Hochspannung im Finale

Skiflug-WM: Marius Lindvik fliegt in Vikersund zum Weltmeistertitel

Marius Lindvik verteidigt seine Führung bei der Skiflug-WM und sichert sich den Weltmeistertitel. Während der Norweger die Nerven behält, fällt Stefan Kraft auf den Bronzeplatz zurück. Karl Geiger findet ein versöhnliches Ende und landet noch unter den Top Ten.

Mit Flügen auf 230 und 224,5 Meter verteidigte Marius Lindvik am Samstagnachmittag seine Führung und kürte sich zum neuen Skiflug-Weltmeister. Der Norweger erzielte über alle vier Wertungsdurchgänge hinweg insgesamt 854,2 Punkte und setzte sich in einem spannenden Finale gegen den Slowenen Timi Zajc durch, der auf die Bestweite von 243,5 und 235,5 Meter (844,3 P.) kam. Bronze sicherte sich der Österreicher Stefan Kraft mit 227 und 213 Metern (837,5 P.).

9,9 Punkte in vier Flügen – umgerechnet etwas mehr als acht Meter – genügten dem 23-Jährigen nach seinem Olympiasieg in Peking für seinen zweiten großen Einzeltitel. Mehr ausgerechnet hat sich hingegen Stefan Kraft, der nach dem ersten Wettkampftag noch als stärkster Konkurrent des Norwegers gegolten hat. Im letzten der vier Durchgänge ließ der Österreicher dann aber wertvolle Meter liegen und fiel auf den dritten Platz zurück.

Geiger landet in den Top Ten

Für die deutschen Skispringer ruhen die Hoffnungen bei dieser Skiflug-WM auf der Team-Entscheidung am Sonntag. Vor allem Karl Geiger konnte sich nach dem enttäuschenden 13. Platz zur Halbzeit vor rund 15.000 Zuschauern mit starken 234,5 Metern im dritten Durchgang steigern und landete als Achter immerhin unter den Top Ten. „Das war heute definitiv besser. Gestern sind die beiden Wettkampfsprünge daneben gegangen, aber heute war es wieder besser“, sagte Geiger im Anschluss.

In Hinblick auf die letzte Medaillen-Entscheidung hatte Bundestrainer Stefan Horngacher zunächst die Qual der Wahl, welche vier der fünf Athleten er nominiert: Severin Freund (12), Andreas Wellinger (14.), Constantin Schmid (17.) und Markus Eisenbichler (18.) konnten im Kampf um die vordere Plätze zwar nicht mitmischen, konnten aber auch am zweiten Wettkampftag konstante Leistungen zeigen.

„Ich bin eigentlich sehr zufrieden heute. Nur Markus ist nicht so reingekommen und hat nicht das gezeigt, was er kann“, analysierte Stefan Horngacher in der ‚ARD‘. Kurz darauf bestätigte der Bundestrainer, dass er neben Freund, Wellinger und Schlussspringer Geiger auch Eisenbichler nominieren wird. Nur Zuschauer ist hingegen Constantin Schmid.

Slowenien beeindruckt mannschaftlich

Top-Favorit am Sonntag werden aber die Slowenen sein, die sich schon im Einzel beeindruckend stark präsentiert haben: Neben Silbermedaillen-Gewinner Zajc landeten auch Peter Prevc, Anze Lanisek und Domen Prevc auf den Plätzen vier bis sechs unter den Top Ten, gefolgt vom Österreicher Michael Hayböck.

Mehr ausgerechnet hat sich hingegen Ryoyu Kobayashi, der mit 218,5 Metern im Finaldurchgang noch seinen weitesten Sprung bei der Einzel-Entscheidung zeigen konnte, aber nicht über den 13. Platz hinausgekommen ist. Bester Japaner wurde somit Yukiya Sato als Neunter, gefolgt vom Norweger Johann Andre Forfang (10.).

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zur Skiflug-WM in Vikersund

Am Sonntag folgt in Vikersund die Team-Entscheidung bei der Skiflug-WM: Um 15:30 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, ab 16:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Kampf um die Medaillen.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

5 Kommentare

  1. Nur nach Weitenpunkten hätte Zajic gewonnen. Wer weiß, was passiert wäre, hätte die Jury nicht zwei mal jeweils nach einen Sprung von ihm, bei dem er keinen Telemark mehr setzen könnte verkürzt. Trotzdem natürlich absolut verdienter Sieg von Lindvik, herzlichen Glückwunsch! Vielleicht muss man mal darüber nachdenken, die Abzüge für Sicherheitslandungen im hohen Weitenbereich zu reduzieren.

  2. Ich vermisse die glühenden Verfechter der deutschen Skispringer.Es fehlen wohl die Argumente wie schlechte Bedingungen, Betrug der Kampfrichter usw.
    Sie waren einfach schwach, basta.

    • Scheinst aber auch einen ganz gereiften Charakter zu haben, wenn dich schlechte Leistungen der deutschen Skispringer nicht nur freuen, sondern dazu veranlassen ohne Grund einen solchen Kommentar zu verfassen…

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