicht hier“, so der Villacher OK-Präsident: „Wir möchten den Damen ein neues Wettkampfformat bieten und nicht das Gefühl vermitteln, sie seien ein Anhängsel. Deswegen werden wir in den nächsten Wochen weitere intensive Gespräche und Aktivitäten angehen. Das ist ein Zeichen dafür, wie die Bedeutung des Damen-Skispringens in dieser Region wächst und damit auch die Attraktivität unserer Idee.“ Sowohl in Österreich als auch in Slowenien hatten die Wettkämpfe mit jeweils etwa einer halben Million Zuschauer an beiden Wettkampftagen gute TV-Quoten erzielt

Auch bei FIS-Renndirektorin Chika Yoshida und ihrem Assistent Miran Tepes sei man auf positive Resonanz gestoßen, so Pintar: „Sie haben dieses Event bestätigt und die Ideen und Pläne für die Tour begrüßt“. Prasser bezeichnete Ljubno als „großes Vorbild, vor allem hinsichtlich der Begeisterung der Fans“. Und obwohl man direkt eine langjährige Partnerschaft abgeschlossen habe, seien die Ziele hoch: „Wir möchten diese Veranstaltung auf eine hohe sportliche und mediale Stufe heben und ein gewisses Level von Kommunikation erreichen, bei dem jeder vom anderen lernen kann.

„Originale“ Tournee frühestens 2023/2024?

Sein Kollege Pintar kündigte die Installation einer Flutlichtanlage an, nachdem man nun auf eine temporäre zurückgegriffen hatte. Auch der Bau eines Lifts sei in Planung, um zukünftig auf Shuttle-Busse verzichten zu können. Da auch die Wege zwischen Villach und Ljubno mit einer Strecke von rund 130 Kilometern und zwei Stunden Fahrzeit kurz sind, steht auch die Ergänzung des Programms um eine dritte Station, wie beispielsweise Tarvisio im italienischen Länderdreieck mit Slowenien und Österreich im Raum, sofern die dortige Normalschanze wieder sprungbereit wäre.

Somit gibt es gleich zwei Bekenntnisse zu einer Tournee für die Skispringerinnen rund um den Jahreswechsel, schließlich hatte Vierschanzentournee-Präsident Dr. Peter Kruijer unlängst erst gesagt: „Die vier Tournee-Orte wollen die Frauen-Vierschanzentournee haben. Da gibt es einen einstimmigen Beschluss, dass man möglichst bald damit starten kann. Wir würden es gerne im Frühjahr bei der FIS anmelden und dann im nächsten Jahr damit starten.“ Diese wird wohl also frühestens in der Saison 2023/2024 kommen, nachdem auch logistische Fragen geklärt sind.

Über Luis Holuch 245 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020 in Oberwiesenthal, sowie die FIS Classics-Live-Serie und auch die Continental-Cup-Finals in der Nordischen Kombination im März 2021.

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