Vierschanzentournee

Nach Frust-Interview: Halvor Egner Granerud entschuldigt sich bei Kamil Stoch

Foto: imago / Sven Simon

Halvor Egner Granerud entschuldigt sich für seine deutlichen Worte bei einem Interview nach dem Bergiselspringen der Vierschanzentournee. Der Norweger erklärt seinen Gefühlsausbruch mit der Frustration über sein Ergebnis.

Noch am Sonntagabend relativierte Granerud seine Aussagen zunächst beim Kurznachrichtendienst Twitter und bezeichnete Innsbruck-Sieger Kamil Stoch als „einen der Größten aller Zeiten“, wenig später ließ er eine Video-Botschaft zum Thema veröffentlichen.

„Hallo an Kamil und alle, die das sehen. Ich möchte mich für meine heutigen Kommentare entschuldigen. Ich wollte nichts Schlechtes über deine Sprünge sagen, sondern es war der Frust über mein eigenes Ergebnis und meine früheren Ergebnisse hier. Auf dieser Schanze habe ich immer Pech“, erklärte der 24-jährige Norweger in der Video-Botschaft, die zunächst von ’skijumping.pl‘ veröffentlicht wurde.

„Es war ein harter Tag für mich. Ich hätte kein Interview geben sollen, wenn ich wütend bin“, sagte der Gesamtweltcup-Führende und bezeichnete Stoch als sein Idol: „Ich versuche so zu springen wie er. Er ist einer der Besten aller Zeiten.“

Mit seinem 15. Platz beim dritten Springen der Vierschanzentournee ist der Norweger hinter den beiden Polen Kamil Stoch und Dawid Kubacki auf den vierten Platz der Gesamtwertung zurückgefallen. Vor dem abschließenden Springen in Bischofshofen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos) liegt Granerud 20,6 Punkte hinter Stoch.

In einem emotionalen Interview mit dem norwegischen Fernsehsender ‚TV2‘ sagte er daraufhin, es sei „furchtbar nervig, Kamil Stoch wieder gewinnen zu sehen“ und erklärte, dass die polnische Mannschaft bei der Tournee von Windglück profitiert habe. Zu Stoch sagte er außerdem: „Ich denke, dass ich ihn bei gleichen Bedingungen um zehn Punkte übertreffen kann. Er springt nicht so verdammt gut, aber er hat gute Ergebnisse.“

Auch interessant: Neben Granerud ist mit Karl Geiger der zweite Anwärter auf den Gesamtsieg in Innsbruck deutlich zurückgefallen. Am Ruhetag der Vierschanzentournee erklärt der Oberstdorfer, was am Bergisel schiefgelaufen ist.

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Über Marco Ries 715 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

30 Kommentare

  1. Ein sichtlich zerknirschter und reumütiger Granerud entschuldigt sich bei seinem Idol Kamil Stoch – es tut schon fast weh, wie leid es ihm tut… Hätten doch mehr Sportler (und Fans und Kommentarschreiber) so viel Grösse! Die Welt wäre ein besserer Ort.

  2. Ich glaube, manche Menschen übersehen, welche „Sekundensache“ so ein Sport ist. Es gibt wenige Tätigkeiten/Sportarten, die so gravierend in Minutenbruchteilen entschieden werden. Neben der Gefahr, die immer mitspringt, ist das eine höchst diffizile Angelegenheit. Darum nötigt mir dieser Sport den allergrößten Respekt ab und ich freue mich über jedes Springen, das ohne Stürze über die Bühne geht. Und ein Springer, der in einem winzigen Moment den Absprung nicht perfekt erwischt, hat keinerlei Respektlosigkeit verdient. Alle diese Leute sind absolut zu bewundern. Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, mit welchen Geldern (im Vergleich zu anderen perversen Gagen) diese Frauen und Männer „belohnt“ werden (und die Arbeit ist heftig), dann fehlt mir jedes Verständnis für Schmähungen jeglicher Art gegenüber irgendeinem Springer.

  3. Hallo Peter Kupisz ,
    meiner Meinung nach sind Polen keine Untermenschen , aber wie man sieht
    gibt es den einen oder anderen , der mal dümmliche Kommentare tätigt.
    Aber Gottseidank ist das ja die Ausnahme. Ich kenne viele nette und vor allem Kluge Polen. Fertig…Punkt !

  4. Der König Kamil lässt Herrn Granerud zu verzeihen. Er ist noch jung und unerfahren. Der König Kamil gönnt Herrn Granerud den 5. Platz in der Gesamtwertung. Er braucht sich dafür nicht zu bedanken. Die Sache ist durch.

  5. Wir alle hier drücken Stoch & Kubacki morgen die Daumen! Mögen die beiden gewinnen und der dritte Platz ist egal wer da dann steht, sei es Granerund oder Geiger, die sind vom Niveau her ähnlich. Dann bis morgen ihr Geigen! Trinkt euer Bier und genießt das Harzen! Gruß aus Rostock Peter-Karl

      • Ich bin seit ca. 50 Jahren Skispringen/-fliegen Fan und am meisten beeindruckt war ich immer davon, wie wenig Gewicht Nationalität hatte. Man denke an Publikumslieblinge wie z.B. Goldberger, Ammann und Eddy the eagle. Leider ändert sich das merklich.

      • Sehe ich komplett wie @Artur. Ich bin Deutsche, aber beim Skispringen sind mur Nationalitäten doch egal. Ich liebe diesen Sport, egal wer gewinnt. Natürlich findet man einige Athleten sympathischer als andere aber diese Fixiertheit die bei einigen hier zu finden ist, ist doch Blödsinn. Wir sind Fans von dieser SPORTART also sollten wir uns alle freuen, dass diese in Lockdownzeiten überhaupt stattfinden darf 🙂

  6. Finde gut das Granerud sich entschuldigt hat.
    Was er gesagt hat war nämlich auch Unsinn,denn auch Kamil Stoch musste im ersten Durchgang aus Startgate 9 springen, und hatte ähnliche Bedingungen wie Granerud,nur ist er besser gesprungen!
    Die Wahrheit ist,Stoch war gestern in beiden Durchgängen der beste am Berg Isel und hat hochverdient gewonnen!
    Stoch ist über die letzten Jahre gesehen sicher der beste Skispringer der Welt gewesen,dass er die Tournee jetzt wahrscheinlich zum dritten Mal gewinnen wird ,ist kein Zufall!

    • Granerud hatte in DG 1 0,33 Meter Aufwind und bekam dafür 3,3 Punkte Abzug. Stoch hatte 0,79 Meter Aufwind und bekam 7,8 Punkte abgezogen. Im zweiten Durchgang hatten dann beide ähnliche Bedingungen (Stoch 0,67, Granerud 0,72)

    • Gestern beim der Übertragung des Bergiselspringens hat Tom Bartels gesagt, dass es für die Zukunft geplant ist, auch in Ga-Pa und Innsbruck das Springen unter Flutlicht auzutragen (also ähnlich wie in Oberstdorf und Garmisch Partenkirchen), damit man im Falle des Durchboxens einer Vierschanzentournee für die Damen, die Wettkämpfe für sie eben an Vormittagen durchführen kann. Das heisst, die heutigen Springen von Garmisch und Innsburck die man bisher immer nur bei natürlichem Licht ausgetragen hat, müssten zuküftig auf Nachmittagsstunden verlegt werden um der Damen-Vierschanzentournee Platz zu machen. Also in der Zukunft würden zuerst die Frauen bei Tageslicht jeweils ihren eigenen Wettkampf im Rahmen ihrer eigenen Vierschanzentournee bestreiten und die eigentliche Vierschanzentournee der Männer würde ausschliesslich nachmittags oder abends unter Flutlicht stattfinden.

      Was haltet ihr davon?

      Ich muss persönlich sagen: sosehr ich die Anstrebungen der Damen im Kampf um ihre Anerkennung in dem Skisprungsport respektiere, gefällt mir diese Idee gar nicht.

      Meiner Meinung nach sehen alle Schanzen unter Flutlicht mehr oder weniger gleich aus -> na gut, die Konstruktion der Schanze und ihre Parameter, die Tribünen sind schon anders aber all das was es um die Schanze drum herum gibt, sieht doch genauso aus wenn es dunkel ist.

      Das sieht man doch am Beispiel von Engelberg sehr gut -> eine wunderbare, idlyllisch, in einer wahren Touristenregion gelegene Schanze. Seit der Einführung von Flutlicht hat die Schanze ihren einstigen Reiz fast komplett verloren. Früher konnte man bei Tageslicht die impostante Alpenlandschaft samt des schönes Städtchens im Tal bewundern. Heute bei Flutlicht, wenn ein Springer unten im Auslauf steht, unterscheidet sich die Schanze eigentlich sogut wie gar nicht von der in Klingenthal oder Predazzo. Genauso wäre es doch mit Garmisch-Partenkirchen oder Innsbruck.

      Und was mich wohl am allermeisten frustriert hat, haben Tom Bartels und Sven Hannawald diese Idee vollkommen unkritisch aufgenommen und sie sogar mit grosser Freude begrüsst. Nein, mich als langjährigen Skisprungfan freut diese Idee und Entwicklung gar nicht.

      • Ich schaue eigentlich Skispringen wegen Skispringen und nicht wegen der Natur. Und die kann man dann ja bei den Damenspringen genießen.

        Es wird langsam Zeit, daß auch die Damen dabei sind und man könnte ja auch wechseln wie beim Rodeln: einmal die Männer zuerst, dann die Damen zuerst.

  7. Die Polen haben ja das Riesenglück gehabt, nach der Quarantäne sofort wieder starten zu dürfen. Ansonsten wären die Springen anders gelaufen. Ich drücke trotz allem GRANERUD Halvor Egner die Daumen, ist ein Super Springer, der Wind müsste ihm ein wenig helfen. Unsere beiden Top Kandidaten sind wahrlich gute Skispringer ( WM ) ! Aber momentan reicht gut nicht aus !

    • Gestern beim der Übertragung des Bergiselspringens hat Tom Bartels gesagt, dass es für die Zukunft geplant ist, auch in Ga-Pa und Innsbruck das Springen unter Flutlicht auzutragen (also ähnlich wie in Oberstdorf und Garmisch Partenkirchen), damit man im Falle des Durchboxens einer Vierschanzentournee für die Damen, die Wettkämpfe für sie eben an Vormittagen durchführen kann. Das heisst, die heutigen Springen von Garmisch und Innsburck die man bisher immer nur bei natürlichem Licht ausgetragen hat, müssten zuküftig auf Nachmittagsstunden verlegt werden um der Damen-Vierschanzentournee Platz zu machen. Also in der Zukunft würden zuerst die Frauen bei Tageslicht jeweils ihren eigenen Wettkampf im Rahmen ihrer eigenen Vierschanzentournee bestreiten und die eigentliche Vierschanzentournee der Männer würde ausschliesslich nachmittags oder abends unter Flutlicht stattfinden.

      Was haltet ihr davon?

      Ich muss persönlich sagen: sosehr ich die Anstrebungen der Damen im Kampf um ihre Anerkennung in dem Skisprungsport respektiere, gefällt mir diese Idee gar nicht.

      Meiner Meinung nach sehen alle Schanzen unter Flutlicht mehr oder weniger gleich aus -> na gut, die Konstruktion der Schanze und ihre Parameter, die Tribünen sind schon anders aber all das was es um die Schanze drum herum gibt, sieht doch genauso aus wenn es dunkel ist.

      Das sieht man doch am Beispiel von Engelberg sehr gut -> eine wunderbare, idlyllisch, in einer wahren Touristenregion gelegene Schanze. Seit der Einführung von Flutlicht hat die Schanze ihren einstigen Reiz fast komplett verloren. Früher konnte man bei Tageslicht die impostante Alpenlandschaft samt des schönes Städtchens im Tal bewundern. Heute bei Flutlicht, wenn ein Springer unten im Auslauf steht, unterscheidet sich die Schanze eigentlich sogut wie gar nicht von der in Klingenthal oder Predazzo. Genauso wäre es doch mit Garmisch-Partenkirchen oder Innsbruck.

      Und was mich wohl am allermeisten frustriert hat, haben Tom Bartels und Sven Hannawald diese Idee vollkommen unkritisch aufgenommen und sie sogar mit grosser Freude begrüsst. Nein, mich als langjährigen Skisprungfan freut diese Idee und Entwicklung gar nicht.

    • „Die Polen haben ja das Riesenglück gehabt…“
      Riesenglück????
      Wegen den positiv falschen PCR Test wollten die deutschen Behörden die gesamte polnische Mannschaft sperren!!
      Es war eine Frechheit und eine Demonstration der Inkompetenz des Steuerfinazierten, deutschen, seit eh und jäh obrigkeitstreuen Beamtentums!
      Nichts mehr und nicht weniger!
      PS. Ähnlich der Impfstrategie des Bankkaufmannes, in der Rolle des Bundesgesundheitsministers!

  8. Ich habe mich auch sehr geärgert, weil ich es Karl Geiger oder Eisenbichler so gern wünsche die Tournee zu gewinnen. Aber wenn sie nicht gut springen ist das nicht das Problem von Kmil Stoch oder Dawid Kubacki. Wie „missgünstig“ Granerud ist hat man ja schon bei der Skiflug-WM gesehen.
    Aber wenn die Norweger nicht wie ihre Kollegen beim Langlauf oder Biathlon dem Gegner nicht auf der Zielgeraden noch ein Bein stellen können, dann hilft nur noch jammern. Schwaches und peinliches zurückrudern hilft da auch nicht mehr.

  9. Gestern beim der Übertragung des Bergiselspringens hat Tom Bartels gesagt, dass es für die Zukunft geplant ist, auch in Ga-Pa und Innsbruck das Springen unter Flutlicht auzutragen (also ähnlich wie in Oberstdorf und Garmisch Partenkirchen), damit man im Falle des Durchboxens einer Vierschanzentournee für die Damen, die Wettkämpfe für sie eben an Vormittagen durchführen kann. Das heisst, die heutigen Springen von Garmisch und Innsburck die man bisher immer nur bei natürlichem Licht ausgetragen hat, müssten zuküftig auf Nachmittagsstunden verlegt werden um der Damen-Vierschanzentournee Platz zu machen. Also in der Zukunft würden zuerst die Frauen bei Tageslicht jeweils ihren eigenen Wettkampf im Rahmen ihrer eigenen Vierschanzentournee bestreiten und die eigentliche Vierschanzentournee der Männer würde ausschliesslich nachmittags oder abends unter Flutlicht stattfinden.

    Was haltet ihr davon?

    Ich muss persönlich sagen: sosehr ich die Anstrebungen der Damen im Kampf um ihre Anerkennung in dem Skisprungsport respektiere, gefällt mir diese Idee gar nicht.

    Meiner Meinung nach sehen alle Schanzen unter Flutlicht mehr oder weniger gleich aus -> na gut, die Konstruktion der Schanze und ihre Parameter, die Tribünen sind schon anders aber all das was es um die Schanze drum herum gibt, sieht doch genauso aus wenn es dunkel ist.

    Das sieht man doch am Beispiel von Engelberg sehr gut -> eine wunderbare, idlyllisch, in einer wahren Touristenregion gelegene Schanze. Seit der Einführung von Flutlicht hat die Schanze ihren einstigen Reiz fast komplett verloren. Früher konnte man bei Tageslicht die impostante Alpenlandschaft samt des schönes Städtchens im Tal bewundern. Heute bei Flutlicht, wenn ein Springer unten im Auslauf steht, unterscheidet sich die Schanze eigentlich sogut wie gar nicht von der in Klingenthal oder Predazzo. Genauso wäre es doch mit Garmisch-Partenkirchen oder Innsbruck.

    Und was mich wohl am allermeisten frustriert hat, haben Tom Bartels und Sven Hannawald diese Idee vollkommen unkritisch aufgenommen und sie sogar mit grosser Freude begrüsst. Nein, mich als langjährigen Skisprungfan freut diese Idee und Entwicklung gar nicht.

  10. Kamil ist und bleibt der beste und die Windbedingungen waren im 2 Durchgang für beide gleich.

    Grosse klappe aber nichts dahinter wie immer von einem kleinen Möchtegern Springer.

    • Kleiner Möchtegern?? Hast du den vor Innsbruck gesehen den Granerud? Wenn man wie er, Geiger und Eisenbichler vor allem vor der Tournee und teils auch bei der Tournee alles in Grund und Boden gesprungen haben dann kann man nicht von Möchtegerns reden.

    • Jap. Waren Sie im 1. DG eben nicht.
      Da hatte Stoch wesentlich bessere Bedingungen als Granerud und Eisenbichler, auch bessere als Geiger.
      Gesprungen ist er dennoch stark.

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