Weltcup-Skifliegen in Planica

Kamil Stoch gewinnt beim Weltcup-Finale in Planica

Bis zum letzten Flug ist Kamil Stoch der dominierende Mann. Beim letzten Skifliegen in Planica lässt er Kraft und Tande hinter sich und sichert sich auch die Extra-Siegprämie. Zwei DSV-Adler in den Top Ten.

Auch beim letzten Skifliegen einer langen und anstrengenden Saison war Kamil Stoch nicht zu schlagen. Der in diesem Winter dominierende Pole triumphierte beim abschließenden Weltcup auf der Letalnica-Skiflugschanze in Slowenien.

Mit Flügen auf 245 und 234,5 Meter erzielte Stoch am Sonntagvormittag insgesamt 455,6 Punkte und setzte sich damit gegen den Österreicher Stefan Kraft (243 und 236 m; 440,1 P.) und den Norweger Daniel-André Tande (243,5 und 234,5 m; 439,6 P.) durch.

„Planica 7“-Wertung an Kamil Stoch

Mit seinem Sieg sicherte Stoch zugleich den Gesamtsieg in der neu geschaffenen „Planica 7“-Wertung, in die alle sieben Wertungssprünge des langen Skiflug-Wochenendes einfließen. Stoch kassiert damit das Extra-Preisgeld in Höhe von 20.000 Schweizer Franken und räumt krönt seine äußerst erfolgreiche Saison nach dem Gewinn der Vierschanzentournee, der „Willingen Five“-Gesamtwertung, der Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang und dem Sieg bei der „Raw Air“-Tour. Als Gesamtweltcup-Sieger stand der Pole schon seit dem vergangenen Wochenende fest.

Freitag und Geiger fliegen in die Top Ten

Sechs deutsche Skispringer waren beim letzten Wettkampf der Saison startberechtigt – traditionell dürfen nur die Top-30-Athleten des Gesamtweltcups das Saison-Finale auf der zweitgrößten Skiflugschanze der Welt bestreiten. Bester Skiflieger aus dem DSV-Lager war auch am letzten von drei Wettkampftagen im „Tal der Schanzen“ Richard Freitag. Mit Flügen auf 232,5 und 237,5 Meter belegte der 26-jährige Sachse den sechsten Platz.

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Stark präsentierte sich auch der Oberstdorfer Karl Geiger, der sich von seinem Quali-Aus am Donnerstag rehabilitiert hat und mit 232 und 234,5 Metern starker Siebter wurde. Markus Eisenbichler beendete die Saison mit einem zwölften Platz, Olympiasieger Andreas Wellinger wurde 16. Auch Pius Paschke (28.) und Stephan Leyhe (30.) sammelten noch einmal Weltcuppunkte.

„Das war heute noch einmal ganz gut. Richard hatte im zweiten Durchgang die Höchstweite und hat damit eine starke Saison gekrönt. Ich bin froh, dass die Mannschaft bis zum Schluss die Spannung gehalten hat, auch wenn die letzten drei Wochen nicht mehr so einfach waren“, bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster.

Norwegische Skispringer verpassen Sieg

In der Mannschaft sind die Norweger beim Skifliegen unangefochten die Nummer eins, im Einzel hat die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl den erhofften Sieg zum Saisonabschluss aber verpasst. Hinter dem drittplatzierten Skiflug-Weltmeister Tande belegten Robert Johansson und Andreas Stjernen die Plätze vier und fünf. Johann Andre Forfang, der die „Planica 7“-Wertung lange angeführt hatte, musste sich diesmal mit dem achten Platz – punktgleich mit dem besten Slowenen Peter Prevc – zufrieden geben.

Kleine Kristallkugel für Stjernen

Fast wäre es Kamil Stoch gelungen, nach der großen Kristallkugel für den Gesamtweltcup auch noch die kleine Kristallkugel für den separaten Skiflug-Weltcup zu gewinnen. Mit sieben Punkten Vorsprung setzte sich in dieser Wertung aber der Norweger Andreas Stjernen (257 Punkte) gegen Stoch und Johansson (beide 250) durch. Bester Deutscher ist Richard Freitag als Siebter (112).

Die für die Mannschaften wichtige Nationenwertung entscheidet Norwegen mit insgesamt 7149 Punkten klar vor Deutschland (5976) und Polen (5795) für sich.

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Für die Skispringer ist die Olympia-Saison 2017/2018 damit beendet. Einige Mannschaften führen in ihrer Heimat in den nächsten Tagen ihre nationalen Titelkämpfe aus, andere verabschieden sich nach einer langen und anstrengenden Saison in den wohlverdienten Urlaub. Schon im April starten die Skispringer dann ihre Vorbereitungen auf die nächste Saison, ab Juli stehen die ersten Sommer-Wettbewerbe auf dem Plan.

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Über Marco Ries 504 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

27 Kommentare

  1. Stoch springt sogar dann noch um Siege mit,wenn er seine Sprünge stark verspätet.Wenn er den Absprung trifft,ist er unschlagbar..das hat sich vor Jahren schon abgezeichnet.Und die letzte Zeit hat er es getan.Seine Technik ist den Techniken der anderen Springer weit überlegen,wie Tom Bartels sagte.Rein vom technischen her ganz klar der beste Springer aller Zeiten

  2. Der Stefan Kraft hats dieses Jahr ein bisschen mit den 4. Plätzen, wies scheint:

    4. im Gesamtweltcup
    4. in der Raw-Air-Wertung
    4. bei Plancia-7
    4. im Skiflugweltcup

    Tja, was solls? An ihm allein ist es nicht gelegen, dass es diese Saison nicht funktioniert hat. Nächste Saisone erwarte ich mehr vom Nachwuchs. Ich bin aber optimistisch, denn wenn alle einen Sprung nach vor machen, dann haben wir nicht mehr alle Athleten außer Kraft zwischen 20 und 30 sondern unter den Top 15 und das sieht schon erheblich besser aus.

    Alles Gute den österreichischen Adlern!

  3. Ein großes Dankeschön an die Seite von Skispringen.com für all die tollen und sehr professionellen Berichte über die gesamte Saison macht weiter so. Und danke an Kamil für die tollen Sprünge und Erfolge. Kamil du bist der größte und der ware König. Einfach eine lebende Legende. Danke und ein extra Lob an die polnischen Fans überall fast ein Heimspiel ihr seid die besten Fans der Skisprung Welt. Dziękujemy

  4. So schnell wird es einen so dominierenden Springer nicht geben. Er hat sich diese mentale Stärke in den letzten Jahren aufgebaut. Wer der beste aller Zeiten war ist egal.. hauptsache Kamil ist dabei, seine Erfolge und Titel sprechen für sich.

    War eine tolle Saison, freue mich wieder auf nächsten Winter und spannende Sprünge.

  5. Danke Kamil und die ganze polnische Mannschaft!!! Wir stotz auf Euch!!! Und freuen uns sehr das Stefan Horngacher weiterhin als Trainer Euch betreut!!! Klasse!!! DZIĘKUJEMY!!!

  6. Gratulationen an Richard Freitag und die deutschen Adler !!! Hut ab vor dem Trainer ; hab oft zusammen mit ihm gelitten . Er hat GROßE ARBEIT geleistet . Ein wichiges Thema : Hanni und Bielek . Hanni ist ein herzlicher Mensch , er hat alles gegeben , was er geben konnte . Leider “ zu viel Ski“ , zu viel “ es wird schwierig “ . Wo sind Dirk und Gerd ???!!!

    • Herzlichen Glückwunsch Richard Freitag AUE !

      eine tolle Saison und was wäre wenn Innsbruck nicht gewesen wäre.

      Glückwunsch an alle Springer im Weltcup. Was sie in den 6 Monaten leisten und für wie viel Geld-Fußballprofis würden wahrscheinlich schon Ende November aussteigen.

      Auf ein Neues 2018/2019.

  7. Glückwunsch an Kamil. Er war dieses Jahr einfach der allerbeste. Würde mich freuen wenn sich nächstes Jahr wieder einer mit ihm messen kann, dann wird es nicht ganz so langweilig 😉

  8. Bilek und Hanni sind eine Enttäuschung. Hanni redet nur vom Wind. Ich frage mich ob er seine Siege nur durch den Wind erreicht hat. Ich hoffe doch, dass auch ein wenig Können dabei war. Wenn man seine Kommentare hört muß man daran zweifeln.

  9. Kamil Stoch ist absolut DER BESTE !! Gar keine Frage ; ich mag allerdings auch die Norweger . Ein enttäuschter Johannson war schon ein trauriges Bild . Und Tande ist der SCHÖNSTE von allen !!

  10. Tolle Skisprungsaison. Gratulation an Kamin Stoch. Einfach super!!! Ich hoffe sehr das mein Sympathieträger, Simon Ammann, auch in der kommenden Saison dabei ist.

  11. Werft diese Vollhonks Bielek und Hannawald wieder raus bei Europsort…die sind trotz 2-3 Ergebnis-Monitoren sogar zu blöd um zu merken, wer den Gesamtskiflug-Weltcup gewonnen hat…
    So etwas wäre Dirk und Gerd niemals passiert!!!

    Und erneut…

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