Kasai gelingt Sensation

Stefan Kraft gewinnt in Sapporo – Andreas Wellinger auf dem Podest

Foto: imago / Aflosport

Während Stefan Kraft mit seinem 39. Weltcupsieg seinen Vorsprung im Gesamtweltcup ausbauen kann, fällt Andreas Wellinger auf den dritten Platz zurück – obwohl auch er auf dem Podest landet. Springer des Tages ist Noriaki Kasai.

Mit Sprüngen auf 129 und 139 Meter sicherte sich Stefan Kraft den Sieg beim ersten von zwei Einzelspringen an diesem Wochenende im japanischen Sapporo. Der Österreicher erzielte am Samstagabend (Ortszeit) insgesamt 263 Punkte und setzte sich damit in einem spannenden Finale knapp gegen den japanischen Lokalmatador Ryoyu Kobayashi durch, der auf 128,5 und 138,5 Meter (262,6 P.) kam. Den dritten Platz sicherte sich Andreas Wellnger mit 127,5 und 134 Metern (256,9 P.).

Nach dem ersten Durchgang sah es noch danach aus, als könnte Kobayashi an der gut besuchten Okurayama-Schanze einen Heimsieg feiern – der Vierschanzentournee-Sieger lag zu diesem Zeitpunkt noch knapp vor Kraft und dessen Landsmann Daniel Tschofenig. Während Kraft mit der Tagesbestweite am Ende noch vorbeiziehen und damit seinen Vorsprung im Gesamtweltcup ausbauen konnte, zog Kobayashi in der Gesamtwertung an Wellinger vorbei und liegt hier nun wie in der Tageswertung an zweiter Stelle.

Kraft zieht mit Malysz und Stoch gleich

„Das hat heute wieder mega funktioniert. Sapporo ist sowieso eine meiner Lieblingsstationen, aber es war ein sehr knapper Fight mit Ryoyu, der im Wettkampf massiv zugelegt hat. Der erste Sprung war noch ein bisschen brav, im zweiten musste ich voll angreifen“, sagte Kraft

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Der Österreicher zieht mit dem 39. Weltcupsieg seiner Karriere mit den beiden Polen Kamil Stoch und Adam Malysz gleichzieht. Mehr Erfolge haben nur Gregor Schlierenzauer (53) und Matti Nykänen (46).

Raimund kann starke Form nicht bestätigen

Der drittplatzierte Andreas Wellinger analysierte: „Es war ein Wettkampf auf einem hohen Niveau. Mit meinen Sprüngen bin ich sehr zufrieden, weil ich von gestern auf heute einen großen Schritt gemacht habe. Speziell bei der Balance im Anlauf und der Flugposition konnte ich mich steigern. Daran möchte ich auch morgen anknüpfen.“

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Nicht ganz so erfolgreich wie erhofft verlief der erste Wettkampftag in Japan hingegen für Philipp Raimund: Nachdem der Oberstdorfer am Vortag noch starker Dritter der Qualifikation wurde, musste er sich nach Weiten von 118 und 122 Metern diesmal mit dem 21. Platz zufrieden geben. Zweitbester Deutscher wurde damit der Willinger Stephan Leyhe an 16. Stelle.

Daneben haben auch Karl Geiger (22.) und Felix Hoffmann (27.) weitere Weltcuppunkte gesammelt. Pius Paschke ist mit Rang 34 hingegen nach dem ersten Durchgang vorzeitig ausgeschieden.

Österreicher mannschaftlich unschlagbar

Aus mannschaftlicher Hinsicht bärenstark präsentierten sich einmal mehr die Österreicher, die mit gleich vier Mann ganz vorne vertreten waren: Neben Kraft landeten auch Qualifikationssieger Manuel Fettner (4.), Daniel Tschofenig (5.) sowie Jan Hörl (6.) unter den Top-6.

Kristoffer Eriksen Sundal folgte hinter dem österreichischen Trio als bester Norweger an siebter Stelle noch vor dem Polen Dawid Kubacki, der als Achter immerhin sein bislang bestes Saisonergebnis erzielt hat. Kompolettiert wurden die Top Ten durch den Slowenen Peter Prevc (9.) und Junshiro Kobayashi aus Japan (10.).

Kasai bei 570. Weltcup in den Punkten

Für die Sensation des Tages hat mit Noriaki Kasai ein anderer Japaner gesorgt: Im Alter von 51 Jahren und bei seinem 570. Start im Weltcup – beides einsamer Rekord – kam der Japaner vor heimischem Publikum mit 117 Metern und 104 Punkte als 30. sogar in die Punkteränge. Nach dem ersten Durchgang lag Kasai sogar noch an 28. Stelle etwa vor Springern wie Johann Andre Forfang oder Killian Peier.

Am Sonntag startet um um 01:30 Uhr zunächst die Qualifikation, bevor es ab 3 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) wieder um wichtige Weltcuppunkte geht.

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Über Marco Ries 867 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

16 Kommentare

  1. Ich möchte auf die guten Leistungen von Adrian Tittel aufmerksam machen der heute 6 im COC geworden ist und letzte Woche eine Medaille geholt hat bei der Junioren WM, Klasse das der Nachwuchs langsam kommt. Vielleicht könnte man im eine Chance im Weltcup geben und dafür Paschke mal rausnehmen, das wäre sehr sinnvoll

  2. Super Noriaki Kasai.
    Aber was die Deutschen hinter Wellinger abliefern ist nur noch traurig. Ich würde Geiger und Paschke nicht mehr mitnehmen.
    Um den zweiten Durchgang kämpfen auch noch andere Deutsche Springer. Denen würde ich jetzt mal die Chance geben im Weltcup. Dann brauch man sich dieses verkrampfte gehüpfe von den beiden nicht mehr anschauen.
    Vielleicht sollte Horngacher sich auch mal ein paar Tips von seinen Landsmännern holen, die scheinen wohl besser zu wissen wie man seine Athleten eine ganze Saison in Form hält. Das hat er nämlich noch nie geschafft.

    • Ich denke der große Fehler von Horngacher im Moment ist, dass er zu wenig rotiert in der Mannschaft. Schauen wir uns mal die Österreicher an, die kein Problem haben mal den Tschofenig rauszunehmen wenn es sich abzeichnet, dass die Formkurve runtergeht. Genauso Hörl und Hayböck die eine Pause genommen haben. Geiger und Paschke springen jetzt beinhart die Saison durch, ohne sich mal wieder mental oder physisch regenerieren zu können. Die Breite ist ja vorhanden, wenn nicht ganz auf dem Niveau wo Paschke und Geiger schon waren dieses Jahr. Aber ein Hoffmann scheint ausgeruht ja auch gute Leistungen zu erzielen, obwohl er nicht die Erfolge der beiden hat.

      • Du kannst nur rotieren, wenn Du auch Leute zum rotieren hast. In der zweiten Reihe sind zwar Springer vorhanden, aber deren Leistungen sind halt auch nicht besser als die derzeit miesen Ergebnisse von Paschke und Geiger.

        Felix Hoffmann startete gut, aber ihm fehlt die Konstanz und er hat von den Bedingungen im 1. Durchgang wie auch Kasai profitiert

        Irgendwie ist in fast jeder Saison der Wurm drin. Die deutschen Springer starten gut und lassen dann im Lauf immer wieder nach, sieht man mal von Wellinger ab, der aber nun auch wieder Kobayashi in der Gesamtwertung den Vortritt lassen musste.

        • Also ist ein dritter Platz auch nichts mehr wert?
          Das ist das Problem der Deutschen. Mit nichts zufrieden.
          Glaubt ihr die anderen Nationen Trainieren nicht?
          Es ist unglaublich was man hier manchmal so lesen muss.
          Viele Grüße ihr nimmersatten Nichtsportler.

    • es sind halt mündige Athleten, die (aktuell insb. Paschke, Geiger, tw. Leyhe) auch von sich aus den Wunsch/Bedarf nach Regeneration bzw. Wettkampfpause an die sportliche Leitung pro-aktiv herantragen können oder sollten mit entprechender individueller Ausgestaltung.

  3. Schade,dass es für Kobayashi nicht zum Sieg gereicht hat,aber immerhin in der Weltcupgesamtwertung an Wellinger endlich vorbei gezogen, drücke ihm für morgen die Daumen,dass es da mit einem Sieg klappt.

    • Für Sapporo war das gut besucht, eigentlich unverständlich, Sapporo ist Millionen Stadt, Kobayashi ist Weltspitze, es kommen aber wenige Leute. Nur in Deutschland kommen soviele Zuschauer zu den Sportveranstaltungen. Ja Zakopane und Planica locken zig Tausend Menschen an die Schanzen. Aber nirgendwo werden die Sportveranstaltungen so geliebt, wie in Deutschland. Ich war an zwei Tagen in München bei der Handball EM. 12500 Zuschauer, ausverkauft und das ohne deutsche Mannschaft, in der Fußball Bundesliga ist Woche für Woche fast alles ausverkauft, Biathlon und Skisprung Wettbewerbe sind in Deutschland immer ausverkauft und so weiter und sofort.

    • Mir auch ein wenig unverständlich. Es war 16:00 Uhr Ortszeit, da hätte man durchaus mehr Zuschauer erwarten können. Die Handvoll im Auslauf wirkten irgendwie verloren

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