Die Vierschanzentournee findet weiterhin ohne russische Beteiligung statt: Weil die Skispringer weiterhin auf ihre Visa warten, wird auch die Teilnahme an Olympia immer unwahrscheinlicher. Auch in Zakopane wird das Team nicht starten dürfen.
Die 74. Vierschanzentournee ist in vollem Gange, doch eines der meistdiskutierten Themen spielt sich abseits der Schanzen ab: Obwohl der Internationale Skiverband (FIS) nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS grünes Licht für eine Rückkehr russischer Athleten unter neutraler Flagge gegeben hat, bleiben die Startplätze leer.
Der Grund ist bürokratischer Natur: Die notwendigen Visa für den Schengen-Raum wurden bisher nicht erteilt, weshalb die russischen Springer bei den prestigeträchtigen Springen in Deutschland und Österreich zum Zuschauen verdammt sind.
Cheftrainer Plekhov: Definitiv keine Teilnahme an der Vierschanzentournee
Wie Cheftrainer Evgeniy Plekhov gegenüber der russischen Nachrichtenagentur ‚TASS‘ erklärte, ist die Teilnahme an der Vierschanzentornee nach dem Aus für Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen nun gänzlich vom Tisch – demnach ist auch eine Teilnahme in Innsbruck (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) und Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) ausgeschlossen.
„Wir werden nun versuchen, dieses Problem zwischen dem 3. und 5. Januar zu lösen, und infolgedessen werden die Jungs definitiv die Vierschanzentournee verpassen. Die ohnehin schon schwierige Aufgabe, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, wird dadurch noch komplizierter, aber, wie man so schön sagt , die Hoffnung stirbt zuletzt“, fügte er hinzu und versicherte, dass die notwendigen Dokumente bereits Anfang Dezember eingereicht worden seien.
Polnisches Außenministerium schließt Zakopane-Teilnahme aus
Doch auch nach der Tournee tun sich für die drei von der FIS zugelassenen Skispringer, die offiziell als Individuelle Neutrale Athleten (AIN) startberechtigt wären, weitere Hürden auf, denn auch eine Teilnahme beim Weltcup-Wochenende im polnischen Zakopane scheint ausgeschlossen.
In einer Mitteilung an ‚Polskie Radio 24‘ erklärte das polnische Außenministerium, dass Skispringer aus Russland nicht einreiseberechtigt seien: „Unter den zur Überschreitung der polnischen Grenze berechtigten Personen, die Bürger der Russischen Föderation sind, wurden Teilnehmer an Sportwettbewerben nicht aufgeführt. Aufgrund der Unmöglichkeit, die Grenze zu überschreiten, gibt es keine Grundlage für die Annahme eines Visumantrags.“ Damit sind die Bemühungen Plechovs, die Visum-Frage bis zum 5. Januar zu lösen, für eine mögliche Teilnahme am Weltcup in Zakopane hinfällig.
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Diese Entscheidung hat massive sportliche Konsequenzen: Den russischen Springern Danil Sadreev, Mikhail Nazarov und Ilya Mankov, die inzwischen von der FIS zugelassen wurden, läuft die Zeit für die Qualifikation zu den Olympischen Winterspiele 2026 davon. Laut Cheftrainer Plekhov benötigten die Athleten rund 20 Weltcuppunkte, um sich für eine Olympia-Teilnahme zu empfehlen. Die nächste Möglichkeit dafür scheint nach aktuellem Stand der Weltcup im japanischen Sapporo (16. bis 18. Januar 2026), wo die Springer dann auf Anhieb gute Ergebnisse erzielen müssen.

1.: Die polnisch-russische Feindschaft scheint ausschließlich politischer Natur.
2.: Wenn Visa sooo lange dauern, werden sie doch bewusst verschleppt – normal dauert soetwas höchstens 1- 2 Wochen, dächte ich mal.
3.: Warum zieht man andere Sphären (wie z.B. den Sport – und damit die Sportler) in Probleme hinein, die man miteinander hat, die aber politisch/diplomatisch gelöst werden müssen? Bestraft werden mal wieder die Falschen. (er Staat Polen ist in meinem Ansehen bereits länger „abgerutscht“ mit seinem Auftreten…)
4.: (Sarkasmus ein) Muss erst Trump die Teilnahme durchsetzen und mit NATO drohen? (Sarkasmus aus)
5.: Tcha bis 2015 war die Nachwende-Welt mal so schön. Wahrscheinlich für einige zu friedlich und harmonisch…