Vierschanzentournee

Vierschanzentournee: Ryoyu Kobayashi deklassiert Konkurrenz in Innsbruck

Ryoyu Kobayashi lässt der Konkurrenz beim dritten Springen der Vierschanzentournee keine Chance und sorgt wohl für eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg. Markus Eisenbichler verpasst die Top Ten und büßt seine gute Ausgangsposition ein.

Auch beim dritten Springen der 67. Vierschanzentournee springt Ryoyu Kobayashi in seiner eigenen Liga. Der Japaner führte das Feld beim Bergiselspringen in Innsbruck schon nach dem ersten Durchgang überlegen an. Mit 136,5 Metern ist der 22-Jährige im K.o.-Durchgang nur anderthalb Meter unter dem Schanzenrekord geblieben und ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seinem dritten Sieg in Folge aufkommen.

Im Finaldurchgang legte Kobayashi dann 131 Meter nach, sammelte insgesamt 267 Punkte und deklassierte damit die Konkurrenz. Eine wahre Demonstration der Stärke: Ausgerechnet auf der kleinsten Schanze gelingt dem Dominator dieser Saison der bisher überlegenste Sieg dieser Tournee. Mit deutlichem Rückstand folgte Stefan Kraft mit 129,5 und 130,5 Metern (254,2 P.) auf dem zweiten Platz. Dritter wurde Andreas Stjernen aus Norwegen mit 131 und 126 Meter (242,7 P.).

„Ich bin momentan in einer guten Form. Ich habe mich auf meine Sprünge konzentriert und konnte alles so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich denke jetzt nur an meine Sprünge in Bischofshofen, aber mit dem Grand Slam beschäftige ich mich nicht“, sagte der überlegene Sieger im Anschluss.

Eisenbichler verpasst Top Ten, Leyhe bester Deutscher

Markus Eisenbichler hat seine gute Ausgangsposition im Kampf um den ersten deutschen Tourneesieg seit 17 Jahren schon im ersten Durchgang eingebüßt. Zur Halbzeit nur auf dem 14. Platz gelegen, musste sich der Siegsdorfer vor 17.200 mehrheitlich deutschen Fans am Ende mit Position 13 zufriedengeben. „Es war ein ordentlicher Wettkampf, auch wenn keine richtige Granate dabei war. Ich bin hier nicht so reingekommen, aber unzufrieden bin ich nicht“, so Eisenbichler.

Bester Deutscher wurde am Freitagnachmittag Stephan Leyhe. Der Wahl-Schwarzwälder aus Willingen belegte mit 129 und 127,5 Metern den vierten Platz. Einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnete auch Richard Freitag, der als Achter sein bestes Ergebnis bei dieser Tournee verbuchen konnte.

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Weitere Weltcuppunkte sammelten aus der deutschen Mannschaft außerdem Andreas Wellinger (20.), Karl Geiger (24.) und David Siegel (28.). Einzig Constantin Schmid hat den Finaldurchgang verpasst, nachdem er im K.o.-Duell gegen Robert Johansson unterlegen war.

Stoch Fünfter, Sato überrascht

Bei schwierigen Bedingungen mit viel Aufwind verpasste Titelverteidiger Kamil Stoch erneut das Podium, erzielte als Fünfter aber seine beste Tournee-Platzierung in dieser Saison. Hinter dem Polen überraschte mit Yukiya Sato ein weiterer Japaner, der mit dem sechsten Platz sein bislang bestes Karriereergebnis erzielt hat.

Stark auch der Schweizer Killian Peier auf dem siebten Platz. Der zuletzt schon starke Roman Koudelka aus Tschechien (9.) schaffte es ebenfalls unter die besten Zehn.

Eisenbichler mehr als 45 Punkte zurück

Der Tournee-Gesamtsieg wird Ryoyu Kobayashi nach diesem Wettbewerb kaum noch zu nehmen sein. Mit insgesamt 815,9 Punkten liegt der Japaner unangefochten an der Spitze, der Rückstand von Markus Eisenbichler (770,4) ist nun auf 45,5 Punkte angewachsen. An dritter Stelle lauert Andreas Stjernen (766,2).

» Alle Termine im Überblick: Weltcup-Kalender 2018/2019 (Herren)

Schon am Samstag wird die Vierschanzentournee in Bischofshofen fortgesetzt. Am Tag vor dem großen Finale stehen um 15 Uhr zunächst zwei Trainingsdurchgänge auf dem Plan, bevor um 17 Uhr (alles live bei skispringen.com) die Qualifikation folgt.

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Über Marco Ries 580 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

8 Kommentare

  1. Was für eine Flasche der Eisenbichler und zufrieden ist er auch noch mit seinem peinlichen Debakel heute. Mit dieser mentalität wird er nie etwas reißen. Der wird auch jetzt wieder in der Versenkung verschwinden auf lange Sicht. Dann heißt es wieder Lotto-Springen 6 gute aus 49. Aber seien wir mal ehrlich, hat jemand ernsthaft geglaubt, dass der nach seinen 2 Eintagsfliegen wirklich die Tournee gewinnt…Lächerlich

    Und erneut…

  2. Mal was ganz anderes: Ich finde es nach wie vor eine Schande,
    daß so ein wichtiges Springen werktags 14 Uhr stattfindet.
    Die sollen in Innsbruck endlich mal Licht an ihre Schanze schrauben, oder die Reihenfolge ändern. Man könnte z.B. auf
    einer Flutlichtschanze auch 18 oder 19 Uhr springen, dann haben alle was davon. Die FIS braucht sich nicht zu beschweren, daß zu wenig Fernsehgelder verfügbar sind, wenn man durch falsche Organisation Mio. Fernsehzuschauern nicht die Möglichkeit gibt, dabeizusein. Auch direkt an der Schanze könnte man mehrere Tausend Leute mehr erwarten.
    Es ist jedes Jahr der selbe Mist, besonders für Leute, die nicht aus den Regionen kommen, wo der 6. Januar ein Feiertag ist. Da gibt es meist keine Betriebsruhe und die Leute müssen arbeiten!

  3. Kobayashi wird die Tournee gewinnen das ist schon Mal so gut wie sicher. Aber selbst wenn es für Eisi “ nur für“ Platz 3 im schlimmsten Fall reichen würde wäre das längst nicht schlecht

  4. Skisprungwitze:

    Freund ruft Schuster an und fragt: „Kann ich nicht doch wieder ins Team zurück?“ Schuster darauf: „Nein, dafür springst du nicht gut genug!“
    Darauf Freund: „Bitte Trainer, der Felder lässt mich einfach nicht in Ruhe. Er hat mich gestern zehn mal gefragt, ob ich nicht die Nation wechseln wolle…“

    Hannawald trifft Kobayashi: „He Ryoyu, ich hab nicht vor, noch weitere Springer in meinem Club der Tournee-Vierfachsieger aufzunehmen. Du musst also entweder in Innsbruck oder in Bischofshofen jemand anderen gewinnen lassen!“
    Darauf Kobayashi: „Wenn du Angst hast, dass dieser Club zu viele Mitglieder bekommt, gründe doch einfach einen neuen, der garantiert nicht zu viele Mitglieder bekommt!“
    Hannawald darauf: „Und welchen?“
    Kobayashi: „Der Club der Deutschen, die nach dir die Vierschanzentournee gewonnnen haben.“

    Eines Tages erkennt Schlierenzauer, dass das alles keinen Sinn mehr macht und er möchte seine Karriere beenden. Aber seine Misserfolge der letzten Jahre möchte er irgendwie vergessen lassen. Daher lässt er in den Medien groß verkünden: „Mein großes Vorbild ist Noriaki Kasai. Durch ihn hab ich erkannt, dass Leidenschaft im Skisprungsport das Wichtigste ist und daher hab ich beschlossen, zusammen mit ihm meine Karriere zu beenden.“
    Viele Jahre später kurz vor Saisonbeginn: Kasai möchte sich gerade sein Abendessen richten, da klopft es an seiner Tür. Kasai öffnet die Tür und zu seinem Erstaunen sieht er Schlierenzauer der vor ihm auf die Knie fällt und mit flehender Stimme sagt: „Noriaki… bitte… Noch eine Saison halt ich nicht durch…“

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