Rekordvorsprung beim ersten Teamspringen des Winters

Eva Pinkelnig führt Österreich zum Sieg im Teamspringen in Zao

Foto: tramplin.perm.ru

Österreichs Skisprungdamen werden ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnen das Teamspringen in Zao – und das mit Rekordvorsprung. Für die deutschen Damen gab es eine herbe Enttäuschung.

Angeführt von einer überragenden Eva Pinkelnig haben Österreichs Skispringerinnen das erste Teamspringen der Saison in Zao gewonnen. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Daniela Iraschko-Stolz, Marita Kramer und Chiara Hölzl ersprang die Siegerin vom Freitag 889,4 Punkte. Das Team Austria, das zum ersten Mal ein Teamspringen gewann, hatte satte 140,4 Zähler vor den gastgebenden Japanerinnen (749,0 P.) auf Platz zwei – so deutlich gewann zuvor noch kein Team. Umso enger war dagegen die Entscheidung um den zweiten Platz, denn das norwegische Team (748,6), das erstmals im Weltcup aufs Podest sprang, hatte nur hauchzarte 0,4 Punkte Rückstand.

Das ÖSV-Quartett war vom ersten Sprung an klar dominierend, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und ließ keinen Zweifel an seiner Vormachtstellung aufkommen. Einmal mehr war Pinkelnig die herausragende Springerin: In beiden Durchgängen sprang sie mit verkürztem Anlauf und zeigte trotzdem Sprünge auf 97,5 und 96,5 Meter und war damit die beste Athletin des Tages. Der weiteste Sprung des Tages gelang Norwegens Schlussspringerin Maren Lundby mit 98 Metern.

Schlechtestes DSV-Ergebnis der Geschichte

Die Japanerinnen behielten ihren zweiten Platz in einem Herzschlagfinale gegen die Norwegerinnen nur aufgrund der Windkompensation. Beide Teams mussten jeweils durchwachsene Leistungen von Yuki Ito und Ingebjoerg Saglien Braaten kompensieren, taten dies aber dank starker Sprünge ihrer Schlussspringerinnen. Bei Japan war es Yuka Seto, die überraschend in der letzten Gruppe sprang. Auch die viertplatzierten Russinnen (722,6) mischten bis zum letzten Sprung um das Podest mit, hatten jedoch mit Irma Makhinia eine Hypothek, die sie nicht entscheidend wettmachen konnten.

Mangelnde Konstanz war auch bei den fünftplatzierten Sloweninnen (711,7) der ausschlaggebende Punkt, denn lediglich Ema Klinec und Nika Kriznar zeigten in einem vom niedrigen Anlauf und wechselnden Bedingungen geprägten Wettkampf Normalform. Eine herbe Enttäuschung gab es dagegen für das deutsche Team. Mit 667,3 Punkten war das Quartett um Katharina Althaus selbst vom fünften Platz deutlich entfernt. Zudem erlitt die bis dato gut springende Selina Freitag einen Knacks, als sie nach einem Absprungfehler im ersten Durchgang schon bei 69 Metern notlanden musste.

Italien und Polen abgeschlagen

Für Italien (593,6) und Polen (562,7), das zum ersten Mal in der Geschichte ein Team stellte, ging es vom ersten Sprung an lediglich um Platz sieben. Nachdem Anna Twardosz ihr Team in der ersten Gruppe gegen Elena Runggaldier in Führung gebracht hatte, eroberte die Squadra Azzurra in der zweiten Gruppe durch Manuela Malsiner die Position zurück und gab diese bis zum Schluss nicht mehr her. Dennoch gab es für beide Teams Erfolgserlebnisse, da Martina Ambrosi auf italienischer, sowie Anna Twardosz und Nicole Konderla auf polnischer Seite nun eine dauerhafte Startberechtigung für den Weltcup ersprangen.

Durch den heutigen Sieg konnte Österreich (1796 Punkte) den Vorsprung im Nationencup weiter ausbauen und liegt nun 745 Zähler vor Japan (1051). Unverändert auf Platz drei liegt Norwegen (990). Deutschland (709) fiel wieder hinter Slowenien (750) zurück und ist nun wieder Fünfter.

» Event-Übersicht: Weltcup-Saison der Damen 2019/2020

Am Sonntag findet in Zao das finale Einzelspringen des Wochenendes statt, der erste Durchgang ist für 16:00 Uhr Ortszeit (8:00 Uhr MEZ) angesetzt. Zuvor gibt es um 14:45 beziehungsweise 6:45 Uhr die Qualifikation (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 126 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-Weltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal.

2 Kommentare

  1. Althaus wäre Heute zumindest 6 geworden, allerdings mit 35 Punkten Rückstand auf Platz 1. Über den rest muss man nicht reden…Die Österreicher haben definitiv etwas gefunden und hätten heute wieder 1,3,5 und Platz 9 erreicht. Aber was die Leistungsdichte angeht, ist bei den Frauen völlig der Wurm drin…oder genau deswegen. Auch wenn man die Lundby und alle Ösis raus nimmt, gäbe es noch 100 Punkte Unterschied bei den besten 25!!!

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