Erstes Kräftemessen der Saison

Ursa Bogataj gewinnt die Qualifikation in Wisla

Foto: tramplin.perm.ru

Ursa Bogataj heißt die erste Qualifikationssiegerin des Sommer-Grand-Prix. Die Slowenin setzte auf der Adam-Malysz-Schanze in Wisla den Schanzenrekord. Im deutschen Team überzeugt Katharina Althaus.

Ganze 63 Minuten dauerte es, dann stand fest: Die erste Qualifikationssiegerin im Sommer-Grand-Prix heißt Ursa Bogataj. Die Slowenin zeigte bei sehr wechselhaften Windbedingungen im sonnigen Wisla mit 123 Metern den weitesten Satz, der zugleich auch der erste Damen-Rekord auf der Adam-Malysz-Schanze ist, und fuhr 108,5 Punkte ein. Zweite wurde Seriensiegerin Sara Takanashi, die Japanerin kam auf 117,5 Meter und 104,9 Punkte. Dabei startete sie ebenso wie die drittplatzierte Österreicherin Sara Marita Kramer (121,5 m; 103,3 P.) mit zwei Luken weniger Anlauf als die Konkurrenz.

Auf Rang vier landete die am Freitagmittag überzeugende Katharina Althaus. Die Mixed-Weltmeisterin von Oberstdorf war mit 119 Metern und 103 Punkten nah dran an den Top 3 und klar beste Deutsche. Hinter ihr reihten sich mit Gesamtweltcupsiegerin Nika Kriznar und Normalschanzen-Weltmeisterin Ema Klinec zwei weitere der starken Sloweninnen ein. Lisa Eder lieferte ebenfalls einen guten Auftakt hin und wurde als Siebte zweitbeste Österreicherin vor Yuki Ito und Nozomi Maruyama (beide Japan).

Kurioses Missgeschick von Iraschko-Stolz

Erstmals seit 2015 nahm auch Daniela Iraschko-Stolz wieder an einem Sommer-Grand-Prix teil – und schrieb prompt eine eigene Geschichte: Die Österreicherin war im ersten Trainingsdurchgang schon auf dem Anlaufturm, als sie bemerkte, dass sie ihre Startnummer vergessen hatte. Zu spät, um das Missgeschick noch auszumerzen, sie verpasste diesen Sprung. Dennoch wurde sie in der Qualifikation solide Zehnte. Teamkollegin Eva Pinkelnig wurde 13., einzig Sophie Sorschag tat sich als 31. etwas schwer.

Zweitbeste Deutsche wurde unterdessen Juliane Seyfarth als 14., auch Luisa Görlich und Anna Rupprecht kamen als 24. und 27. unter die besten 30. Die beiden jüngsten Deutschen, Selina Freitag und Pauline Heßler, schafften mit den Plätzen 32 und 34 ebenfalls den Sprung in den Wettkampf am Samstag. Etwas überraschend schied hingegen Jessica Malsiner als 43. aus, ihre Schwester Lara hatte als 28. dagegen keine Mühe mit dem Weiterkommen. Beste Springerin der Gastgeberinnen wurde unerwartet Nicole Konderla (15.), die als erste Springerin gestartet war und mit 115 Metern lange Zeit in Führung lag.

Norwegen ohne Lundby, Opseth und Co.

Trotz des gut besetzten Springens fehlen einige klangvolle Namen. So verzichtete die Norwegische Nationalmannschaft um Großschanzen-Weltmeisterin Maren Lundby und Gesamtweltcupvierte Silje Opseth aufgrund unklarer Quarantänebestimmungen bei der Rückreise in die Heimat auf eine Teilnahme. Aus dem österreichischen Team fehlten mit der Rekonvaleszenten Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Kreuzer, die bis zu ihrer Heirat im Mai noch Chiara Hölzl hieß, zwei Top-Springerinnen. Irina Avvakumova aus Russland fehlte ebenso wie Kamila Karpiel und Kinga Rajda, die von einem Start beim ersten Grand-Prix auf polnischem Boden absahen.

Das erste von zwei Einzelspringen in Wisla beginnt am morgigen Samstag um 13 Uhr. Zuvor gibt es ab 12 Uhr den Probedurchgang (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 226 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020 in Oberwiesenthal, sowie die FIS Classics-Live-Serie und auch die Continental-Cup-Finals in der Nordischen Kombination im März 2021.

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